wann ist das Ende der Talfahrt?

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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Robert
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Beitrag von Robert » 07.05.2018 18:55

wumpel hat geschrieben:Dummerweise fahren die Schiffe aber mit etwas anderem Treibstoff, als ein PKW, meist billigstes Schweröl, und das verursacht sehr große Umweltschäden durch die Verbrennung.
Warum ist denn das Schweröl so billig?
Richtig, es entsteht bei der Erdöl-/Erdgasförderung als Abfallprodukt zwangsläufig mit.
Nicht schön das Zeug, aber unvermeidbar und eine Verbrennung auf hoher See ist das Umweltschonenste was man damit machen kann.
Oder was willst du damit machen? Im Hafen verklappen?

buendisch
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Beitrag von buendisch » 07.05.2018 19:17

Das ist ja spannend, dass jetzt gegen China und den Schiffstransportverkehr gewettert wird. Die letzten dreißig Jahre scheint das ja kein Problem gewesen zu sein, als die Autos den gegenläufigen Weg von Bremerhaven aus gemacht haben...

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 07.05.2018 22:23

Tscha, vor 30 Jahren war der Wissensstand oder besser das Bewusstsein ein anderes.
Und ich wettere nicht nur gegen den Schiffstransport, sondern ich bin der Meinung, dass der Transport von Wirtschaftsgütern allgemein zu billig ist. Die dadurch anfallenden Gewinne werden in einem sehr kleinen Kreis verteilt, die Kosten für die Beseitigung der Schäden aber auf die Allgemeinheit umgelegt.

Schweröl im Hafen verklappen ist nicht wirklich das, was du oder ich wollen.
Aber überlegen, ob es nicht einen Weg gibt, das Zeug weiter zu veredeln, bis etwas weniger dreckiges herauskommt. Oder wie man die leider unvermeidliche Verbrennung oder deren Endprodukt so sauber macht, dass es deutlich weniger Schaden anrichtet. Funktioniert ja an anderer Stelle auch, es muss nur politisch gewollt sein.

Ich denke, es ist höchste Zeit für dieses Umdenken.
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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 07.05.2018 23:06

Vermutlich wird es hier auch User geben, die mich steinigen wollen. Aber wenn die Verbrennung von Schweröl auf hoher See kein guter Ansatz ist, dann wäre ggf. eine Verbrennung an Land mit mehr oder weniger aufwändiger Filtertechnik die bessere Lösung.

Jedenfalls werden wir wohl kaum wieder zurückkehren zu Segelschiffen für den internationalen Überseehandel. Wobei: Automatische Segel gibt es schon längst für die Frachter und Tanker.

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Gastra
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Beitrag von Gastra » 08.05.2018 09:07

das Gute an der Verbrennung auf hoher See ist, dass die Schadstoffe weit weg von Ballungszentren ausgestoßen werden, außerdem stehen mit Scrubbern eine einfache Möglichkeit für die Luftsäuberung zur Verfügung welche man an Land, mangels Salzwasser, nicht nutzen kann.

Solange man Öl fördert, bleibt die Verwendung von Schweröl als Schiffskraftstoff die einzig sinnvolle Nutzungsmöglichkeit

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 08.05.2018 10:43

Nicht schön das Zeug, aber unvermeidbar und eine Verbrennung auf hoher See ist das Umweltschonenste was man damit machen kann.
Am Besten wäre es das Zeug gar nicht zu verbrennen. Es ist total egal wo das unschöne Zeug verbrannt wird. Wir leben in einem geschlossenen System. Entweder wir hören so schnell es geht auf damit Kohlenstoff zu verbrennen oder wir werden als Menschheit untergehen.
Die einzige Chance die wir haben, ist in einem enormen Tempo die Energiewende zu vollziehen. Und zwar weltweit. Danach müssen vollständige Recyclingketten aufgebaut werden. Über Diesel 4.0 oder Abgasnachbehandlung zu schwafeln, ist Zeitverschwendung.
Da sich CNG scheinbar nicht durchsetzen wird, bin ich immer seltener hier im Forum. Die Diskussionen drehen sich meist im Kreis.

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Beitrag von Gastra » 08.05.2018 15:37

dann fang mal an und lass das Auto stehen und verzichte auf Flugreisen.... Solange wir aber noch fossile Kraftstoffe verbrennen, wir immer Schweröl anfallen, sollen wir das mit Riesenaufwand deponieren?

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 08.05.2018 16:10

Ja was glaubst du was ich mache? Meine täglichen Fahrten absolviere ich fast ausschliesslich mit dem Fahrrad oder der Bahn. Nur in den seltensten Fällen muss ich auf meinen Touran zurück greifen und den betanke ich meistens mit 100% Biogas.
In meinen 44 Lebensjahren bin ich 4mal geflogen und könnte sofort und für immer darauf verzichten.

