Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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Cohni

Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Cohni » 08.10.2018 19:56

Gulbenkian hat geschrieben:
08.10.2018 16:07
Naja, einige können schon rückblickend sagen, ob sich CNG für sie gerechnet hat. Bei einem Neuwagenkauf innerhalb der letzten 4 Jahre würde ich das mal verneinen. Jetzt wo die Preise für Diesel/Benzin wieder anziehen, könnte es sich mittelfristig schon rechnen. Natürlich kann keiner die Zukunft vorhersagen, aber das Auf und Ab der Spritpreise, sowie einige Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre sind durchaus absehbar. Aber es ist und bleibt, wie Du richtig schreibst, eine Prognose.
Auch rückblickend ist es doch relativ schwierig festzustellen, ob sich eine Antriebsart gerechnet hat oder nicht. Der Bezugspunkt ist schwammig und eher theoretischer Natur. Zumindest für den Privatmenschen wird es schwierig, dies tatsächlich zu bestimmen.

Es fehlt der direkte Vergleich. Ein Fuhrpark mit parallel laufenden Fahrzeugen kann das sicher ein bisschen besser einschätzen, aber als Privater? Was ich direkt vergleichen kann, sind die Kosten meines alten Fahrzeuges mit denen des Neuen. Wenn ich danach gehe, wage ich die Theorie, dass ich kostenmäßig die letzten Jahre eventuell günstiger mit CNG gefahren wäre. Mal abgesehen von ungeplanten Reparaturen. Allerdings war das Thema CNG damals aus reiner Unkenntnis für mich keinen einzigen Gedanke wert.
Gulbenkian hat geschrieben:
08.10.2018 16:07
Wie schaut denn die Kostenseite bei Dir aus, im Vergleich zu einem Diesel? Nicht unbedingt zum Vorgänger, sondern zu einem vergleichbaren, aktuellen Fahrzeug?
Nicht einfach zu beantworten, da ich nicht einschätzen kann, wieviel Rabatt ich bei einem Octavia Diesel bekommen hätte. Die Listenpreise der Fahrzeuge müssten in etwa ähnlich gewesen sein. Aber nagel mich nicht darauf fest. Für den G-Tec habe ich jedenfalls 23% Nachlass erhalten.

Gehen wir mal bei einer Schönrechnerei davon aus, dass ich für beide Fahrzeuge in etwa den gleichen Preis bezahlt hätte. In diesem Falle ist der CNG-Skoda kostenmäßig vorn, da er bei den laufenden Ausgaben günstiger kommt. Sprit, Versicherung, Steuer.

Bei den Wartungskosten muss man natürlich im Auge behalten, dass der G-Tec alle 15.000km neues Öl braucht, auch wenn die eigentliche Durchsicht nur alle 30.000km stattfindet. Das summiert sich in meinem Falle mit einer jährlichen Kilometerleistung von ca. 30.000km. Dagegen gerechnet muss man aber auch beachten, dass die Diesel-Wartung immer etwas teurer ist, als beim Benziner. So zumindest war es das bei Volvo. Bei VAG auch?

Optimistisch gerechnet gleicht der Dieselmehrpreis bei der Wartung den Ölmehrpreis beim G-Tec wieder aus, sodass ich bei den Wartungskosten keine großen Unterscheide sehe. Wenn denn meine Erfahrung auch für VAG-Betriebe gilt. Das weiß ich nicht.

Natürlich rechne ich nicht wie Robert z.B. meine private Tankzeit in Stundenlohn ein. Sorry, das ist für mich Quark, aber kann natürlich jeder machen wie er will. Auch lasse ich die Zeiten der Extrabesuche für die Zwischenölwechsel unberücksichtigt. Alles private Zeit und die mag ich nicht in Arbeitslohn rechnen.
Gulbenkian hat geschrieben:
08.10.2018 16:07
....Kostenseitig zahlst Du also im Moment drauf, hast aber ein besseres Gewissen und freust Dich jedesmal beim Tanken. :2thumbs:
Ob ich draufzahle, kann ich momentan nicht sagen. Draufzahlen auf was? Es ist ja schon wirtschaftlicher Unsinn genug, einen Neuwagen zu kaufen. Ich hätte mir natürlich auch einen Dacia kaufen können. Die Dinger reichen vollkommen aus. Im Vergleich dazu zahle ich natürlich drauf. ;-)

Wenn ich mal den Kaufpreis vernachlässige und nur die laufenden Kosten betrachte, zahle ich derzeit weniger, als mit einem vergleichbaren Diesel.

