DIESEL 4.0

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 02.05.2018 14:30

Weil es in entsprechenden Bereichen, zumindest aktuell und die nächsten Jahre, keine Alternativen gibt.
Da kann man vom 40-Tonner sich abwärts hangeln. Du bekommst den Güterverkehr nicht so schnell umgestellt (vor allem auf was?). Und klar kann man darüber streiten, ab welchem Punkt es sinnvoll ist, Alternativen zum Diesel zu wählen, aber beim schweren Güterverkehr gibt es aktuell definitiv keine Alternativen.
Klar gibt es Alternativen zum Diesel. Auch und vor allem beim Güterverkehr. Das ist eine Frage der Prioritäten. Deutschland hat sich schon vor Jahrzehnten für den LKW entschieden mit all den bekannten Problemen. Es wäre billiger und besser gewesen den Güterverkehr auf der Schiene zu belassen. Wenn man denn wollte, kann man immer noch umsteuern und wieder vermehrt Güter auf der Schiene transportieren. Logisch das das nicht von heute auf morgen passiert. Aber momentan laufen die Bestrebungen in entgegen gesetzter Richtung. Immer mehr Transporte werden von der Schiene auf die Strasse verlagert. Nicht zuletzt durch Lohndumping bei den Speditionen. Ich würde den Job eines LKW Fahrers nie machen wollen. Schon gar nicht für den mickrigen Lohn. Trotzdem scheint es keinen Mangel an LKW Fahrern zu geben. Ganz im Gegensatz zum Lokführer. Der wird besser bezahlt, hat bessere Arbeitsbedingungen und viel zu wenige wollen das machen. Der meistgesuchte Facharbeiter seit Jahren in Deutschland. Und dabei kann ein Lokführer bis zu 30 LKW Fahrer ersetzen.

Die zweite Alternative ist wie schon erwähnt Erdgas. Bis die Batterietechnik so weit ist, könnte man damit ein Problem wenigstens ein Stück weit entschärfen. Und auch das ist nur eine Frage des Wollens und nicht des Könnens.
Am Diesel fest halten und den als alternativlos hinstellen ist dumm und faul. Klar wird man den Diesel nicht in nächster Zeit abschaffen können. Aber man kann aufhören noch sinnlos Geld in seine Weiterentwicklung zu stecken. Der Zug ist abgefahren.
Da sich CNG scheinbar nicht durchsetzen wird, bin ich immer seltener hier im Forum. Die Diskussionen drehen sich meist im Kreis.

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Robert
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Beitrag von Robert » 02.05.2018 22:21

JM1374 hat geschrieben:Es wäre billiger und besser gewesen den Güterverkehr auf der Schiene zu belassen.
Das ist eine Behauptung, die ich aber für unbelegt halte.
Die Verlagerung von der Schine weg auf die Straße, hat aus meiner Sicht die Gründe der Geschwindigkeit, der Flexibilität und am Ende auch der Kosten. Warum meinst du denn wird verlagert? Einfach nur behaupten alle Spediteure in diesem Land sind dumm und vor allem interessieren sie sich nicht für Kosten, ist mehr akls naiv oder eher verblendet.

Und welche guten Gründe sprechen denn für CNG/LNG im Fernverkehr?
Die Schadstoffe sind beim LKW erstens im Griff und zweitens überland nicht wirklich relevant.
Die Effizienz ist beim Diesel klar höher als beim Erdgas-Ottomotor, weniger CO2, weniger Klimawandel, weniger Energieeinsatz.
Nenne mir doch bitte den tollen Vorteil beim 40-Tonner im Fernverkehr warum der statt dem Dieselprinzip aufs Erdgas-Otto-Prinzip umsteigen sollte?

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 03.05.2018 20:55

Das ist eine Behauptung, die ich aber für unbelegt halte.
Es wäre super wenn du deinen gesunden Menschenverstand einschalten würdest und ein bisschen Konsequenz an den Tag legst. Anstatt hier den Forentroll zu geben.
Es wird verlagert weil wir eine starke LKW Lobby im Land haben. Die wollen LKW verkaufen. Wenn es keinen Schwerlastverkehr auf der Strasse gäbe, wären die Erhaltungskosten sehr viel niedriger. LKW Güterverkehr rechnet sich nur weil er durch die PKW Einnahmen quer subventioniert wird. Geschwindigkeit und Flexibilität wird nur durch die Ausbeutung der LKW Fahrer erreicht. Man muss schon ziemlich zynisch drauf sein umso einem System etwas Gutes abzugewinnen.

