CNG günstigste Antriebsform?

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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Gulbenkian
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CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gulbenkian » 01.11.2018 22:16

Gastra hat geschrieben:
01.11.2018 17:42
also bei sind die Kraftstoffkosten mit Abstand der größte Posten (mind. 50 %), da ich nie viel Geld für Alltagsfahrzeuge ausgebe.
Bei 15tkm im Jahr sind die Gaskosten dein größter Kostenblock? Versicherung, Steuern, Abschreibung, Wartung&Reparaturen... In Summe ist das normalerweise der weit größere Block. Bei knapp 18tkm in den letzten 12 Monaten habe ich nur knapp 830€ für Gas ausgegeben. Da ist die Abschreibung allein schon höher.

Wer sich für 20k€ ein Auto kauft und meint, mit 4,50€/100km günstigst unterweg zu sein, sollte mal anfangen zu rechnen. Einen Stromer mit 15kWh Verbrauch kosten 100km unter 3€. DIe Anschaffung unterschlagen beide Seiten gern.
Billiger als mit CNG kann man nicht unterwegs sein, höchstens wenn man selber altes Speiseöl filtert und heimlich vertankt oder mit Heizöl fährt...
Jemand der einen Neuwagen, oder sehr jungen Gebrauchten kauft, wird kaum billig unterwegs sein. Schön, wenn man sich über niedrige Spritkosten freuen kann. Aber richtig gerechnet dämmert es schnell.
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metallian
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von metallian » 01.11.2018 22:36

Was den reinen Fahrbetrieb betrifft, ist Strom und gleich danach das CNG-Mobil am günstigsten.
Alles andere kann nur individuell errechnet werden.
Die Dummheit ist die einzige Krankheit, an welcher nicht der Befallene, sondern seine Umwelt leidet.

Gastra
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 01.11.2018 22:45

Die Anschaffungskosten waren 2300 €, gefahren bin ich damit bis jetzt etwa 70.000 km, ich gehe aber davon aus dass es noch einige mehr werden. Als Restwert nehm ich einfach mal 1500 an. Das macht ca. 800 € Abschreibung und ca. 3000 € Sprit. Ansonsten drei mal Ölwechsel (29€) und eine große Reperatur (Zylinderkopf überholen mit neuen Sitzrungen und Ventilen + neue Kupplung mit ca. 1500 € und viel Eigenleistung).

Wo soll da ein Stromer günstiger sein? Länger als 10 Jahre hält keine Batterie und selbst das ist nur bei Batterien mit großer Reichweite (ca. 400 km) erreichbar. Ich denke ich werde mit meinem noch 4 Jahre und 80.000 km fahren, wenn nicht alles total schief läuft, dann kommt da so eine teure Reperatur nicht noch mal.

Das ich das Getriebe auf Diesel umgebaut habe kann man jetzt rechnen wie man will, ich seh's als Hobby, wobei sich die Umbaukosten (500 €) innerhalb 100.000 km amortisieren, das bekomm ich wahrscheinlich noch hin (20.000 hab ich schon).

Auch ja, Versicherung (nur Kasko) weiß ich nicht mehr, um die 300 € und Steuer waren unter 200 mein ich. Die Versicherung wird für nen Stromer auch nicht billiger sein...
Zuletzt geändert von Gastra am 01.11.2018 22:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 01.11.2018 22:47

noch vergessen, neuwertige Sommerreifen bei e-bay für 101 € gekauft (Continental eco contact) und für 50 € bei nem bekannten Schrauber montiert bekommen.

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Gulbenkian
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gulbenkian » 01.11.2018 22:54

Es geht hier nicht um Deine individuellen Kosten. ;-) Es geht darum, dass zu häufig alle anderen Kosten, außer Sprit, gern außen vor gelassen werden. Da wird über 10cent Preiserhöhung an der Tankstelle geächzt, bei großen Reparaturen (GDR, Tanks, Düsen, Tankventile) aber nicht CNG infrage gestellt.
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 01.11.2018 23:20

Du übersiehst das andere Antriebsformen ebenfalls teure Reperaturen haben können z.B. hier

https://www.youtube.com/watch?v=o7flseQ-tJs

mechanische Systeme können relativ gut außerhalb von teuren Vertragswerkstätten instandgesetzt werden, das sieht bei Hochvoltkomponenten ganz anders aus. Mechanische Komponenten sind zudem vergleichsweise billig (ein kompletter Ottomotor mit Turbo und DI kostet im Schnitt deutlich unter 2000 €).

Mal abgesehen davon, die übliche Auslegung ist 98% Überlebendswahrscheinlichkeit über 240.000 km und 10 Jahre (hab auch schon zusätzliche 90% für 350.000 km bei PSA gesehen) darauf werden sich die hochpreisigen E-Kisten ebenfalls ebenfalls einstellen (müssen).

