Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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SiggyV70
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Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von SiggyV70 » 30.11.2018 07:08

Hallo,
hier der Link zum Artikel im Mannheimer Morgen:
https://www.morgenweb.de/auto_artikel,- ... 56303.html
Gruß SiggyV70
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SparAstra
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von SparAstra » 30.11.2018 07:28

Schöner Artikel,
Also hier "knapp 1000 Tankstellen" und in Italien viel besser?
Die Italiener haben ca. 1300 Tankstellen, aber wir nur 865 (alle Zahlen von metanoauto).

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Holly.
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Holly. » 30.11.2018 12:07

Die Tankstellensituation mit ca. 900 Stück finde ich gar nicht so dramatisch. Natürlich könnte die besser sein aber ein Anfang ist gemacht.

Ich bin mir Sicher, das in Großstäten genügend Leute um eine CNG Tankstelle herum wohnen, die sich Trotzdem für die Antriebsart Diesel oder Benzin entscheiden obwohl CNG in unmittelbarer nähe zu
Verfügung steht. Wenn man diese Menschen erreichen könnte, dann kann ich mir schon Vorstellen das es in naher Zukunft 1 Mio. Gaser werden könnten.

metallian
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von metallian » 04.12.2018 04:34

Zudem hat sich der Industriekreis CNG-Mobilität, dem auch zahlreiche Energieunternehmen angehören, zum Ziel gesetzt, das deutsche CNG-Netz bis 2025 auf 2.000 Stationen auszubauen. Das wäre eine Verdoppelung.
Überall ist CNG auf dem Weg nach vorne. Teilweise sehr schnell (Belgien und Holland) Nur hier im Lande der Schlafmützen hat der deutsche Michel samt seiner Obrigkeit noch immer den Schalter zum Licht nicht gefunden.!
Wie man sowas macht, kann man aktuell in Belgien, Holland, Italien und Spanien beobachten.!

In Mannheim gibt es und gab es von Alters her immer nur eine, einzige, öffentliche Tankstelle.
Ich hatte in den Jahren 2011 und 2013 zwei Kunden aus Mannheim mit Erdgas Zafiras "versorgt"
und war optimistisch, das es mittelfristig zwei oder drei Tankstellen werden würden. Dem war aber nicht so.
An dieser einen Tankstelle kostete CNG obendrein schon vor fast fünf Jahren durchgehend 1.139€/kg.
Mittlerweile sind es wenig motivierende 1.249€/kg. Obendrein hat diese eine Tankstelle nur von 5 bis 23 Uhr geöffnet.
Samstags und Sonntags erst ab 7:00 Uhr. So kommt ein Taxi im Zweifel nicht durch die Nacht.

Für eine Stadt mit über 300.000 Einwohners ist das echt arm. Ich kann mich z.B. nicht dran erinnern,
in Mannheim jemals ein CNG Taxi gesehen zu haben. Die mag es vielleicht geben. Aber sicher nur in zweistelliger Zahl.

Bezeichnenderweise fahren beide Kunden heute auch kein CNG mehr. Weil man nicht nur beim Tanken blöd dasteht,
sondern auch keine engagierte Werkstatt vor Ort hat. Mit den Auto war man zufrieden. Mit dem Umständen dagegen nicht. Meinen Kunden ging es nicht so sehr ums "sparen", sondern einen Antrieb zu haben, welcher halbwegs sauber ist.
Womit wir wieder beim "Henne und Ei" Problem angelangt werden. Es müssen Tankstellen und attraktive Autos her.!
Die Dummheit ist die einzige Krankheit, an welcher nicht der Befallene, sondern seine Umwelt leidet.

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Gulbenkian
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Gulbenkian » 04.12.2018 15:20

metallian hat geschrieben:
04.12.2018 04:34
Überall ist CNG auf dem Weg nach vorne. Teilweise sehr schnell (Belgien und Holland) Nur hier im Lande der Schlafmützen hat der deutsche Michel samt seiner Obrigkeit noch immer den Schalter zum Licht nicht gefunden.!
Welche Obrigkeit soll denn dabei helfen, dass CNG in die Puschen kommt? Man kann es vielen PKW Käufern nicht verübeln, kein CNG zu kaufen, dafür stimmen die Rahmenbedingungen einfach nicht. Es sind aktuell und seit Langem fast keine Fahrzeuge als Neuwagen verfügbar, die Autohäuser kennen sich kaum mit CNG aus und als Käufer ist es gar nicht so leicht an Informationen zu gelangen, da muss man schon tief wühlen.
Was machen denn Spanien, Belgien und die Niederlande anders?
Für eine Stadt mit über 300.000 Einwohners ist das echt arm.
Und was soll aus Deiner Sicht getan werden, und von wem, um an dieser Situation was zu ändern? Find mal einen Betreiber für eine CNG Tankstelle, die für den Durchgangsverkehr wenig attraktiv ist. Selbst für Locals mag die Lage am Stadtrand nur bedingt ok sein.
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buendisch
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von buendisch » 04.12.2018 15:55