Zweiter Punkt, einerseits lobst du die Effizienz des Diesels und andererseits behauptest du die Verlagerung von der Schiene auf die Strasse wäre besser. Wo doch die Energieeffizienz der Eisenbahn um ein Vielfaches besser ist als bei jedem Diesel. Ja was denn nun? Wenn du auf Effizienz setzen willst, kommst du an der Eisenbahn nicht vorbei.
Und jetzt lass mich in Ruhe.
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Robert
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Beitrag von Robert » 03.05.2018 22:09

JM1374 hat geschrieben: Zweiter Punkt, einerseits lobst du die Effizienz des Diesels und andererseits behauptest du die Verlagerung von der Schiene auf die Strasse wäre besser.
Dieses undefinierte "besser" kommt von dir, ich mag das übrigens berhaupt nicht, aber du wirfst es hier munter durcheinander.

Ich diffenziere im Gegensatz zu dir und eigentlich wiederhole ich mich nur.
Fall eins, Schiene vs. LKW:
Die Schiene ist Vorteilhaft bei der Energieeffizienz, aber nachteilhaft bei " Geschwindigkeit, der Flexibilität und am Ende auch der Kosten". Und nein, die paar Euro die Lokführer und LKW-Fahrer trennen sind es nicht. Geschwindigkeit und Flexibilität bedingen natürlich am Ende auch Kosten.

Fall zwei:
Nur LKW betrachtet:
Erdgas-LKW vs. Diesel:
Bei Effizienz und Kosten (Kosten vor allem aufgrund der geringeren Nutzlast) sehe ich bei LNG/CNG höher. Der Wirkunsgrad beim Energieumsatz ist der Diesel besser. Fahrer und den Rest ... identisch.

Jetzt freue ich mich auf echte Argumente.

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dridders
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Beitrag von dridders » 04.05.2018 11:38

Bei der Geschwindigkeit könnte die Schiene durchaus mithalten, wenn man das wollte. Selbst im Einzelwagenverkehr, indem man z.B. bei den Güterwagen mal automatische Kupplungen einführen würde. Damit wäre der Zeit- und Personalaufwand da wesentlich geringer. Die Geschwindigkeiten wenn die Sachen unterwegs sind sind eh höher.

Bei den Kosten ist es ein Politikfaktor. Bei der Schiene zahlst du halt die ganze Infrastruktur über die Trassenkosten, bei der Straße kommt die Maut da bei weitem nicht ran.
Bei der Schiene hast du wie schon geschrieben wurde auch weniger Lohndumping, da du nicht einfach einen Lokführer als "Billiglohnländern" hier fahren lassen kannst, im Gegensatz zur Straße.

Wenn es politisch gewollt wäre könnte die Schiene durchaus sehr konkurrenzfähig sein, aber dafür wären Investitionen nötig. Außerdem dürftest du dich mit den Bürgern auseinander setzen, denn es würde mancherorts einen deutlichen Ausbau des Netzes bedeuten, da ansonsten keine Kapazität mehr existiert. Schon jetzt sind manche Strecken da ja am Limit. Einen Ausbau bekommst du politisch aber kaum durch, gerade für Güterstrecken... da laufen sofort hunderte Bürgerinitiativen Sturm. Wenn überhaupt werden Hochgeschwindigkeitsstrecken akzeptiert... aber auch nur wenn der ICE dann einen Halt am eigenen 500-Einwohner-Dorf einlegt.

"Witzig" sind Lösungen wie die Oberleitung für die Straße. Da wird halt versucht sich die Vorteile der Schiene zu nehmen, plus die Vorteile der Straße... wobei man Vorteile hier aus rein wirtschaftlicher Sicht sehen muß. Denn natürlich übernimmt man nicht die Sicherungstechnik, nicht das ausgebildete Fachpersonal, etc.

Robert
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Beitrag von Robert » 04.05.2018 20:36

dridders hat geschrieben:Bei der Geschwindigkeit könnte die Schiene durchaus mithalten, wenn man das wollte.
....
Bei den Kosten ist es ein Politikfaktor. Bei der Schiene zahlst du halt die ganze Infrastruktur über die Trassenkosten, bei der Straße kommt die Maut da bei weitem nicht ran.
Um die Geschwindigkeit zu steigern, müsste man die Kapazitäten massiv ausbauen und auch an anderen Stellen extrem viel Geld in die Hand nehmen.

Ansonsten wurde für Autobahnen und Bundesstraßen (zusammen) in den letzten Jahren ungefähr so viel ausgegeben, wie durch die LKW-Maut eingenommen wurde. Aber die Straßen sind nur in der Minderheit mautpflichtig und vor allem nutzen auch PKW massiv diese Straßen.
Sprich die Maut überfinanziert das Fernstraßennetz bereits heute. Wo man da also bei den Straßen nicht ran kommt, ist mir rätselhaft.
Die Schiene ist einfach nicht konkurrenzfähig was die Kosten angeht, zumindest bei den meisten Gütern. Und das liegt wirklich nicht an einer "Subventionierung" oder was auch immer des Straßenverkehrs.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 04.05.2018 22:37

Ein vollbeladener LKW belastet die Straße in einem Maß wie 60.000 PKW. Also was soll der Hinweis auf die PKW?

Warum sonst gibt es dieses Hickhack um die Leverkusener Rheinbrücke, die für KFZ über 3.5t gesperrt ist?