Natürlich sollte man für eine Vergleichsrechnung alle Daten bemühen. Der ADAC versucht es halbwegs. Allerdings sind das geglättete Werte und können nur den Durchschnittsgebrauch eines PKW darstellen. Die Lebensumstände sind zu unterschiedlich. Der eine bekommt den Rabatt beim Kauf, der andere den. Das betrifft ebenso regionale Unterschiede bei den laufenden Kosten.

Vielleicht gibt es in ein paar Jahren beim Wiederverkauf sogar noch finanzielle Vorteile bei einem CNG gegenüber dem "verteufelten" Diesel. Wer weiß das schon?
Gulbenkian hat geschrieben:
08.10.2018 16:07
Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen in 3-4 Jahren, ehrlich! Wenn ich etwas Zeit habe, rechne ich mal alles vom Golf zusammen und zieh Bilanz, nach 8 Jahren. Bauchgefühl sagt :clap:
Na aber ich erst. Die Gefahr des "Scheiterns" des G-Tec ist natürlich gegeben. Aber auch eine nicht unerhebliche Wahrscheinlichkeit, dass alles sehr lange gut geht. Das Dingens ist ja grundsätzlich zuverlässig, die Gaskomponenten sollten es auch sein und dass der Skoda ein Montagsauto wäre (wobei er tatsächlich an einem Montag montiert wurde... :wall: ), wird mit wachsender Laufleistung immer unwahrscheinlicher. In der Garantiezeit kein Problem, danach wird es spannend.

Ich behandle meine Fahrzeuge immer recht gut, also zumindest werterhaltend. Regelmäßige Wartung ist selbstverständlich, mein Fahrstil ist schonend und ich muss sagen, dass ich bisher immer Glück mit meinen Autos hatte. Immerhin ist der G-Tec mein achter PKW. Die höhere Anfälligkeit der Gaskomponenten sehe ich eigentlich weniger problematisch, zumindest im Vergleich. Beim Diesel wäre es z.B. der DPF, was ebenso ordentlich ins Kontor schlagen könnte.

Na mal sehen, wie sich das alles entwickelt. Ich werde jedenfalls regelmäßig berichten, zumindest aber wenn Probleme auftreten.

Robert
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Robert » 08.10.2018 20:31

Cohni hat geschrieben:
08.10.2018 19:56
Auch rückblickend ist es doch relativ schwierig festzustellen, ob sich eine Antriebsart gerechnet hat oder nicht. Der Bezugspunkt ist schwammig und eher theoretischer Natur.
Rückblickend sind doch eigentlich fast alle Parameter klar. Auch die Bezugspunkte, wie Kauf und Verkauf sind klar.
Vor allem ist recht klar, was so die Kraftstoffpreise gemacht haben. Das ist für die Zukunft das größte Fragezeichen.
Das einzige Unklare ist, was die Reparaturen angeht. Immerhin kann man schon mal alles was nicht mit Motor und Kraftstoff direkt zu tun hat ausklammern. Da bleibt meist gar nicht so viel (hoffentlich).

Unter dem Strich aber bleibt eine kleine Unsicherheit von wenigen Prozent der Kosten. Und auch in deinem Fall wird der Diesel eben so dicht am Erdgaser liegen, dass beide Fahrzeuge im Unsicherheitsbereich von den wenigen Prozent liegen. Am Ende nur Peanuts. Wirklich klar klappt die Rechnung immer nur gegen einen Benziner, wobei das bei niedrigen Laufleistungen auch Grenzen hat. Daher wird auch immer nur gegen Benziner gerne gerechnet und dann auch immer nur mit höheren Laufleistungen.
Deshalb klappt das mit meinem Up wenigstens halbwegs.

Dabei ist ein Scheitern deinerseits sehr unwahrscheinlich, aber ein echtes Gewinnen eben auch. Wir reden hier über +/- 3% der Kosten. Mehr ist das nicht am Ende des Tages.
Und wer ernsthaft günstiger fahren will, der kauft im Bereich eines Octavias sicher keinen Neuwagen. Denn das vernichtet richtig Geld. Aber das ist ein anderes Thema.