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Bassmann » 02.11.2018 01:33

Der allseits geliebte und geachtete ADAC hat ja aktuell gerade einen Vergleich veröffentlicht.

Blöderweise kommen da keine CNG-Autos vor, obwohl sich das eigentlich aufgedrängt hätte.

Offenbar ist CNG als Kraftstoff noch nicht einmal in den Köpfen der Professionals angekommen.

Da beginnt man automatisch mit dem Kopfschütteln...

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer 35kW, 600ccm Yamaha Fazer ABS 72kW
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von buendisch » 02.11.2018 09:41

Wenn man die Spritpreise außer Acht lässt, ist ein CNG-Auto als Neuwagen doch recht einfach mit dem meist ähnlichen Beziner zu vergleichen. Unterschiede ergeben sich dann (nur) noch durch diese Faktoren:
  • höherer Anschaffungspreis
  • ggf. Fördermöglichkeit der Anschaffung durch Gasanbieter
  • ggf. etwas günstigere Versicherung
  • günstigere Kfz-Steuer
  • prinzipiell höhere Reparaturkosten, da mehr kaputt gehen kann
  • ggf. höhere Wartungskosten, da kürzere Intervalle
  • höhere TÜV-Gebühren durch zusätzliche Prüfung
Bis auf die individuell sehr unterschiedlich ausfallenden Reparaturkosten kann man das alles doch recht einfach in Euro umrechnen, nur habe ich dazu keine Lust, auch weil ich CNG nicht aus kostentechnischen Gründen fahre.

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Erdgaser_62 » 02.11.2018 09:56

Hallo zusammen,
ich befasse mich gerade mit einer Neubeschaffung.
In unserem Haushalt haben unsere drei Fahreuge und der Dienstwagen vier Treibstoffsorten: Diesel, Benzin, Autogas, Erdgas.

Ich kalkulier in drei Blöcken: "stehende Kosten": Versicherung, Steuer,Wertverlust, "fahrende Kosten": Treibstoff, Reifen; und "Wartung": alles was die Werkstatt verrechnet.
Unter dem Strich sind die dann gleich: was bei einem in die Vollkasko fließt (CNG) sind beim anderen die Werkstattkosten (LPG) und beim nächsten der Treibstoff (Benzin) oder der Wertverlust. Die Vor-ab Kalkulation wird halt immer durch die unvorhergesehenen Kostenpunkte versaut.

Jetzt würde ich gerne einen Hyriden kaufen: erstmal günstig in den beiden Positionen Steuer und Treibstoff, dann kommt später irgendwann die Position "neue Batterie".
Ich hätte hier nur einen moderaten Aufpreis zur "normalen" Ausführung und spare dann für später die Batterie über die niedrigen Stromkosten an. Auch der Strompreis steigt.
Oder warten auf die neuen CNG-Fahrzeuge und hoffen dass unsere CNG-Tankstellen nicht schließen,
oder erstmal mit dem Menge schwimmen und einen normalen Benziner nehmen:
Geld wird man so oder so los.
Die Tabellen vom ADAC nehm ich gerne nur als Anhaltspunkt: was nutzt mir der geringe Wertverlust von einem Fahrzeug von einem rumänischen Hersteller wenn ich den nicht fahren will.
Grüße
Erdgaser_62

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von xl8lx » 02.11.2018 10:28

Die Batteriemietpreise bei Renault zum Beispiel sind extrem hoch und stehen in keinem Verhältnis zum Erdgasfahren.
Leider versteckt Renault diese kosten, so dass sie nicht auf die schnelle zu ergoogeln sind!
11.) Seat Leon TGI | 10.) Volvo V40 | 9.) Fiat Tempra | 8.) Opel Kadett | 7.) Fiat Tempra | 6.) VW "Post-Golf" | 5.) Volvo 745 | 4.) Volvo 245 | 3.) VW Golf II | 2.) Simson Schwalbe | 1.) Opel Corsa

c.) Skoda Octavia G-Tec | b.) Jaguar x-Type | a.) Citroen C3

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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 02.11.2018 12:20

Die E-Motoren von Tesla scheinen jedenfalls nicht besonders langlebig zu sein:

https://tff-forum.de/viewtopic.php?f=58&t=7928&start=10

mein CNG Motor hat rund das 3 fache der E-Motorenlebendsdauer herunter... Frequenzumrichter halten übrigends auch nicht ewig, selbst beim harmlosen Solaranlagen ist von 10 bis max. 20 Jahren die Rede. Bei diesem Einsatzfall gibt es keine hohen Spitzenleistungen, zumeist keine extremen Temperaturen und Gewicht spielt keine Rolle.

