Der Aufbau des NGV1 Einfüllstutzen bzw. Tanknippel 3AA201333

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Marius
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Der Aufbau des NGV1 Einfüllstutzen bzw. Tanknippel 3AA201333

Beitrag von Marius » 12.08.2017 12:51

Hallo Zusammen,

anbei ein paar Bilder des zerlegten Einfüllstutzens 3AA 201 333.

Da die beiden Hälften formschlüssig zusammengequetscht sind, mussten Sie an der verpressten Stelle zersägt werden, um das Innenleben zu offenbaren.

Bild
Zerlegter Einfüllstutzen mit allen Komponenten in Einbaureihenfolge.
Die Nummerierung entspricht der Reihenfolge der Bauteile in Betankungsrichtung.


Bild
Der integrierte selbstreinigende Schmutzfilter
(40 Mikron) (2) mit sichtbarer, aber scheinbar unproblematischer Verschmutzung.
Er besteht aus aufgewickeltem Draht (wahrscheinlich Federstahl). Die Windungen liegen so nahe aneinander, dass mit dem Auge kein Licht zu erkennen ist, wenn man ihn gegen eine Lichtquelle hält.


Bild
Links der Messingsitz mit Längsnuten im Teil (9), in dem die Feder (8), der Führungsbolzen (7) und der Auflageteller (6) für die Kugel & Dichtung sitzt.
Diese Bauteile sind die beweglichen Teile des Rückschlagventils, welche bei nicht vorhandenem Druckdurch den Tankvorgang das Ventil schließen lassen.
Beim Tankvorgang wird die Feder (8) gestaucht und die Kugel (5) wandert mit den danach liegenden Komponenten in den Messingsitz und ermöglicht so dem Gas das Einströmen.


Bild
Vorheriges Bild mit anderer Belichtung. Gut zu erkennen die Längsnuten im Messing (rot markiert).


Bild
Feder (8), der Führungsbolzen (7), Auflageteller (6), Kugel (5), Dichtung (4) und Plastik/Keramikauflage (3) der Kugel aus Einfüllrichtung.


Der Defekt der Einfüllstutzen liegt aus meiner Sicht darin, dass der Messingteller (6) nicht mehr in den Messingsitz wandern kann.
Verursacht durch sichtbare, schwarze Ablagerungen an allen Messingbauteilen. Dies ist zumindest bei diesem Einfüllstutzen der Fall.
Dadurch kann nur noch ein sehr geringer Volumenstrom durch die nicht komplett freigegebenen Nuten beim Betankungsvorgang fließen.



Mir stellt sich nun die Frage, ob man die Messingbauteile durch einlegen in ein Kriechöl oder ähnliches wieder hätte gangbar machen können.
250€ für ein Ersatzeil ausgeben zu müssen, obwohl das Bauteil nicht irreparabel defekt ist, ist sehr ärgerlich.

Gruß Marius
Zuletzt geändert von Marius am 12.08.2017 13:19, insgesamt 2-mal geändert.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 12.08.2017 13:17

Hi!

Ich hab das mal oben festgetackert, damit man es leichter wiederfindet. Danke für die Bilder und für Deine Mühen.

Wie Du schon schriebst: Du hast das Teil zersägen müssen, um an die Bestandteile heran zu kommen. Der Stutzen ist damit irreparabel zerstört. Eine Reinigung der Innereien ohne Zerlegung wäre ggf. noch durch eine Spülung mit einer Flüssigkeit möglich gewesen, ggf. mit Bremsenreiniger. Allerdings stellt sich die Frage, ob der so ganz simpel durch das Sieb gelangt, und es stellt sich die Frage, wie man denn sicher gehen will, genug gespült zu haben. Man kann ja nicht hineinschauen.