P.S.:
Ich bin auch gespannt, wie du das in ein paar Jahren alles siehst.
Würde mich auch nicht wundern, wenn du die Sache doch etwas ambivalenter siehst, wie es Gulbenkian und ich nach etlichen Jahren Erdgasmobilität sehen.
Dabei noch einmal, weder er noch ich sagen nein dazu, aber die rosarote Brille ist halt nicht mehr da.

Cohni

Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Cohni » 09.10.2018 08:26

Robert hat geschrieben:
08.10.2018 20:31
Würde mich auch nicht wundern, wenn du die Sache doch etwas ambivalenter siehst, wie es Gulbenkian und ich nach etlichen Jahren Erdgasmobilität sehen.
Das mag ich keinesfalls ausschließen. Zumindest, was das Fahrzeug selber betrifft.

Dass wir einige Dinge, wie z.B. die Tankstellensituation in Berlin anders bewerten, ist allerdings schon jetzt Stand der Dinge. Wenn es da keine wesentlichen Änderungen geben wird, also eine weitere Ausdünnung des Netzes z.B., wird sich diesbezüglich dessen bei mir keine ambivalente Sichtweise entwicklen können. Ich sehe den regionalen Stand der CNG-Versorgung grundlegend positiv und ausreichend. Gelebte Praxis quasi. Muss nur noch die Kiste lange genug halten... ;-).

Okay, wenn ich mal von meiner optimistischen Rechnung hinsichtlich des Kostenvorteils CNG gegenüber Diesel in meinem Anwendungsfall weggehe und das Gedankenspiel der Kostengleichheit aufnehme, ergeben sich dennoch zwei entscheidende Vorteile für CNG, die im Grunde zusammenhängen:

1. Bessere Umweltbilanz (das wirkliche Ausmaß ist sicher streitbar)

2. Zukunftssicherheit des Antriebes

Mal sehen, was heute das Verwaltungsgericht in Berlin entscheiden wird. Sollten sie tatsächlich auch in Richtung Fahrverbot für Euro 6- Diesel gehen, bleiben nur noch die Euro 6d übrig und wer weiß, wie lange.

Egal, ob berechtigt oder nicht, die "Hexenjagd" auf den Diesel schmälert dessen Zukunftssicherheit im erheblichen Maße. Zumindest in psychologischer Hinsicht. Insofern fühle ich mich schon diesbezüglich viel besser und beruhigter beim CNG-Antrieb wieder. Typisch Bauchkäufer eben...:razz:

Robert
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Robert » 09.10.2018 10:11

Da bin ich vollkommen bei dir. CNG hat ja klare und eindeutige Vorteile und das ist natürlich auch der Grund warum ich aktuell mit dem Fahrzeug weiter fahre und auch klar sage, dass bei einem neuen Fahrzeug CNG wieder in Betracht kommt.

Und klar, beim Diesel ist das riesen Damoklesschwert Fahrverbote vorhanden.
Aber auch CNG hat so ein paar Dauer-Fragezeichen.
Tankstellensituation, Steuererhöhung von 2024-2026, Rost an Gasflaschen, passende Modelle sind da für mich die Hauptstichworte, wenn ich ein neues Fahrzeug bräuchte. Da ich aktuell aber keines brauche, brauche ich die zum Glück nicht heute bewerten ;).

Aber eines ist in der Tat wichtig, ein gutes Gefühl.

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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von eineruntervielen » 10.10.2018 20:41

Cohni hat geschrieben:
08.10.2018 19:56
doch relativ schwierig festzustellen, ob sich eine Antriebsart gerechnet hat oder nicht. Der Bezugspunkt ist schwammig und eher theoretischer Natur. Zumindest für den Privatmenschen wird es schwierig, dies tatsächlich zu bestimmen.
Quatsch, dafür hat der liebe Gott die Kostenrechnung erfunden. Der Rahmenbedingungen werden vom Kostenrechner definiert. Da ist nix schwammig.

Ich kann ein Fahrzeug auf 5 Jahre mit Laufleistung 500.000km rechnen oder auch auf 2 Jahre mit 60.000km Laufleistung, mit Rahmenbedingungen XYZ, die Ergebnisse werden drastisch unterschiedlich sein. Aber es gibt aussagekräftige Ergebnisse für die definierten Parameter.
Alles hat ein Ende - auch die Erdgaszeit.