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Gulbenkian
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gulbenkian » 02.11.2018 15:15

xl8lx hat geschrieben:
02.11.2018 10:28
Die Batteriemietpreise bei Renault zum Beispiel sind extrem hoch und stehen in keinem Verhältnis zum Erdgasfahren.
Extrem hoch würde ich so nicht sagen und versteckt ist das auch nicht gerade, einfach Batteriemiete in das Suchfed auf der Renaultseite eingeben. Am Ende ist es nur eine verkappte Batterieversicherung. Man kann den Zoe auch mit Kaufbatterie erwerben, den Nissan Leaf z.B. auch.

Dafür rosten bei einem Elektroauto nicht nach 8 Jahren die Gasflaschen, oder die Tankventile geben den Geist auf. Dafür kann man lange Batteriemiete zahlen.

Was für einen die günstigste Antriebsform ist, muss jeder selbst entscheiden. CNG ist es aber so pauschal nicht.

@Gastra- fahr Deinen Astra mal noch 2-3 Jahre, mal schauen ob und wie der dann noch da steht. Knackpunkt beim E-Auto sind auch eher die Batterien. Die E-Motoren, meine ich gelesen zu haben, kosten nicht viel und sind schnell getauscht. Allein die Zahl der Bauteile, die bei einem Verbrenner kaputt gehen können und das im Laufe des Autolebens auch irgendwann tun, ist wesentlich höher, als bei einem Elektroauto. Das Elektroauto an sich ist günstiger als ein Verbrenner, der Akku machts teuer.
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 02.11.2018 15:28

schau mal auf meinen Link, der Ausstausch kostet bei Tesla an die 10.000 €, bei Mercedes kostet der Austausch eines Dieselmotors etwa die Hälfte. Die Inspektionskosten liegen bei Tesla über S-Klasse Niveau, die Autos aber nicht...(Der I3 ist da auch kein Sonderangebot!)

Zu einem modernen E-Antrieb gehört ein Frequenzumwandler, dieser besteht aus unzähligen Schaltkreisen und Kondensatoren, das ist wesentlich komplizierter als jeder Vrebrennungsmotor, da kann durchaus vieles kaputt gehen und tut es auch...

Übrigends, bei Hyundai erhälst Du zwar kein CNG Auto, dafür aber bis zu 10 Jahre und 200.000km Garantie auf Motor und Getriebe wenn Du es möchtest. Da kannst Du die Kosten über 10 Jahre ja mal kalkulieren und die mit einem E-Fahrzeug vergleichen (wo es nirgends eine vergleichbare Garantie gibt, wohl aus gutem Grund)

Mein Fernseher ist so gesehen auch einfach aufgebaut, da dreht sich kein einziges Teil drin, trotzdem war der weder billig noch hat er lang gehalten (4Jahre...)

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Gulbenkian
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gulbenkian » 02.11.2018 15:52

Wir reden von günstiger Mobilität und Du kommst mit S-Klasse und Tesla? :ka:
Fast alle E-Autos kommen mit langen Garantien, bei hohen Laufleistungen. Dazu kommen die ständig sinken Kosten für Akkus. Bei einem Auto mit Motorschaden bist Du auch schnell bei 4-5000€ und das hat ein Getriebe, was auch noch kaputt gehen kann. Dazu Kupplung, Einspritzung, Abgasanlage, KAT, OPF/DPF... Wen ich mir die Reparaturkosten meiner Verbrenner der letzten Jahre anschaue, ist das auch nicht billig.

Ich sage nicht, dass E-Autos zwingend günstiger sind. Das kommt auf den Anwendungsfall an. CNG ist aber nicht die Lösung für jeden und abgesehen von den geringeren Spritkosten kauft man damit auch jeden Nachteil eines normalen Verbrenners ein.
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Re: CNG günstigste Antriebsform?

Beitrag von Gastra » 02.11.2018 16:04

Zur Aussage E-Autos wären günsitg und nur die Batterie teuer, der Renaul Zoe hat einen Listenpreis von 22.000 € ohne Batterie!! Dafür bekommt man fast 2 Up mit erdgastanks die man nicht dazukaufen muss!

Die Garantiezeiten sind allgemein gestiegen, den Asiaten sei Dank! Sechs bis 8 Jahre sind gegen Aufpreis fast überall zu haben, 10 Jahre/200.000 km bei Hyundai (mit Verbrennern) sind möglich. Das macht sich bereits bei den Dauertests in den Zeitschriften bemerkbar, über 200.000 km kommen die meisten Autos völlig ohne oder nur mit sehr kleinen Reperaturen aus, das war früher anders.

Ich hab übrigends einen Astra f bis 440.000 km gefahren, jetzt wirst Du wahrscheinlich einwenden, jaaaa mit den alten Kisten ging das noch, das hab ich damals aber auch schon gehört als der Astra neu war ("der hält höchstens 150.000). Verschrottet wurde er wegen einer durchgerosteten Karrosserie, Motor und Getriebe waren noch tadellos.

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