130.000km mit Erdgas Golf

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Gulbenkian
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Beitrag von Gulbenkian » 04.01.2018 20:59

Heute war ich mit dem Golf wegen der langsamen Betankung bei Wiedenbauer. Bei Problemen mit der Gasanlage kann ich die nur weiterempfehlen. Der Herr der mich bediente, machte einen sehr kompetenten Eindruck und die Fehlersuche ging schnell.

Es scheint nicht am Tankventil zu liegen, sondern am Rückschlagventil zwischen Bentankungs- und Flaschenventil. Das Ding hat es anscheinend zerlegt und nun liegt höherer Druck direkt am Tankstutzen an. Soweit kein Problem, solange der dicht hält. Die Vermutung vom Mechaniker ist allerdings, dass Teile der Feder vom Rückschlagventil nun durch die Gasanlage wandern. Blöd dass die OEMs anscheinend keine Filter vor den teuren Teilen, auf der Hochdruckseite, verbauen.

Das Rückschlagventil zu tauschen bringt also keine Besserung, wenn Kleinstteile bereits im Ventil des 1. Tanks sind. Das zu tauschen wird teuer. Der Tank muss raus, das Ventil rausgeschraubt und getauscht werden. Falls das neue Ventil am Tank nicht richtig abdichtet, was bei CFK wohl öfter vorkommt, muss ein neuer Tank her. Ich werde es daher erstmal so lassen und warten. Ging schliesslich schon knapp 2 Jahre so gut. :-/
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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 04.01.2018 23:40

Rückschlagventil ausbauen, austauschen, anschließend zerlegen und auf Vollständigkeit prüfen.

Danach entscheiden, ob man sich deswegen graue Haare wachsen lassen soll.

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
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(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer 35kW, 600ccm Yamaha Fazer ABS 72kW
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von tour14 » 07.01.2018 15:04

@ Gulbenkian
Von welcher Bauart ist denn dein flaschenseitiges Rückschlagventil?
Ich kenne allein 3 Bauarten und bin wahrlich kein Spezialist.
In neueren Golf Variant siitzt ein mit swagelock-Dreifachverteiler verquetschtes Vtl. von grob geschätzt >15mm Durchmesser. Dieser Zus.bau kann nach lösen von drei Überwurfmuttern leicht ausgetauscht werden.
In meinem Touran Bj. 2010 sitzt ein Vtl. von >25mm Durchmesser, das eingangs- und ausgangsseitig je eine swagelock-Verschraubung aufweist und noch schneller auszutauschen ist(noch nicht einmal die Radhausschale muss ausggebaut werden). Dieses Ventil kann aufgeschraubt werden, so dass sich Kugel und Feder samt Anschlägen leicht sichtprüfen lassen.
Bei älteren Fahrzeugen ist das Ventil in das erste Flaschen-Kombiventil integriert. Hier befinden sich Federanschlag und Abströmöffnung im Kombiventilkörper, die übrigen Teile im angeschraubten Rückschlagventilkörper. Dieser lässt sich wohl auch im eingebauten Zustand des Kombiventiles zur Prüfung abschrauben (SW 24), wobei der Verlust von Feder und Kolben mit montiertem O-Ring vermieden werden muss.
Auch evtl Bruchstücke von stromaufwärts eigebauten Teilen würde man hier finden.
Ich habe ein solches Kombiventil (Prod.-datum 11.2014) hier rumliegen, aber das muss ja nicht immer so bleiben.

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Beitrag von DerRaucher » 07.01.2018 15:25

Von welchem Hersteller sin die Rückschlagventile?
Die müssten normal solang halten wie das Auto bei den wenigen Zyklen die se arbeiten müssen.

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Gulbenkian
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Beitrag von Gulbenkian » 07.01.2018 18:46

Keine Ahnung wer der OEM für die Rückschlagventile beim Golf IV war.

Lt. SSP262 hab ich einen Befüllanschluss mit Rückschlagventil und Filter. Da gehen wir jetzt mal von aus, dass da alles i.O. ist. Die Leitung geht weiter zu Flasche I. Dort kommt dann "Ventil für Tankabsperrung mit: elektromagnetischem Absperrventil, mechanischem Absperrventil, Schmelzlotsicherung, Durchflussmengenbegrenzer, Rückschlagventil". In der Zeichnung schaut es so aus, als sei das Rückschlagventil auf das Kombiventil aufgesetzt. Im Schaltplan, als wäre es Teil des Ventils zur Tankabsperrung. Ich gehe daer mal davon aus, dass es so ist wie tour14 beschrieben.

Wenn das aber so einfach zu wechseln ist, warum hat die Werkstatt dann den Eindruck gemacht, dass es zu aufwendig ist das zu wechseln? :rolleyes:
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Beitrag von MiniDisc » 07.01.2018 23:58

Gulbenkian hat geschrieben:In der Zeichnung schaut es so aus, als sei das Rückschlagventil auf das Kombiventil aufgesetzt.
Das Rückschlagventil hat die Teilenummer 1J0201523 und kostet aktuell 104,60€ (sofern VW zum 1.1. nicht die Preise angezogen hat). Es sitzt zwischen der Leitung vom Tankstutzen und dem Ventil des hintersten Tank und wird ins Ventil des Tanks eingeschraubt.

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Beitrag von tour14 » 08.01.2018 09:09

Das klingt ja gut, wenn unter dieser Nr. ein Satz aus Ventiilkörper, Ventilfeder und Ventilkolben mit Dichtring (das ist hier keine Kugel) geliefert wird, dann ergänzt sich das mit dem Kombiventilkörper zu einem Rückschlagventil.
Und dann kann dieses Originalersatzteil bei VW bezogen und von VW eingebaut werden!
Das wäre eine kostengünstige Lösung - wenn der Fehler tatsächlich an diesem Ventil liegt. Dieses Ventil ist nämlich von seiner Bauart her sehr robust, dass es durch Fremdkörper gehindert würde, vollständig zu öffnen, ist schwer vorstellbar.
Das sieht beim Rückschlagventil im Füllstutzen gerade umgekehrt aus.