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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von bljack » 11.10.2018 05:52

Und jetzt die ketzerische Frage, woher die Vergleichswerte für Diesel/Benzin/LPG-Preise kommen, passend zu den jeweiligen Tankzeitpunkten, die sich auf Diesel/Benzin/LPG ergeben hätten. Zumal bei Diesel/Benzin auch noch entscheidend ist, ob ich abends auf dem Heimweg noch zur Tanke gefahren bin oder es morgens früh mache oder Mittags oder vor einem Feiertag etc. pp.

Und schon ist es wieder sehr schwammig... :-/
Meistens mit meinem ecoup und manchmal mit ihrem Leon ST TGI unterwegs.

VW ecoup: Spritmonitor & Forum
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Cohni

Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Cohni » 11.10.2018 06:52

Danke @bljack, Du hast mich richtig verstanden. :)

@eineruntervielen
Die Berechnung der Kosten eines Fahrzeuges, welches man nutzt, ist logischerweise kinderleicht.

Wie aber vergleiche ich konkret meinetwegen meinen CNG in vier Jahren, von dem ich tatsächlich alle Kosten auf den Heller berechnen kann, wie vergleiche ich dieses Auto mit einem Fahrzeug, welches ich nur theoretisch zu dieser Zeit gefahren wäre.

Wie soll ich in vier Jahren konkret feststellen, was mich ein Diesel-Octavia in der Zeit gekostet hätte, den ich gar nicht gefahren bin? Das kann nur eine Schätzung sein, das kann nur Theorie sein.

Da nicht nur die individuelle Fahrweise zwar grundsätzlich ähnlich bleibt, aber dennoch unvorhersehbaren täglichen Schwankungen je nach Stimmung und Verkehrslage, Wetter usw. unterliegt, selbst die Fahrzeuge mal mehr oder weniger anfällig sind, bleiben nur einige Nebenkosten, wie etwa Sprit oder Versicherung, die man vier Jahre zurück auch für den theoretischen Teil einer Berechnung konkret verwenden kann. Wenn man die Tankzeiten unberücksichtigt lässt...:-).

Der Rest ist Theorie und je nach Definition schwammig. Gerade, wenn es um den Kostenvergleich zwischen Diesel (was wäre wenn) und CNG (ist) geht, die wahrscheinlich nicht so weit auseinander liegen.

Noch lustiger werden diese Kostenvergleiche, wenn man sie ohne konkreten eigenen historischen Datenhintergrund in die Zukunft verlegt.

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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Robert » 11.10.2018 10:30

bljack hat geschrieben:
11.10.2018 05:52
Und schon ist es wieder sehr schwammig... :-/
Man muss klar sagen, ja es bleibt eine Schätzung. Und auf die dritte Nachkommastelle da zu berechnen ist sicher unsinnig.

Aber:
Deshalb braucht man noch lange nicht zu dem Ergebnis kommen, dass das alles sehr schwammig ist.
In Bezug auf die Gesamtkosten sind wir hier bei einer Unsicherheit im Bereich von max. vielleicht +/- 1% unterwegs, je nachdem ob man nun tanken morgens oder abends unterstellt.

Dabei hätte mancher sicher gerne ein klares Ergebnis, ob er nun mit CNG oder Diesel günstiger unterwegs ist. Das Ergebnis ist aktuell aber nun einmal, dass die Unterschiede nur marginal sind.

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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von einherzfuerCNG » 11.10.2018 11:48

Robert hat geschrieben:
11.10.2018 10:30
...
Dabei hätte mancher sicher gerne ein klares Ergebnis, ob er nun mit CNG oder Diesel günstiger unterwegs ist. Das Ergebnis ist aktuell aber nun einmal, dass die Unterschiede nur marginal sind.
Der nicht marginale Unterschied ist wohl, dass ich mit CNG noch mittelfristig überall fahren darf, beim Diesel hätte ICH zumindest schon mit einigen Enischränkungen zu rechnen (Verwandschaft in DD und STG ... ) Günstig definiert sich zumindest für mich nicht nur über den Preis und wenn die Betriebskosten zumindest konkurrenzfähig sind, zählen eben andere Dinge, sicher auch der Aspekt der Abgaswerte.
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Gulbenkian
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Gulbenkian » 11.10.2018 12:43

