Erdgasbusse in Siegburg gestrandet.

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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anacronataff
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Erdgasbusse in Siegburg gestrandet.

Beitrag von anacronataff » 11.03.2018 11:14

Passat EF 1.4TSI DSG MJ02/2010: 235500km (2204km wg Tanken), 5.49 €/100km, Gesamt: 28.29 €/100km * Service Intervalle * CNG-Reichweiten * CNG-Tankrekorde mit 21kg Tanks * Fotos und eigene POI's mit Navigon

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 11.03.2018 20:45

Na also! Hat doch geklappt mit der Erdgasfahrer-Solidarität.

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
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(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer 35kW, 600ccm Yamaha Fazer ABS 72kW
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Lippstaedter
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Beitrag von Lippstaedter » 02.04.2018 18:16

Tolle Geschichte.
Und jeder der Busse mehr als eine Million runter, und zwar umweltfreundlich.
Und die fahren jetzt in Bosnien mindestens nochmal soviele Kilometer.
Da sollten sich unsere Städe und Gemeinden mal eine Scheibe von abschneiden.

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dridders
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Beitrag von dridders » 03.04.2018 11:29

wobei es ziemlich blauaeugig ist mit so einer Flotte einfach mal drauf los zu fahren ohne vorher bis in letzte Detail geplant zu haben. Immerhin sind die Kisten monovalent. Es wurden ja anscheinend keine Zahlungsmodalitaeten abgeklaert, Verfuegbarkeit damit vermutlich also auch nicht... weder Defekte noch Kapazitaet der Tanke, denn wenn da mal 5 Busse auf einen Schlag vollgetankt werden wollen duerften viele Tanken die Segel streichen. Und ob die Reichweite der Busse ueberhaupt vorher bekannt war?
Anschliessend von da bis Wuerzburg mit 60kg duerfte fuer die Busse dann auch arg an der Grenze gewesen sein

Sinniger waers wohl gewesen wenn man die Dinger vor Ort einfach vollgetankt auf ein paar Gueterwagen gestellt und zu Hause wieder abgeladen haette. Umweltfreundlicher waers auch gewesen. Nur wohl nicht billiger. Und das ist schon traurig und verquer.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 03.04.2018 13:35

ich glaub kaum dass ein Transport per Bahn umweltfreundlicher gewesen wäre, dazu wäre vermutlich ein Sonderzug bis Bosnien erforderlich, bestehend aus einem rund 20 t schweren Waggong für einen rund 10 t schweren Bus in Verbindung mit einer 80 t schweren Lok. Letztere wäre vermutlich eine Diesellok geworden, da unterwegs verschiedene Stromnetze genutzt werden müssen und möglicherweise nicht der ganze Weg vollständig elektrifiziert ist. Von der CO2 Bilanz und der Schadtstoffbilanz wäre

Dazu müsste ein Schwerlastkran angemietet werden zu be und Endladen, das wäre zusammen sicher teurer als der Kaufpreis der Busse.

Von der CO2 Bilanz ganz bestimmt keine großartige Lösung, von den Kosten her onehin untragbar.

Man hätte die Busse allerdings in Regensburg auf ein RoRo Schiff verladen können, diese fahren regelmäßig die Donau hinunter, das hätte eher Sinn gemacht.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 03.04.2018 20:32

Ach, wenn so ein Güterzug erst einmal Fahrt aufgenommen hat, dann ist der Energieaufwand für das Beibehalten der Reisegeschwindigkeit gar nicht mehr so groß.

Der Trick an der Geschichte dürfte der sein, dass es völlig egal ist, wie lange die Fuhre auf eigener Achse unterwegs war, die Löhne sind da zu niedrig, als dass irgend ein anderes Transportmedium konkurrenzfähig werden könnte.

MfG Bassmann
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Gastra
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Beitrag von Gastra » 04.04.2018 09:05

Man müsste erst mal geeignete Flachwagen auftreiben, diese zu einer der wenigen verbliebenden Fahrzeugrampen (Überbleibsel von Autoreisezügen oder der Bundeswehr), die Busse verladen und dann einen Sonderzug mit nur 5 Waggons und Diesellok (wegen zahlreicher verschiedener Stromsysteme und des knappen Angebots an Mehrsystemloks) nach Bosnien fahren lassen (wo es im Idealfall Rampen mit der gleichen Höhe gibt). Das ist nicht nur unbezahlbar, sondern mit Sicherheit auch nicht umwelfreundlicher. Ein solcher Zug zu würde sicher 3x so viel wiegen wie die Busse und müsste als nicht fahrplanmäßiger Zug häufig anhalten für Überholungen. Von Bosnien aus müsste der Zug dann sicherlich leer wieder zurückfahren.