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer 35kW, 600ccm Yamaha Fazer ABS 72kW
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von Robert » 05.05.2018 13:21

Gäbe es nur LKW, müssten dann etliche Autobahnen von zwei auf drei Spuren ausgebaut werden?
Nein, das mancht man auch für die PKW.

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Beitrag von Cohni » 05.05.2018 16:57

Ich finde die Geschichte wird etwas zu schwarz/weiß gesehen und ich glaube ein Mittelweg wäre am klügsten.

Den Weg, den unsere Alpenlandnachbarn gehen, finde ich da durchaus interessant, auch wenn man natürlich nicht alle Lösungen von einem Land auf das andere übertragen kann.

Mehr LKW auf die Schiene...kein schlechter Ansatz, wie ich finde.

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoo ... b-100.html

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Beitrag von JM1374 » 05.05.2018 17:42

Mehr LKW auf die Schiene...
Die RoLa ist nach dem Unimodalen LKW Verkehr die zweitschlechteste Möglichkeit Güter zu transportieren. Besser ist es nur den Sattelauflieger, die Container oder Stückgut mit der Bahn zu transportieren.
Hier ist eine gute Zusammenfassung wie der alpenquerende Verkehr am besten bewältigt werden kann.
https://www.alexandria.unisg.ch/35791/1 ... erkehr.pdf
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Gastra
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Beitrag von Gastra » 05.05.2018 18:40

der effizienteste Inlandstransport ist immer noch das Binnenschiff, kein anderer Verkehrsträger stößt weniger CO2 aus. Die transportie.rte Frachmenge ist auch nicht viel niedriger als die der Bahn, dabei gibt es kaum Lärm und dank fehlendem Abrieb auch sehr wenig Feinstaub.

Der Einsatz von LNG ist bei Binnenschiffen auch leichter zu realisieren als bei LKW, man benötigt relativ wenige Tankstellen (Bunkerstellen) mit großem Umsatz und guter Anbingung an die Seehäfen.

Robert
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Beitrag von Robert » 05.05.2018 20:43

Gastra hat geschrieben:der effizienteste Inlandstransport ist immer noch das Binnenschiff, kein anderer Verkehrsträger stößt weniger CO2 aus. Die transportie.rte Frachmenge ist auch nicht viel niedriger als die der Bahn, dabei gibt es kaum Lärm und dank fehlendem Abrieb auch sehr wenig Feinstaub.
Aber das Binnenschiff ist noch langsamer, noch weniger flexibel.
Und das Streckennetz ist noch begrenzter (und auch nicht ausbaubar).

Man kann Schiff und Bahn toll finden, aber die werden nicht den Joghurt in den Supermarkt bringen ;).

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dridders
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Beitrag von dridders » 05.05.2018 21:14

wenn du danach gehst, dann brauchen wir nur noch PKWs, denn weder Schiff noch Bahn noch Flugzeug noch LKW bringen mir den Joghurt nach Hause.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 06.05.2018 11:27

Robert hat geschrieben:
Gastra hat geschrieben:der effizienteste Inlandstransport ist immer noch das Binnenschiff, kein anderer Verkehrsträger stößt weniger CO2 aus. Die transportie.rte Frachmenge ist auch nicht viel niedriger als die der Bahn, dabei gibt es kaum Lärm und dank fehlendem Abrieb auch sehr wenig Feinstaub.
Aber das Binnenschiff ist noch langsamer, noch weniger flexibel.
Und das Streckennetz ist noch begrenzter (und auch nicht ausbaubar).

Man kann Schiff und Bahn toll finden, aber die werden nicht den Joghurt in den Supermarkt bringen ;).
die Bahn legt ihre einst zahlreichen Anschlüsse fast alle nach und nach still. Übrig bleiben werden nur Großkunden und einige große Güterverteilzentren, das verringert den Vorteil bei Flächenabdeckung gegenüber dem Binnenschiff erheblich.

Flexibler als die Bahn sind die Schiffe mit Sicherheit, ein Transport von Erdgasbussen von Deutschland nach Bosien (wie hier gehabt) ließe sich per Schiff sicher viel leichter realisieren als per Bahn, ganz ohne Fahrplankonflikte und Grenzmodalitäten fährt ein Schiff von einem Hafen zum anderen. Dafür stehen hunderte Unternehmen zur Verfügung...

Auszubauen gäbe es durchaus vieles, aber die Politik investiert lieberin die Bahn, die hat die stärkere Lobby

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JM1374
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Beitrag von JM1374 » 06.05.2018 13:07

...aber die Politik investiert lieber in die Bahn, ...
Die Politik investiert fast nur beim Strassenbau. Die Bahn gegen das Schiff auszuspielen ist genauso bescheuert wie der Kampf CNG versus LPG.
Es geht doch darum Alternativen zum Diesel zu finden. Bahn und Schiff oder CNG und LPG sollten zusammen arbeiten und Synergyeffekte nutzen.
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