MfG Bassmann
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(jeweils incl. Luxusbrühe)
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Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

tour14
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Beitrag von tour14 » 21.01.2018 20:45

Hallo ihr Langsamtanker, ich hätte ein paar neue Erkenntnisse:
Ich schrieb schon an anderer Stelle, dass ich das gleiche Füllproblem ab dem Tage des Flaschentausches ein geschlagenes Jahr oder 25.000 km lang erttragen und beobachten musste.Nachdem ich endlich das Ventil getauscht und zerlegt habe, weiss ich nun mehr.
Da die Problematik eindeutig mit dem Flaschentausch begann, habe ich zunächst nicht an das Füllventil, sondern an das flaschenseitige Rückschlagventil oder die Flaschenventile gedacht. Heute gehe ich davon aus, dass das schlagartige Tanken mit vollem Druck in die leeren Flaschen, also ohne Gasgegendruck (der ja auch bei Benzinbetrieb wegen Gasmangel immer noch erheblich ist), den Ausschlag gegeben hat. Beim erstmaligen Tanken bei neuen Ventilen in der Produktion wird dieser Schlag offensichtlich noch ausgehalten.
Beim Zerlegen des baugleichen Ventiles wie oben fand ich zwei deutliche Unterschiede: Meine beweglichen Innenteile waren blitzsauber (ich hatte auch wiederholt WD40 mit eingeblasen), eine Schwergängigkeit durch Verschmutzung kann ich ausschliessen. Mein Federchen aus ca 0,3 mm Stahldraht war mittig durchgebrochen, beide Hälften hatten sich übereinandergeschoben, so dass die Feder die Kugel gar nicht mehr gegen ihren Sitz drücken konnte. Beim Schütteln des ausgebauten Ventiles vor dem Öffnen waren deutliche Klappergeräusche zu hören.
Das im obigen Beitrag als Führungsstift bezeichnete Messingstäbchen kann völlig in seiner Aufnahmebohrung verschwinden und führt die Feder nicht. Es enthält eine zentrale Bohrung und scheint ein Drosselelement zu sein. Die Feder wird meiner Ansich nach ausschliesslich von kurzen Bohrungsansätzen im Boden des Kugelführungskäfigs und im Übertragungsteller zwischen Kugel und Feder geführt und kann auch geringfügig ausknicken, was ggf. zum Dauerbruch führt.
Ist die Federkraft nun stark verringert oder fehlt sie (wie bei mir) ganz, kann der hohe Zapfpistolendruck die Kugel samt Übertragungsteller gegen den Behälterdruck auf den Grund des Kugelführungskäfiges drücken, so dass hier zwar keine vollständige Abdichtung, aber eine weitgehende Drosselung des Einströmvorganges zustandekommt.

gato311
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Beitrag von gato311 » 16.04.2018 10:32

Woran kann es liegen, wenn sich eine der neuen TK17 Tankrüssel (die Pistole) mechanisch nicht bzw. nur manchmal auf den Tankstutzen schieben lässt?

Manchmal glaubt man, man hätte es dennoch geschafft. Zieht man dann den Hebel zum Verriegeln, gibt es einen lauten Knall, die Pistole fliegt ab und der O-Ring des Tanknippels fliegt raus.

Es tritt nur an der Tanke auf (ging jahrelang problemlos). Es sind keine Fremdkörper in der Pistole erkennbar und das Personal schwört, das mit der Kupplung alles i.O. ist.

Danke!

gato311
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Beitrag von gato311 » 16.04.2018 21:02

Zu obiger Frage habe ich mal nen Extrathema aufgemacht, weil hier offenbar doch nicht so viele lesen:
http://www.erdgasfahrer-forum.de/viewto ... 151#163151

italien_up
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der Vollständigkeit halber: der Aufbau des zweiten Ventils

Beitrag von italien_up » 10.05.2018 08:20

Hallo zusammen, ich versuche mich mal an meinem ersten Post hier. Es geht um den Aufbau und Tausch des zweiten Rückschlagventils (also direkt nach dem Tanknippel):

Mich hat es jetzt auch erwischt: Wollte kurz vor dem Brenner noch mal die Flaschen füllen, aber es gingen nur noch ca. 4kg rein, dann war Schluss. An einer anderen Säule ging auch nichts, in Matrei am Brenner auch nicht, in Bozen auch nicht, in Trento auch nicht (da waren die Bombole dann schon leer). Ich wusste also, etwas ist defekt und habe hier im Forum dank eurer tollen Fehlerbeschreibungen auch gleich gewusst dass es wahrscheinlich am Tankstutzen liegen wird.