Gulbenkian hat geschrieben:
04.12.2018 15:20
Und was soll aus Deiner Sicht getan werden, und von wem, um an dieser Situation was zu ändern? Find mal einen Betreiber für eine CNG Tankstelle, die für den Durchgangsverkehr wenig attraktiv ist. Selbst für Locals mag die Lage am Stadtrand nur bedingt ok sein.
Ingolstadt hat 135.000 Einwohner und zwei CNG-Tanken. Die eine liegt direkt an der Autobahn, die andere in der direkten Umgebung des Audi-Werks. Daher rechnen sich wohl beide Standorte. Natürlich müsste man auch in Mannheim schauen, wo es sich einigermaßen lohnt, aber auch "normale" Tankstellen sind für Pächter durch den Kraftstoffverkauf keine Gewinnmacher, nur durch den angehängten Shop.

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steheb
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von steheb » 04.12.2018 16:45

Ich fahre ja nicht oft zum Tanken, aber wenn ich tanke sind mindestens ein weiterer oder an Autobahnen sogar bis 3 andere Erdgaser am Tanken.

Eigentlich Mist, weil ich dann immer 10-20 Minuten ins Quatschen komme. ;)

Robert
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Robert » 04.12.2018 19:59

buendisch hat geschrieben:
04.12.2018 15:55
Natürlich müsste man auch in Mannheim schauen, wo es sich einigermaßen lohnt, aber auch "normale" Tankstellen sind für Pächter durch den Kraftstoffverkauf keine Gewinnmacher, nur durch den angehängten Shop.
Das ist nicht ganz richtig, einen kleinen Gewinn (ca. 1 Cent/l) rechnet man allgemein schon dem Pächter zu.
Das Problem ist, schaue ich auf die Zahlen einer durchschnittlichen Erdgastankstelle, so fürchte ich, dass da sogar Verlust bei rum kommt. Darum will halt auch kaum einer, denn an sich würden Stadtwerke und Co. das schon wollen.

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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Golf_TGI » 04.12.2018 23:33

Gulbenkian hat geschrieben:
04.12.2018 15:20

Welche Obrigkeit soll denn dabei helfen, dass CNG in die Puschen kommt? Man kann es vielen PKW Käufern nicht verübeln, kein CNG zu kaufen, dafür stimmen die Rahmenbedingungen einfach nicht. Es sind aktuell und seit Langem fast keine Fahrzeuge als Neuwagen verfügbar, die Autohäuser kennen sich kaum mit CNG aus und als Käufer ist es gar nicht so leicht an Informationen zu gelangen, da muss man schon tief wühlen.
Da würde mir schon so einiges Einfallen:

Die Städte, die gerade von Dieselverboten bedroht sind, oder wo es schon so weit ist:
1) Erdgastankstelle fördern. Z.B. durch günstige Belieferung durch Stadtwerke.
2) Erdgasautos fördern: die ersten 5000 kg CNG zum halben Preis wenn im Landkreis gekauft/zugelassen -> Absatz mit CNG Fahrzeugen steigt
3) Fuhrparkmanager der Stadt kauft (möglichst) nur noch CNG-Autos. Senkt NOx, stärkt die Tankstellen aus 1)

Bundesregierung:
4) Steuerreduktion auf CNG öffentlichkeitswirksam um 2 Jahre verlängern.
5) Dienstwagen mit CNF müssen nur noch mit 0,75% des BLP versteuert werden. (In der Mitte von Benzin/Diesel und Elektro)
6) CNG-Tankstellen haben bekommen Sonderabschreibungen oder auch direkte Förderungen -> Mehr Tankstellen

Insbesondere 5) ist wichtig, dann gibt's in 3 Jahren einen riesigen Gebrauchtwagenmarkt von CNG Fahrzeugen und die Werkstätten hätten auch endlich mehr Erfahrung mit CNG. Hersteller hätten auch ein Interesse daran, mehr CNG Fahrzeuge im Programm zu haben.