einherzfuerCNG hat geschrieben:
11.10.2018 11:48
Der nicht marginale Unterschied ist wohl, dass ich mit CNG noch mittelfristig überall fahren darf, beim Diesel hätte ICH zumindest schon mit einigen Enischränkungen zu rechnen
Wer sagt, dass unsere Politiker es nicht hinbekommen, Euro5 Fahrzeuge ohne Partikelfilter aus Innenstädten auszusperren? 1x Dieselverbotszone befahren underwischt werden: 20€. :rolleyes: Deswegen würde ich mir selbst mit Euro 5 Diesel keine Gedanken um Fahrverbote machen.
Günstig definiert sich zumindest für mich nicht nur über den Preis und wenn die Betriebskosten zumindest konkurrenzfähig sind, zählen eben andere Dinge, sicher auch der Aspekt der Abgaswerte.
Dann kauf Dir ein Kettcar, das hat auch 4 Räder, ein Lenkrad und super Abgaswerte. Wenn es darum geht, nicht von Fahrverboten betroffen zu sein, dann gehe ich da mit. Aber das wusste vor 4 Jahren noch niemand. Es weiß auch niemand, ob CNG Fahrzeuge, weil Verbrenner, in 4 Jahren nicht auch von irgendwelchen Fahrverboten betroffen sein werden. Das Dieseldrama geht vorbei und dann wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben. :ka:
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Robert » 11.10.2018 13:26

einherzfuerCNG hat geschrieben:
11.10.2018 11:48
Günstig definiert sich zumindest für mich nicht nur über den Preis und wenn die Betriebskosten zumindest konkurrenzfähig sind, zählen eben andere Dinge, sicher auch der Aspekt der Abgaswerte.
Natürlich definiert sich günstig über den Preis und nicht über andere Dinge.

Dass andere Dinge auch relevant sind, steht ja außer Frage, aber dadurch werden sie nicht günstig.

Cohni

Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Cohni » 12.10.2018 12:58

Robert hat geschrieben:
11.10.2018 10:30
...Das Ergebnis ist aktuell aber nun einmal, dass die Unterschiede nur marginal sind.
Dazu hätte ich gern ein klares und durch Zahlen belegbares Beispiel aus der Praxis. Auch, wie Du zu den konkreten und nicht schwammigen

"max. vielleicht +/- 1%"

kommst. Mal Butter bei die Fische bitte! ;-)

Robert
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Robert » 12.10.2018 19:02

Naja, nimm einfach mal ein Auto wie deines. Wenn da am Ende 25 Cent/km stehen, dann ist das durchaus realistisch.

Jetzt nimmst du eine normale Tankstelle, die hat vielleicht Schankungen von 10 Cent/l, wenn es hoch kommt, also +/- 5 Cent.
Das ist ca. +/- 0,25 Cent/km. Ja, das wären +/- 2%, nur das ist ja ein rein theoretischer Wert. Wer gar nicht drauf achtet, der landet beim Mittel, wer optimal drauf achtet (funktioniert auch nur theoretisch), der landet beim günstigsten Preis. Macht also eher Mittel vs. Optimum, oder 0 bzw. -5 Cent. Geht man da in die Mitte, ist man bei +/- 1%.

Von mir aus können wir uns auch um einen halben Prozentpunkt streiten, aber auch das führt nicht dazu, dass die Schätzung am Ende des Tages sehr schwammig wird (Schätzung im Rückblick).
Schätzungen für die Zukunft, da sieht die Welt natürlich anders aus.

einherzfuerCNG
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Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von einherzfuerCNG » 13.10.2018 08:37

Gulbenkian hat geschrieben:
11.10.2018 12:43

Dann kauf Dir ein Kettcar, das hat auch 4 Räder, ein Lenkrad und super Abgaswerte.
Solche Sprüche bringen hier keinen weiter, die kannst du dir echt stecken. Sachliche Argumente gehen anders.

Aber das gehört vielleicht auch in die Schublade: Zerreden von Thread´s.