Das bedeutet, 3x so viel Gewicht, mehr als die doppelte Wegstrecke (zu den Rampen, Anlieferung der Waggongs und Lok etc.) und Dieselantrieb statt Erdgas (und das bei Bussen die wahrscheinlich nicht mehr als 10.000 € gekostet haben).Ökologisch und ökonomisch ziemlich daneben…

Ein Schiffstransport mit Roro Schiffen von Passau aus wäre evtl. eine Alternative, ich weiß aber auch nicht ob die noch fahren

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dridders
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Beitrag von dridders » 04.04.2018 09:23

Wagen mietet man einfach an, die kauft sich keiner fuer so eine Tour. Du kaufst ja auch keinen LKW nur um ein Paket transportiert zu bekommen. Im Gegenteil, du beauftragst jemanden der das tagtaeglich macht. Und es wird wohl kaum jemand auf den Trichter kommen extra fuer 5 Busse einen Zug zusammen zu stellen. Die werden am Verladebahnhof in den naechsten Zug in die richtige Richtung eingereiht und an den passenden Gueterbahnhoefen in die naechsten Zuege umrangiert. Das ist wohl auch das einzige wo Diesel zum Einsatz kommt, fuer die Rangierloks. Unterschiedliche Stromsysteme sind ja nunmal ueberhaupt kein Hinderniss und erstrecht kein Grund mit Diesel im Gueterverkehr zu fahren. An den Laendergrenzen wird gerne eh an eine Gesellschaft aus dem Nachbarland uebergeben, und dementsprechend einfach umgespannt. Wobei im grenzueberschreitenden Gueterverkehr wohl in der Tat auch immer haeufiger Mehrsystemloks zum Einsatz kommen.
Zum Verladen: selbst wenn du nicht per Rampe sondern per Kran verladen musst: wie glaubst du kommen die ganzen Pritschen und Container etc. auf die ganzen Gueterwagen? Genau, mit fest installierten Krananlagen. Dafuer rueckt definitiv kein Autokran an.
Und ohne Fahrplan faehrt uebrigens kein einziger Zug. Ob er dann haeufig ueberholt wird oder nicht ist auch nur eine Frage der gebuchten Trasse, mit einer Expresstrasse wird dafuer ggf. sogar ein ICE an die Seite gestellt. Die wird sich nur keiner fuer so eine terminlich unwichtige Fracht leisten. Mit welchem Vorlauf die Trasse gebucht wird spielt dabei keine grosse Rolle.

Schiffstransport von Pasau aus hingegen ist Humbug. Willst du das Personal also nach Deutschland schicken, damit es die Busse da einmal quer durchs Land karrt, mit bereits allen Problemen bei der Versorgung, und dann entweder das Personal ewig mit aufs Schiff stecken, oder wieder auf dem Landweg zurueck karren? Oder sollen "unbezahlbare" deutsche Fahrer die Busse da runter karren?

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Beitrag von Gastra » 04.04.2018 10:57

Du stellst Dir das Ganze zu einfach vor, was glaubst Du wieviele Züge regelmäßig zwischen Bosnien und Deutschland pendeln? Bahnverkehre finden fast nur noch mit Ganzzügen statt, einen Zug dreimal zu zerlegen und neu zusammenzustellen um damit 5 Waggongs nach Bosnien zu kriegen tut sich die Bahn nicht mehr an. Die Rangierbahnhöfe sind daher zum größten Teil stillgelegt (außer die ganz großen Zentren zwischen denen Ganzzüge verkehren)

Neben verschiedenen Stromsystemen (die immer noch problematisch sind) gibt es auch noch verschiedene Sicherrungssysteme die für häufige Lokwechsel sorgen.

Container und auch viele Sattelschlepperanhänger (Auflieger) sind extra mit Aufnahmepunkten für die Kranverladung ausgerüstet und werden auf spezielle Waggongs veraden welche nur für Container oder Auflieger geeignet sind (da darf der Radstand nicht großartig anders sein. Busse und ganz besonders Gelenkbusse hebst Du mit einem vorhandenen Portalkran nicht so einfach an und ein Schwerlastkran zu mieten ist teuerer als die 5 Busse zusammen.

DIe Bahnwaggongs müssen in jedem Fall wieder zurück, und wenn keine Fahrzeuge von Bosnien importiert werden (mehr als wahrscheinlich), bleiben die auf der Rückfahrt leer.

Das Personal musst eh nach Rotterdam und wieder zurück, ich glaube kaum, dass Fahrer von den Stadtwerken Touren zu irgendwelchen Verladestationen unternehmen werden, insofern würde das nicht speziell gegen einen Schiffsversand sprechen.