Robert
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Robert » 05.12.2018 08:00

Ist halt die Frage, wie viel Planwirtschaft alla DDR wir tatsächlich wollen?

xl8lx
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von xl8lx » 05.12.2018 08:09

Totaler Blödsinn, Robert.
Wirklich.
Das Vorgeschlagene ist naheliegend, sinnvoll und zum Teil erprobt und hat mitnichten mit DDR-Planwirtschaft zu tun.
Das ist wieder völlig populistisches Gedöns.
Zuletzt geändert von xl8lx am 05.12.2018 08:37, insgesamt 1-mal geändert.
11.) Seat Leon TGI | 10.) Volvo V40 | 9.) Fiat Tempra | 8.) Opel Kadett | 7.) Fiat Tempra | 6.) VW "Post-Golf" | 5.) Volvo 745 | 4.) Volvo 245 | 3.) VW Golf II | 2.) Simson Schwalbe | 1.) Opel Corsa

c.) Skoda Octavia G-Tec | b.) Jaguar x-Type | a.) Citroen C3

Robert
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Robert » 05.12.2018 08:17

Natürlich ist es Planwirtschaft, wenn nicht konkurrenzfähige Produkte in der Art und Weise gepushed werden.
Denn außer "noch massiver subventionieren" steht da nichts.

P.S.: Willst du nicht noch erzählen, dass das vielleicht auch noch "Hass und Hetze" entspricht? Ist doch in diesen Tagen total angesagt jede nicht konforme Meinung mit diesen Schlagworten wegzubügeln.

DerShaker
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von DerShaker » 05.12.2018 12:48

Hallo Robert,

Planwirtschaft ist was Anderes -hier geht es meiner Meinung nach um Lenkungseffekte.
das macht der Staat seit es ihn gibt irgendwie.

Monetär gibt genau genommen nur 2 Wege:

- mehr Subventionieren für CNG
- Konkurrenz-Antriebe teurer machen -> scheidet aus, weil wir eine Demokratie haben und die Benzin- und Dieselfahrer die Partei teeren und federn werden der das tut.

Bleibt nur - Subvention.

Das ändert aber zunächst nichts daran, dass seit Monaten viele CNG-Fahrzeuge nicht bestellbar sind. Und dass viele Kunden einfach kein CNG-Fahrzeug wollen.

Es gilt zu überzeugen -nicht zu zwingen. auch von Seiten der wenigen Hersteller.
Warum gibt's kein JointVenture zwischen VW und Orangegas oder Anderen sowie Verbio.
200 Tankstellen in 2 Jahren - alle 100% Bio-Methan.
Kostet fast nichts - für VW-Verhältnisse nicht mal messbar der Invest.
Aber ein großer Aha-Effekt möglich. Die haben alle Fahrzeuge fertig entwickelt und müssten nur noch an den
Mann gebracht werden. Das vor dem Hintergrund von zig Dieselfahrverboten - mehr Vorlage für CNG gibt's gar nicht.

Ein Punkt aus der Liste oben würde mir persönlich als staatliche Maßnahme schon reichen:
die 0,75% für CNG-Fahrzeuge. Der Neufahrzeugmarkt bekommt Schub -> der Gebrauchtmarkt hat in 3 Jahren viele verfügbare Fahrzeuge, die für die vielen Privatkäufer von Gebrauchten heute fast gar nicht vorhanden sind. Das wäre ein Selbstläufer. jeder weiß es - Neufahrzeuge sind keine Privatfahrzeuge in der Mehrheit.

Parallel die Fahrzeuge von Kommunen etc. auf Gas umstellen -> bessere Auslastung der Tankstellen.
Warum klappt das in Augsburg - aber in Berlin nicht.

Das sind alles kleinste Maßnahmen die fast nichts kosten.
von der Extra-Milliarde für Elektrobusse in Städten wäre noch 50% übrig für ein anderen schwarzes Loch.

Shaker
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Gulbenkian
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von Gulbenkian » 06.12.2018 10:59