Klar kann niemand voraussehen, welche Regelungen in ein paar Jahren gelten, sonst hätt ich mir vor 8 Jahren sicher keinen Diesel mehr geordert. Aber für den Moment der Anschaffung muss man sich heutzutage eben mehr Gedanken machen, welche Technik die Zukunft noch erlaubt ... und da ist Erdgas nicht die schlechteste Idee.
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Cohni

Re: Unterschätzte Alternative: Erdgasautos

Beitrag von Cohni » 13.10.2018 09:47

Nee Robert, den Spritpreis meine ich ja gar nicht. Das war eher plakativ dargestellt, denn den könnte ich theoretisch für den zum historischen Vergleich herangezogenen imaginären Diesel nachträglich halbwegs konkret feststellen.

Natürlich müsste ich dann die tageszeitlichen Unterschiede außer Acht lassen. Mit dem CNG ist es ja Wurscht, wann ich tanke. Aber auch die vergangene Praxis mit meinem Diesel-Volvo hat gezeigt, dass ich nicht immer in der Lage war, zur günstigen Tageszeit zu tanken und ab und an in den saueren frühmorgendlichen Spritapfel beißen musste. In vier Jahren ist dieser "Aufpreis" sicherlich im Promillebereich und tatsächlich halbwegs vernachlässigbar.

Mir geht es aber um eine ganzheitliche Betrachtung, die ein solcher historischer Vergleich zwischen einem konkreten und einem imaginär gefahrenen Fahrzeug schlichtweg nicht leisten kann.

Was ich viel eher meinte sind die jene Dinge, die man einfach nicht feststellen kann. Ich kann z.B. nach Jahren ein Urteil über die Zuverlässigkeit und Kosten für Verschleißteile beim CNG-Auto treffen. Das kann ich bei einem Diesel-Auto, welches ich zum theoretischen historischen Vergleich nehme nicht. Wäre das Auto zuverlässiger gewesen? Keine Ahnung. Wäre es verschleißfreudiger oder umgekehrt gewesen? Keine Ahnung. Welchen Verbrauch hätte ich mit diesem Fahrzeug gehabt? Keine Ahnung.

Alles was man dazu hat, sind theoretische Quellen, wie etwa die ADAC-Kostenliste, die aber meinen individuellen Fahrzeug-Alltag nicht widerspiegeln kann und nur einen Mittelwert darstellt.

Ich vergleiche also einen konkreten Datenpool mit einem theoretischen. Das muss man jetzt nicht als schwammig bezeichnen, da kann man sicherlich über die Begrifflichkeit streiten. Ich drücke es anders aus. Für mich ist dies zu wenig konkret.

Höchst konkret und praktisch aktuell merkbar an meiner Geldbörse ist jedoch der Vergleich zwischen meinem alten Kompaktklasse-Volvo-Diesel und dem Kompakt-Klasse-CNG-Skoda. Da sehe ich momentan einen deutlichen Kostenvorteil beim CNG.
Momentaufnahme jedoch, denn wie der Berliner gerne sagt..."Hinten pupst die Ente". Halbwegs seriös wird es erst in 4 Jahren, wenn ich dieselbe Nutzungszeit mit dem Skoda erreiche und quasi alle Kosten der beiden Fahrzeuge übereinander legen kann.

Sicherlich sind dies unterschiedliche Fahrzeuge, aber sie sind meine reale Praxis. Es nützt mir in vier Jahren auch nichts, wenn ich theoretisch feststellen würde, dass ich mit einem Octavia-Diesel wirtschaftlicher gefahren wäre. Und dann? Zeit zurückdrehen? Wenn, dann lägen ohnehin keine Welten dazwischen und so wäre ich wenigsten etwas umweltfreundlicher unterwegs. Würde das einen Aufpreis rechtfertigen? Na klar!

Für mich bleibt Erdgas eine sehr wohl lohnende (nicht nur finanziell) Alternative....leider leider tatsächlich allgemein unterschätzt. Bei entsprechender Beachtung, meinetwegen durch einen sehr forcierten Tankstellenausbau, der auch ausschließlich monovalente Nutzung bei Bedarf ebenso euroweit möglich macht, würden solche Fragen hier gar nicht aufkommen. Meiner Meinung nach gibt es keine bessere Lösung als Brückentechnologie, insbesondere im Zusammenhang mit einer CNG/Elektro-Hybrid-Lösung. Wenn man jetzt mal die dringende Notwendigkeit einer wirklichen Verkehrswende und einem grundsätzlichen Umdenken des Menschen außer Acht lässt.

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