Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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Robert
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von Robert » 16.04.2019 20:25

Gastra hat geschrieben:
16.04.2019 19:49
ich bin grade bis Minute 34 gekommen, da macht Herr Sinn einen Bilanzierungsfehler. Er rechnet den Wirkungsgrad der gesammten Kette von Strom zu Methan und wieder zurück. Dann nimmt er diesen Gesamtwirkungsgrad und multipliziert damit die Kosten für die Methanherstellung aus Windstrom. Das ist inhaltlich falsch, weil die Verluste überwiegend bei der Verstromung auftreten und weniger (zugegeben immer noch hoch) bei dem Teil der Kette von Strom zu Methan. Wenn der Wirkungsgrad für die gekoppelte Elektrolyse/MEthanisierung bei 75 % liegt (ist in Versuchsanlagen bereits gemessen worden) dann sind die reinen Energiekosten für eine kwh Methan bei 5 cent pro kwh Windstrom nicht 25 cent sondern nur 6,66 cent. Für uns Gasfahrer: mit 4 kg/100 km ergäben sich reine Stromkosten von 3,70 € auf 100 km, also gar nicht mal so viel...
Stimmt, 25 Cent/KWh Methan ist klar zu hoch angesetzt ... für reine Energiekosten. Allerdings bist du aus meiner Sicht zu optimistisch unterwegs. Er liegt mit seinen 6-7 Cent/kWh Windstrom (wahrscheinlich ist es in der Gesamtrechnung sogar besser, mit dem deutlich teureren Offshore Windstrom zu rechnen besser) realistischer und auch deine 75% Wirkungsgrad sind eher theoretisch.
Ich würde eher bei 6€/100km rechnen ... reine Energiekosten. Dazu kommen dann noch die Anlagen (die hängen maßgeblich von der Auslastung ab und da sind 4000 Volllaststunden im Jahr = Offshore einfach besser als 2000 Volllaststunden = Onshore der Faktor), das Netz und alles was dahinter hängt. Das macht aus 6€ wohl min. 12€/100km. Wenn der Staat dann noch wie beim Benzin 200% an Steuern aufschlägt, dann sind das 36€/100km ... nicht so verlockend.

Gastra
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von Gastra » 16.04.2019 20:44

er rechnet mit 5 cent pro kwh, diesen Preis hat es bei Ausschreibungen für Windkraftanlagen durchaus gegeben. Davon abgesehen, gibt es auch zwangsläufg auch Stom für umsonst, insbesondere bei einem weiteren Ausbau von Wind und Sonne, daher könnte man auch einen sehr viel niedrigeren Preis ansetzen. Die 75 % Wirkungsgrad bei der Methanisierung sind real gemessen worden also nicht reine Theorie.

Zu den Anlagenkosten kannst weder du noch ich etwas sagen, daher lassen wir das mal offen.

Jetzt denken wir uns noch einen (Muhahahahahahahahaha :twisted: ) logisch und gerecht denkenden Staat, der regeneratives Gas nicht höher besteuert als den Strom für die E-Karren, dann sind wir biliger unterwegs... Als physisches Haubthinderniss bei der Methanisierung sehe ich eher die begrenzt zur Verfügung stehenden CO2 Quellen an, daher ist LOHC langfristig die bessere Lösung weil damit ein globaler Energietransport möglich wäre.

Bei den Betrachtungen von Herrn Sinn hat mich auch gestört, dass er bei der Biogasverstromung immer von einer konstanten Stromerzeugung ausgegangen ist. Heute ist dies weitgehend der Fall, aber mit einer Einspeisung ließe ich das ändern und schon entschärfen sich seine Diagramme erheblich.

Robert
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von Robert » 16.04.2019 21:12

Gastra hat geschrieben:
16.04.2019 20:44
er rechnet mit 5 cent pro kwh, diesen Preis hat es bei Ausschreibungen für Windkraftanlagen durchaus gegeben. Davon abgesehen, gibt es auch zwangsläufg auch Stom für umsonst, insbesondere bei einem weiteren Ausbau von Wind und Sonne, daher könnte man auch einen sehr viel niedrigeren Preis ansetzen. Die 75 % Wirkungsgrad bei der Methanisierung sind real gemessen worden also nicht reine Theorie.

Zu den Anlagenkosten kannst weder du noch ich etwas sagen, daher lassen wir das mal offen.
Er sagt klar "sechs bis sieben Cent" und nicht 5 Cent ... zumindest um die Minute 34 (habe mir nicht alles angesehen, das aber schon). Und nein, mit einem größeren Ausbau der EE wird alles nicht billiger für den Verbraucher, sondern teurer. Das ist ein gern gemachter Denkfehler grüner Ideologen.
Und die 75% gibt es in keiner realen Anlage und das nicht mal annähernd. Das ist für mich ähnlich wie das Schöngeschwafel der E-Jünger die meinen, dass der Akkupreis sich wie Rechenkapazität verhalten wird.