DerShaker hat geschrieben:
05.12.2018 12:48
Bleibt nur - Subvention.
Noch mehr Subvention!?! Warum auf ein lahmendes Pferd setzen, wenn nebedran ein trabt? Der CNG-Antrieb ist ein Brückentechnologie, für die nächsten 10-20 Jahre. Der Verbrennungsmotor ist, nicht nur aus meiner Sicht, nicht Zukunft. Die befristete Verlängerung der Steuerbegünstigung ist vor diesem Hintergrund äußerst vernünftig.
Und dass viele Kunden einfach kein CNG-Fahrzeug wollen.
Und daran ändern oft auch Informationen und Subventionen nicht.
Warum gibt's kein JointVenture zwischen VW und Orangegas oder Anderen sowie Verbio.
Weil es für VW und Orangegas nicht DER Markt ist. Erdgasmobilität zu enwickeln ist keine von deren Kernaufgaben, auch wenn der VW sich durchaus (mehr) engagiert, als andere Automobilkonzerne.
200 Tankstellen in 2 Jahren - alle 100% Bio-Methan.
Kostet fast nichts - für VW-Verhältnisse nicht mal messbar der Invest.
Niemand mit Verstand wird Geld für Themen ausgeben, die nicht zum Unternehmensziel beitragen. VW will mit Fahrzeugen Geld verdienen und nicht die Luftqualität verbessern. VW hat in den letzten 15 Jahren 4 Gas-Motoren entwickelt. Den wirtschaftlichen Erfolg kann man sicher im Promillebereich ansiedeln. Dafür muss man sich nur die Zulassungszahlen anschauen. Glaubt hier jemand, dass CNG Fahrzeuge jemals einen signifikaten Beitrag zum Ergebnis eines Autombilkonzerns beitragen? Es mag opportun sein in gewissem Maß CNG-Fahrzeuge zu bauen z.B. um die CO2 Bilanz zu tunen. Das Ergebnis wir aktuell aber von Benzin- und DIeselmodellen verdient. Steigere dem Absatz um 1000% und es wird immernoch nur einen sehr geringen Anteil am Ergebnis haben. Das gleiche gilt für die Gasanbieter. 100.000 Haushalte auf Erdgas umzustellen, bringt mehr, als 100.000 Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.
Parallel die Fahrzeuge von Kommunen etc. auf Gas umstellen -> bessere Auslastung der Tankstellen.
Warum klappt das in Augsburg - aber in Berlin nicht.
Weil Augsburg anders rechnen muss als Berlin. Modellstadt =! jede Stadt. Hab mal die Rechnung für die Augsburger CNG Busse gesehen. Da kommt eine kleine Ersparnis bei rum, die zugrunde liegende Rechnung geht aber RIchtung Milchmädchen. Nur weil hier viele total von CNG überzeugt sind, ist es nicht für alle die wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung.
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Re: Zeitungsartikel: Erdgas-Autos: Eine Frage der Überzeugung

Beitrag von DerShaker » 06.12.2018 12:55

Gulbenkian,

sehe ich einfach anders - ist so und nicht schlimm.

Alle träumen vom E-Auto - und es hat unbestrittene Vorteile.
Nur sauber ist es nicht und wird es in Deutschland auch in 20 Jahren nicht sein.
CNG-Brückentechnologie hin oder her.

Sobald tatsächlich mal viele dieser Fahrzeuge fahren, werden wir die technologischen Grenzen sehen (Stromerzeugung und Verteilung z.B.)

Keine Frage - Elektromobiliät wird in Zukunft sehr wichtig werden und - aus meiner bescheidenen Sicht- vermutlich auch den großen
Hauptteil der Mobilität ausmachen.
Es ist keine One-and-Only-Lösung. Da bin ich mir ganz sicher.

Jeder der Nachts lädt, hat 0% PV-Strom im Tank.
nur einen kleinen Anteil Wasserkraft, einen sehr kleinen Anteil vertromte Biomasse und Windkraft - zwischen "Nichts" und "Einiges". Rest Fossil und schmutzig.

Jeder der Tags lädt, hat - wie auch Nachts - den deutschen Strommix.
Und der wird mit der Abschaltung der Atommeiler Kohle und Gaslastiger werden.
Mehr noch:
Da es keinen Tag gab oder gibt, an dem BRD-Weit 100% EE zur Verfügung stand oder demnächst stehen wird, wird auch jeder zusätzliche Verbraucher - egal
ob Wärmepumpe, WLAN-Router, oder E-Auto aus 100% fossilen Kraftstoff aus regelbaren Kraftwerken betrieben werden.
Weil EE-Strom heute schon Vorfahrt hat und die übrigen Energieträger "Nur" den fehlenden Rest bis zur Bedarfsmenge decken dürfen.
Dieser Rest ist aber mitunter sehr groß und - wie hier beschrieben - jede zusätzlich notwendige kWh kann aktuell nicht durch EE's gedeckt werden weil schlicht
noch 60-70 Prozent des aktuellen Bedarfs aus fossilen Quellen kommt und diese EE-Erzeugung gar nicht existiert für die Mehrverbräuche.

Aus meiner Sicht kompletter Unsinn, mit Milliardenbeträgen E-Fahrzeug und Infrastruktur zu fördern und eine sofort verfügbare, auch langfristig sinnvolle Alternative mit Kleckerbeträgen zu "subventionieren". Vermutlich gibt es 100 sinnfreie Subventionen, die in BRD mehr Kosten als das.

Gruß
Shaker
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