Fazit, die Bosnier haben die einzig bezahlbare und umweltfreundlichste Transpotmethodegewählt.

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dridders
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Beitrag von dridders » 04.04.2018 11:12

Wer ist denn bitte fuer dich "die Bahn"? Wenn du von der Deutschen Bahn AG (oder eher DB Cargo oder wie sie sich aktuell schimpfen) sprichst: kein Problem, gibt auf dem Sektor ja jede Menge private.

Und die Sicherungssystem sind uebrigens sogar ein Argument gegen deinen Diesel-Humbug, denn auch die Dieselloks haben nicht einfach alle auf der Welt verfuegbaren Sicherungssysteme an Bord. ;-)

Und ich hab niemanden gelesen der den Bus auf deinen Tragtaschenwagen laden wollte, kannst du mir die Stelle bitte zitieren?

Und natuerlich erschreckend diese Laender, die immer nur importieren aber nie exportieren. In Bosnien muessen sich ja die Autotransporter stapeln, die alle nicht von da zurueck kommen weil es von da keine Fracht gibt. Deswegen werden ja auch bekanntlich alle Neuwagen auf eigener Achse nach Bosnien gebracht. Schade das auf so einen Flachwagen nicht nur Fahrzeuge passen...

In Deutschland gibts natuerlich auch nur bei den Stadtwerken Busfahrer die einen Bus ohne Personen fahren duerfen... oder halt importierte Bosnier. Dafuer kann man sich problemlos Personal anmieten das den Job uebernimmt, nur macht es bei den Kosten nunmal einen bedeutenden Unterschied ob ich gleich die doppelte Menge fuer einen deutlich laengeren Zeitraum braucht um die Busse quer durch Deutschland zu karren, oder bis zum naechsten passenden Gueterbahnhof.

Fazit: die Bosnier haben sicherlich die billigste, aber keinesfalls die umweltfreundlichste Methode gewaehlt. Aber die Busse wurden ja auch nicht gekauft weil sie umweltfreundlich, sondern weil sie billig sind.

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Beitrag von Gastra » 04.04.2018 11:34

Du schriebst:"selbst wenn du nicht per Rampe sondern per Kran verladen musst: wie glaubst du kommen die ganzen Pritschen und Container etc. auf die ganzen Gueterwagen? Genau, mit fest installierten Krananlagen. Dafuer rueckt definitiv kein Autokran an."

Mit den fest installierten Krananlagen lassen sich keine Gelenkbusse anheben und auch keine normalen Busse, weil es dort keine genormten Aufhängungspunkte gibt wie an verladbaren Aufliegern oder Containern. Es gibt sicher Transportgestelle mit denen eine Fahrzeugverladung möglich ist, aber sicher nicht für Gelenkbusse in Verbindung mit Standartportalkränen. Davon abgesehen, man muss dafür erst mal eine Lok zu den Waggongs bringen, damit die Gestelle abholen, damit zu einem geeigneten Kran fahren, zwischenzeiitlich Fahrer zu den Bussen bringen, dann die Busse anliefern lassen, die Busse verladen, die Fahrer wieder wegbringen und das Ganze in Bosnien auf ein Neues enorm effektiv das Ganze...

Bei den Fahrzeugtransporter bleibt einen nichts anderes übrig als leer wieder zurückzufahren, ebenso mit den Eisenbahnwaggons, aber bei den Bussen halt nicht! Den Vorteil der halben Wegstrecke (und den Entfall zur Bereitstellung der Waggons und Lokomotiven) kannst Du durch einen vermeindlich umweltfreundlichern Bahntransport nicht kompensieren, die zusätzliche Fahrerei (Bereitstellung Loks, Waggons, Personal, Kran, Lagegestell etc.) führt das Ganze eh ad Adsordum!

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dridders
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Beitrag von dridders » 04.04.2018 11:53

Also Fazit:
nach Bosnien sollte man besser alles auf eigener Achse hinkarren, denn ansonsten muesste man ja alles leer wieder da raus schaffen. Das einzige was da exportiert wird sind Busfahrer.

Fazit 2:
welcome back HJB. Der konnte auch nicht lesen und hat versucht alles zu verdrehen.

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Beitrag von Gastra » 04.04.2018 12:02

Dir scheinen die Argumente auszugehen....

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dridders
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Beitrag von dridders » 04.04.2018 12:08

nur die Lust mit dir sinnlose Diskussionen zu fuehren

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Beitrag von Gastra » 08.04.2018 09:25

Warum schaffst Du nicht konsequenter Weise Dein eigenes Auto ab, wenn Du von den armen Bosniern erwartest jeden möglichen Aufwand zu treiben um Straßenverkehr zu vermeiden?

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