Das Schweröl könnte wieder ins Bohrloch gepumpt werden. Was sind denn das für Begründungen? Wir müssen es verbrennen weil es eben da ist und wir zu blöd sind andere Lösungen zu finden? Uns fliegt gerade unsere Biosphäre um die Ohren und ich höre und lese allenthalben nur weiter so.
Lesetipp für alle Denkenden: Harald Lesch, „Die Menschheit schafft sich ab“
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Robert
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Beitrag von Robert » 08.05.2018 16:52

JM1374 hat geschrieben: Es ist total egal wo das unschöne Zeug verbrannt wird. Wir leben in einem geschlossenen System.
Wenn du so argumentierst ist es auch egal, ob man man es verbrennt oder nicht. Es war vorher im geschlossenen System und ist hinterher immer noch drin. Leben müssen wir damit so oder so.

P.S.:
Wenn die Menschheit sich nicht abschaffen will dann braucht es als aller erstes eine Maßnahme und die lautet Begrenzung der Köpfe.
Du kannst Energiewende und Co. noch so beherzt anwenden, das verpufft alles vollkommen effektlos, wenn die Menschheit sich weiter vermehrt wie die Kanickel.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 08.05.2018 18:35

Robert hat geschrieben:... Wenn du so argumentierst ist es auch egal, ob man man es verbrennt oder nicht. Es war vorher im geschlossenen System und ist hinterher immer noch drin. Leben müssen wir damit so oder so. ...
Es macht aber einen Unterschied, ob die Plörre 2km unter der Oberfläche, also weit weg von unseren Lungen und unseren lebenserhaltenden Ressourcen ist oder nicht. Je mehr davon ungefördert bleibt, um so besser.

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Beitrag von Heiko » 08.05.2018 20:43


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Beitrag von supercruise » 08.05.2018 21:11

Wo wir gerade bei Transport über See sind. Dreck ist nie gut, auch wenn er weit weg ist.

Was gerne verschwiegen wird. Wenn ein LNG-Transporter (der übrigens auch mit LNG fährt) einen Schiffsbruch erleidet, entweicht das LNG sofort in die Atmosphäre. Auch eine Verunreinigung durch das Wasser ist so nicht möglich. Mit Schweröl oder Diesel sieht das bekanntlich anders aus (Ölpest).

Der Dreck landet in der Atmosphäre, ist und bleibt da.
Und drittens produzieren Diesel-Pkw Ruß und Partikel, die sind aber schwarz und verteilen sich auf der Nordhalbkugel der Erde. Sie fallen also als schwarzer Staub auch auf alle Gletscher und auf das Eis in der Arktis. Wenn bisher weißer Schnee aber plötzlich schwarz aussieht, erwärmt er sich stark: Auch deshalb steigen die Temperaturen in Sibirien und am Nordpol derzeit so stark
https://www.freiepresse.de/WIRTSCHAFT/W ... 202009.php

Kann es sein, dass LNG-Transporter nicht doppelwandig gebaut werden müssen?

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 08.05.2018 21:25

Naja, das Methan hat auch seine schlechten Seiten in der Atmosphäre, so verstärkt es zum Beispiel den Treibhauseffekt.

Also besser verbrennen :cool:
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Beitrag von Robert » 08.05.2018 22:06

Bassmann hat geschrieben: Es macht aber einen Unterschied, ob die Plörre 2km unter der Oberfläche, also weit weg von unseren Lungen und unseren lebenserhaltenden Ressourcen ist oder nicht. Je mehr davon ungefördert bleibt, um so besser.
Komisch, warum zitierst du mich und nicht JM1374?
Der behauptet schließlich, dass es total egal ist, ob das Zeug mitten auf dem Pazifik frerigesetzt wird oder in deinem Wohnzimmer?
Ich übrigens bin da komplett anderer Meinung und sage, bei den meisten Stoffen ist es relevant wo diese freigesetzt werden.
Grade bei den Schadstoffen ist es relevant. Die werden auch weitgehend abgebaut mit der Zeit. Feinstaub z.B. ist auf hoher See vollkommen irrelevant. Das wird niedergeschlagen und gut ist.

Supercriuse ist da total naiv, nein einmal in der Atmosphäre bedeutet nicht, dass es da bleibt.
Die einzige Ausnahme ist CO2. Da ist tatsächlich egal, wo das freigesetzt wird. Bei Methan ist es auch so, aber auch da ist der Spruch falsch, dass es da bleibt. Auch das wird abgebaut (zum CO2-Äquivalenzfaktor=1 ... nämlich zu CO2).

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Beitrag von Bassmann » 08.05.2018 22:14

Bassmann hat geschrieben:
Robert hat geschrieben:... Wenn du so argumentierst ist es auch egal, ob man man es verbrennt oder nicht. Es war vorher im geschlossenen System und ist hinterher immer noch drin. Leben müssen wir damit so oder so. ...
Es macht aber einen Unterschied, ob die Plörre 2km unter der Oberfläche, also weit weg von unseren Lungen und unseren lebenserhaltenden Ressourcen ist oder nicht. Je mehr davon ungefördert bleibt, um so besser.

MfG Bassmann
Mir kam es auf DEINEN Beitrag an, "Leben müssen wir damit so oder so..." Das Vorgeplänkel habe ich mitzitiert, damit man ebenjenen Satz versteht. Und da ist es eben nicht egal, WO sich das Schweröl befindet.

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