Also ab zu VW. Doch: Pustekuchen! Der Wagen würde ja noch fahren, frühestens in drei Wochen wäre ein Termin frei. In Trento wollte man mir für die Zeit gleich einen überteuerten Mietwagen aufdrücken. Frechheit! Die Pannenhotline von VW wollte mir auch nicht helfen, was ich denn hätte hat man mich gefragt, ich könne doch auf Benzin die 950km zurück nach Deutschland zu meinem Händler fahren... und eine Werkstatt in Italien könnte man mir auch nicht empfehlen. Helfen sollte ich mir doch irgendwie selbst. Danke auch VW, tolle Sache.

Also hab ich mir einen hiesigen Umrüster gesucht und so lange radebrechend auf den eingeredet dass er bereit war das Teil von VW zu bestellen. Der Preis war allerdings sportlich (wie auch hier im Forum schon öfters beschrieben): 400€ inklusive Einbau.

Der Tankstutzen von WEH wird von VW nämlich nur inklusive Leitung und Halter verkauft, bereits fertig verschraubt. Das Teil ist recht unhandlich, so mit fertig abgelängter Leitung, daher kostet die Lieferung nochmal extra.
Folgendes steht auf dem ausgebauten, alten Tankstutzen von meinem Eco Up:
WEJ DE FB TN1 C1-109062 VW AG
110R-000001-01 6mm Erdgas
1SO 201 333
Und dann sind da noch ca. 2m Leitung dran.
Macht zusammen: VW WHT003418B
OT: Warum genau ist das Flaschenventil beim Up fahrer-, der Tankstutzen und GDR jedoch beifahrerseitig?? So muss das Gas gleich zweimal von rechts nach links über den gesamten Fahrzeugboden geleitet werden...

Achtung! Ich biete aufgrund meiner Odyssee jetzt dieses Teil an (VW WHT003418B), also Tankstutzen, Nippel, Halter, Leitung. Alles in gebrauchtem Zustand (etwas über 300 Füllungen in knapp 2 Jahren), aber funktionsfähig. Ausgebaut aus einen Eco Up! 2015. Weil ich mit dem Fahrzeug regelmäßig von Italien nach (Nord-Mittel)deutschland fahre, könnte ich das evtl auch irgendwo abliefern. Einfach mal PN schreiben.

Also, ihr ahnt es sicher: das Teil war nicht kaputt. Mein Tanknippel ist jetzt zwar schön sauber, aber Tanken konnte ich damit nicht besser als vorher (also gar nicht). Der Gasumrüster hatte jedoch einen Freund in der Bombole-Revisionsstelle von Verona. Das war zwar ganz schön weit weg, aber was tut man nicht alles um bloß keine Luxusbrühe zu verbrauchen.
Naja, long story short, die Typen bei der Revisionsstelle haben sich alles ganz genau angeschaut, den (neuen) Tanknippel mit Druckluft getestet, die Absperrventile überprüft, dann die Magnetventile einzeln und manuell angesteuert, dann beide Flaschen vollständig entleert und schließlich das zweite Rückschlagventil abgebaut. So sah das Ergebnis aus:

[ externes Bild ]

Hier sieht man das Rückschlagventil von meinem Eco Up, Einlass ist oben, Auslass (flaschenseitig) unten auf dem Bild.
Auf dem Ventil steht:
EMER VNR 47601 WP 26 MPa CNG
Es wird sozusagen in das Flaschenventilgedöns eingeschraubt und bekommt sein Gas direkt von dem überteuerten VW Konglumerat aus Nippel, Halter und Leitung. Wie ihr seht war in meinem Fall die Feder für den Bolzen zerbröselt. Warum das Ventil deswegen komplett geschlossen hat wird mir ein Rätsel bleiben.

Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es dieses Ventil nicht einzeln zu kaufen. Die Jungs von der Revisionsstelle haben mir ein leicht anderes eingebaut. Welches genau, keine Ahnung. Ein Hunderter in die Kaffeekasse und die Sache war erledigt. Rechnung gab es natürlich keine, denn als Deutscher hätte ich nicht mal dort sein dürfen (Bombole Revision in Italien wird sozusagen durch die KFZ-Steuer gezahlt und ist damit weitestgehend kostenneutral für die Italiener und eine semi-staatliche Angelegenheit).