Die Anlagenkosten kenne ich zwar auch nicht genau, aber die sind definitiv ein echter Faktor. Den kann man auch nicht offen lassen. Und grade wenn man den Strom billig haben will, dann wird die Anlage zum Kostenfaktor und auch der Wirkungsgrad wird massiv in die Knie gehen. Laufend rauf und runter, das mögen diese Anlagen mal gar nicht.

Gastra
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von Gastra » 16.04.2019 21:43

Robert hat geschrieben:
16.04.2019 21:12
Gastra hat geschrieben:
16.04.2019 20:44
er rechnet mit 5 cent pro kwh, diesen Preis hat es bei Ausschreibungen für Windkraftanlagen durchaus gegeben. Davon abgesehen, gibt es auch zwangsläufg auch Stom für umsonst, insbesondere bei einem weiteren Ausbau von Wind und Sonne, daher könnte man auch einen sehr viel niedrigeren Preis ansetzen. Die 75 % Wirkungsgrad bei der Methanisierung sind real gemessen worden also nicht reine Theorie.

Zu den Anlagenkosten kannst weder du noch ich etwas sagen, daher lassen wir das mal offen.
Er sagt klar "sechs bis sieben Cent" und nicht 5 Cent ... zumindest um die Minute 34 (habe mir nicht alles angesehen, das aber schon). Und nein, mit einem größeren Ausbau der EE wird alles nicht billiger für den Verbraucher, sondern teurer. Das ist ein gern gemachter Denkfehler grüner Ideologen.
Und die 75% gibt es in keiner realen Anlage und das nicht mal annähernd. Das ist für mich ähnlich wie das Schöngeschwafel der E-Jünger die meinen, dass der Akkupreis sich wie Rechenkapazität verhalten wird.

Die Anlagenkosten kenne ich zwar auch nicht genau, aber die sind definitiv ein echter Faktor. Den kann man auch nicht offen lassen. Und grade wenn man den Strom billig haben will, dann wird die Anlage zum Kostenfaktor und auch der Wirkungsgrad wird massiv in die Knie gehen. Laufend rauf und runter, das mögen diese Anlagen mal gar nicht.
die 75 % sind in einer real ausgeführten Versuchsanlage gemessen worden, das war hier in diesem Forum verlinkt, darum suche ich es nicht noch einmal heraus. Der Trick dabei ist, das die Elektrolyse bei hoher Temperatur weniger Strombenötigt und die Wärme aus der Methanisierung genommen wird.

Auch 5 cent für Windstrom sind keinesfalls unrealistisch: https://www.erneuerbareenergien.de/arch ... 04565.html.

Natürlich wird der Strom im Durchschnitt teurer durch regenerative Energie, da es Zeiten von Strommangel geben wird welche den Preis in die Höhe treiben. Dafür wird es aber auch, wie in dem Video von Herrn Sinn zutreffen beschrieben, häufige Stromüberschüsse geben bei denen der Strom nichts kostet.

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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von ZT_CBG » 17.04.2019 14:31

Prof. Sinn /IFO haben nun auch zum BEV/CNG nachgelegt:

https://www.cesifo-group.de/DocDL/sd-20 ... -04-25.pdf

Ist wohl alles nicht 100% korrekt, aber zum Aufrütteln unserer KeinAuspuffKeineEmission Politikergilde und ihren subventionsgeifernden Claqueuren geeignet?
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von ZT_CBG » 17.04.2019 17:55

Gastra hat geschrieben:
16.04.2019 21:43
Dafür wird es aber auch, wie in dem Video von Herrn Sinn zutreffen beschrieben, häufige Stromüberschüsse geben bei denen der Strom nichts kostet.
Respektive man Geld für die 'Schrottverwertung' erhält ...

Hast Du Dich schon mal mit dem Kværner-Verfahren und Vergasung von amorphem Kohlenstoff beschäftigt?
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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von Gastra » 18.04.2019 07:54

das Kvearner Verfahren ist quasi die Umkehrung der Methanisierung, ich glaub nicht dass dies bei der Kraftstoffbereitstellung weiter hilft.

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Re: Greenpeace Deutschland gegen Power-to-Gas

Beitrag von venator » 11.07.2019 10:39

https://www.zukunft-mobilitaet.net/1698 ... kungsgrad/

Hier ein interessanter Artikel zum Vergleich der verschiedenen Mobilität.

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