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Beitrag von Gulbenkian » 08.01.2018 23:17

Aus meiner (Laien)Sicht muss es doch möglich sein zu bestimmen, ob es der Befüllstutzen, oder das Rückschlagventil vor Flasche I ist. Es ärgert mich, dass mir das weder unser VW Zentrum, noch eine anscheinend kompetente Werkstatt eine nachvollziehbare Diagnose liefern können :angry: Für Spezialisten muss es doch aber möglich sein die Fehlerquelle genauer einzuschränken. Wenn ich mir den Aufbau eines Rückschlagventils anschaue, kann es doch sein, dass es zwar nicht richtig öffnet, wohl aber schließt.
Tankventil und Rückschlagventil zu wechseln ist für mich wirtschaftlich unsinnig.

@tour14 - mit der Erklärung der Werkstatt, dass das RV am Kombiventil defekt ist, kann man theoretisch auch ein defekte RV am Befüllstutzen erklären. Nur würde dann nach jedem Tanken am Tankstutzen Gas austreten, weches zwischen Flaschenventil und Befüllstutzen in der Leitung ist.

Sonst jemand eine Idee wie man die Ursache eingrenzen kann?
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Beitrag von MiniDisc » 08.01.2018 23:25

Gulbenkian hat geschrieben:Sonst jemand eine Idee wie man die Ursache eingrenzen kann?
Wäre es nicht möglich den ausgebauten Tankstutzen prüfen zu lassen ? Wenn der garnicht mehr aufmacht sollte sich der Fehler auch schon bei niedrigem Druck diagnostizieren lassen. :ka:

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Beitrag von Gulbenkian » 08.01.2018 23:35

Wie gibt man da Druck drauf? Ausbauen und ab zu nächsten Tanke? :-/ Aber für sowas hat man ja gewöhnlich eine kompetente Werkstatt. :rolleyes:
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Beitrag von tour14 » 09.01.2018 08:30

MiniDisc hat geschrieben:... den ausgebauten Tankstutzen prüfen... ? Wenn der garnicht mehr aufmacht...
Eine Prüfung erfordert immer, dass die Bilanz der Gaskräfte und der Federkraft an der Ventilkugel simuliert werden muss. Das ist in dem Druckbereich sehr aufwendig und noch keine Werkstattpraxis. Bei der Zahl der Fälle pro Werkstatt wirds das vorerst auch nicht werden.
Da sich das R-ventil vor den Flaschen aber meist leicht zerlegen und sichtprüfen lässt,
sollte das der erste Schritt sein.
I.d.R. ist es ja so, dass das Füllventil eben nicht "gar nicht mehr" aufmacht, sondern dass die Kugel z.B. wegen Defekt im Bereich Feder/Druckstift den hinteren (!) Anschlag erreicht und dort nicht perfekt abdichtet sondern nur stark drosselt. Da kann eine kpl.Füllung schon mal ein halbes Stündchen dauern: ich weiss, wovon ich rede.

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Beitrag von Gulbenkian » 09.01.2018 10:12

Also erstmal den Tankstutzen tauschen? Von einem defekten Rückschlagventil am Tank habe ich bisher auch noch nichts gelesen. Tankstutzen sind ja gerade bei VW ein Verschleissteil ;-)
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Re: 130.000km mit Erdgas Golf

Beitrag von Gulbenkian » 03.09.2018 08:50

Langsames Tanken und her, wir haben jetzt die selbstgefahrenen 200.000km geknackt (Tachstand nun 266tkm). Bis auf das langsame Tanken ist noch alles super. Demnächst wird der Golf wieder um die 2-3tkm im Monat abreissen, mal schauen wie lange das gut geht. Jeden Tag tanken könnte bei der Betankungsdauer nervig werden.
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Re: 130.000km mit Erdgas Golf

Beitrag von Gulbenkian » 20.09.2018 07:48

Da der TÜV fällig ist und der Golf etwas zu sportlich klingt, werden jetzt Flexrohr und Vorschalldämpfer erneuert. Der VSD ist nach 12 Jahren und 267tkm einfach durchgerostet. Beim Flexrohr wir ein Zubehörteil eingeschweißt, der VSD wird durch ein VW Economy-Teil ersetzt.
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Re: 130.000km mit Erdgas Golf

Beitrag von Gulbenkian » 31.10.2018 08:42

Hab heute früh bei km-Stand 268853 und leeren Gas Tanks über 12kg tanken können :-) Bin jetzt drauf und dran das Tankventil auf Verdacht zu tauschen, da mir die langsamen Betankungen nun echt auf die Nerven gehen. Gestern abend bei uns im jeweils nur 0,7kg tanken können. Dort und bei weiteren Fahrten ist immer das Risiko, dass die Tankstelle aufgrund des Gegendrucks zu früh abschaltet. Nur die Tanke direkt bei derArbeit füllt den Golf zuverlässig, so wie heute Morgen. :dance:

Das Tankventil zu tauschen wäre kein Akt, wenn die Gasleitung ab Tankarmatur nicht dicht ummantelt wäre. Muss mal schauen, ob und wie die Ummantelung zuerstörungsfrei ab geht. Das Tankventil ist ja nur draufgeschraubt. Das sollte jeder Autogasfrickler wechseln können. Vielleicht schenk ich das dem Golf zu Weihnachten.
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