So, ich hoffe dieser literarische Erguss ist informativ für den Einen oder die Andere. Mir jedenfalls hat es geholfen meinen Frust darüber abzubauen, dass eine Feder die der in meinem Kugelschreiber recht ähnlich sieht dafür gesorgt hat, dass ich über 500€ ärmer bin und mindestens einen kompletten Arbeitstag verdaddelt hab.[/img]

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Trelo
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Beitrag von Trelo » 10.05.2018 08:36

Danke für die interessanten Informationen!

Ach ja, und willkommen bei uns! :D
Grüße vom Würmsee
Trelo
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Zafira Ecoflex Turbo [ externes Bild ] / derzeit ca. 73 kWh/100km

gato311
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Beitrag von gato311 » 10.05.2018 08:50

Danke für die Info + Foto, dass also beim Up es auch mal das Rückschlagventil zuerst erwischen kann und dass es das nicht einzeln gibt.

Auch den Tankstutzen baut zumindest die hiesige CNG Werkstatt im Norden (Hirsch in Reinfeld) nicht von VW ein sondern ich glaube ein Stutzen von BRC für nen 100er. Das soll mit kleineren Modifikationen gehen und soll auch länger halten.

Ich habe mir nach dem Kauf einfach ne komplette Tankanlage von einem 2014er 0-Serienauto gezogen (bis vorne zum GDR, also ohne GDR). Dann habe ich von jedem Teil zumindest 1 Ersatz.

Man muss aber selbst einbauen, da die gebrauchten Teile hier keine Werkstatt anrührt, auch nicht, wenn man als Unternehmer unter Ausschluss der Gewährleistung per getrennter Individualabrede den Auftrag vergibt.

italien_up
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Beitrag von italien_up » 10.05.2018 10:15

Man muss aber selbst einbauen, da die gebrauchten Teile hier keine Werkstatt anrührt, auch nicht, wenn man als Unternehmer unter Ausschluss der Gewährleistung per getrennter Individualabrede den Auftrag vergibt.
Ja das kann ich mir vorstellen, selbst der Gasumrüster hier vor Ort (Vianini, Rovereto) hat stark mit den Ohren geflattert als es an die flaschenseitigen Ventile ging. Deshalb ja mein Trip zu den Spezis in Verona.

Aber mal ganz ehrlich, nachdem ich mich jetzt mit der Materie einen vollen Tag auseinandergesetzt habe denke ich, dass man das auch selbst umbauen könnte vorausgesetzt man versteht die Risiken und arbeitete seeehr sorgfältig.

Die Flaschen komplett zu evakuieren ist sicher keine schlechte Idee, wenn man seinen Absperrventilen nicht traut. Alternativ könnte man imhO auch alle Flaschen manuell absperren und dann den Wagen auf Gas laufen lassen bis er umschaltet. Danach vorsichtig die Leitung irgendwo zwischen zwei Flaschen abschrauben und den Restdruck aus den Leitungen ablassen. Danach sollte sich das 2. Rückschlagventil völlig gefahrlos ausbauen lassen. Korrigiert mich, wenn ich mich irre..

Die große Frage an euch wäre aber, inwiefern man sich hier in rechtlichen Grauzonen bewegt.. Gut, ich hab jetzt ein italienisches Ventil im System, aber damit scheinen hier alle Italiener auch super rumzufahren. Doch wie sieht es jetzt eigentlich mit meiner Betriebserlaubnis aus (also mal angenommen ich wäre so richtig deutsch und nehme es ganz genau)?

gato311
Beiträge: 1049
Registriert: 20.10.2012 21:33

Beitrag von gato311 » 10.05.2018 10:29

Zum Thema Betriebserlaubnis würde ich keine Diskussion hier anfangen.
Lass es einfach. Natürlich ist die Betriebserlaubnis erloschen.

Hier geistern im Forum Leute rum, die ziemlich krass drauf sind und z.B. bei ner bisschen störrischen Zapfpistole nach einer blöden Antwort des Personals die Feuerwehr in den Einsatz schicken statt den Pächter zu kontaktieren.

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