Zündkerzenbild 1.4 TGI

Rund um die Serien-Erdgasmodelle von Volkswagen, Audi, Seat und Škoda.

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PowerPoldi
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Beitrag von PowerPoldi » 28.05.2018 19:24

Klugscheißer-Mode an:
Es heißt Molybdänsulfid!
Sulfite sind die Salze der schwefeligen Säure!
Klugscheißer-Mode aus.

Ich, bzw. meine Werkstatt achtet drauf, daß das Motoröl die geforderte VW-Norm erfüllt. Mein Touran braucht kein LongLife-Öl, dafür aber alle 15.000km einen Ölwechsel.
Der Freundliche meinte ein häufigerer Ölwechsel sei wegen der nicht vorhanden Notschmiereigenschaften von CNG erforderlich.

Ich bring's jetzt auf den Punkt:
Was ist besser: Häufigerer Ölwechsel mit Standard-Ölen oder ein LongLife Intervall mit hoch additivierten Ölen????

gato311
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Beitrag von gato311 » 28.05.2018 19:41

Mein Kenntnisstand:
Häufiger mit einem gut additvierten Öl, was nicht zwangsläufig das LongLife-Öl ist.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 28.05.2018 22:39

gato311 hat geschrieben:Warum ändert VW dann bei den CNG Varianten die Winkel der Dichtflächen der Ventile?
sehr wahrscheinich um den Verschleiß zu mindern...

Stichwort "mikroverschweißen" ein Problem welches bei Gasmotoren aufgrund der fehlenden Verbrennungsrückstände verstärkt gibt

gasophil
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Beitrag von gasophil » 29.05.2018 09:12

OK, vielen Dank für die Beiträge. Es ist ja hier schon vieles thematisiert und auch differenziert worden. Langsamere Verbrennung bei CNG, niedrigere Abgastemperatur, fehlende Verdampfungsenthalpie etc. Komplexe Thematik.

Was aber ohne Zweifel fest steht, ist die höhere thermische Belastung des Schmieröls bei CNG-Betrieb. Die Kolbentemperatur ist dort ca. 20 Grad höher als bei Benzinbetrieb.

Das ist sicher einer der Gründe, warum ein Ölwechsel schon alle 15.000 km vorgeschrieben ist. Daneben gibt es noch andere Faktoren:

- erhöhter Wassereintrag
- Nitration durch Blow-By-Gas (Versauerung)

Alles in allem gibt es aber keine quantifizierbaren Aussagen über die konkreten Auswirkungen. Selbst bei der Sulfatasche gibt es widersprüchliche Vermutungen. Manche sprechen ihr auch eine schmierende Wirkung für die Auslassventile zu, so dass die Ventilsitze geschont werden.

Dazu kommen noch konstruktive und werkstofftechnische Eigenheiten des jeweiligen Motors. Kurz zusammengefasst mein Eindruck:

Jenseits der Spezifikation VW 502, 5W-40 und Wechselintervall 15.000 km könnten nur konkrete Untersuchungen nach einer gewissen Laufzeit Licht ins Dunkel bringen, welches Öl am besten ist. Was dann aber auch nur für einen bestimmten Motor gilt. Alles andere gibt einem nur das Gefühl, das richtige zu tun.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 29.05.2018 11:03

warum sollte die Kolbentemperatur höher sein? Ich glaub das nicht, außer vielleicht in meinem Fall wegen der höheren Verdichtung (12,5:1 beim Astra G). Mit ner höheren Verdichtung ergeben sich übrigends auch noch niedrigere Abgastemperaturen.

Die Ölwechselintervalle sind bei meinem CNG Astra übrigends 30.000km, beim Benziner nur 20.000 (bin mir da nicht 100% sicher). Das Öl altert bei CNG Autos eher langsamer als bei Benzinern und Diesel, allerdings kann es im Kurzstreckenbetrieb zu Wassereinlagerung kommen, ich vermute daher die kurzen Intervalle bei VW).

Gruß
D

gasophil
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Beitrag von gasophil » 29.05.2018 11:59

Gastra hat geschrieben:warum sollte die Kolbentemperatur höher sein?
Quelle: "Erdgas und erneuerbares Methan für den Fahrzeugantrieb", Seite 358 ff
belegt durch konkrete Messung
https://www.springer.com/de/book/9783658071585

Zitat: "Die thermische Beanspruchung des Brennraums ist höher, weil ein bereits gasförmiger Kraftstoff keine nennenswert kühlende Wirkung erzielt ..."
Gastra hat geschrieben: Das Öl altert bei CNG Autos eher langsamer als bei Benzinern und Diesel
Welchen Beleg gibt es dazu?

Gastra
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Beitrag von Gastra » 29.05.2018 14:15

zu den Kolbenböden: Höher als bei Saugrohreinspritzern oder höher als bei Direkteinspritzern? Bei Saugrohreinspritzern ist das Benzin an den Ventilen in der Regel verdampft bevor es in den Zylinder einströmt.

Zur Gasalterung: Bei CNG Motoren ist der Schwefeleintrag deutlich geringer, daher versauert das Öl langsamer, außerdem ist der Schmutzeintrag deutlich geringer. Opel hat daher die Ölwechselintervalle bei CNG Autos damals heraufgesetzt (30.000 beim Astra G;Quelle: meine Bedienungsanleitung)).

VW macht das Gegenteil und verkürzt die Intervalle bei den CNG Motoren, ich bin mir ziemlich sicher das liegt an der Angst vor Wassereintrag und den Erfahrungen mit zufrierenden Blow By Leitungen die damals viele Motorschäden bei VW versacht haben.

gasophil
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Beitrag von gasophil » 29.05.2018 15:15

Gastra hat geschrieben:zu den Kolbenböden: Höher als bei Saugrohreinspritzern oder höher als bei Direkteinspritzern?
Die Messungen wurden an Benzin-Direkteinspritzern vorgenommen.
Gastra hat geschrieben:Bei CNG Motoren ist der Schwefeleintrag deutlich geringer
Ja, das ist richtig. Aber dafür ist die potentielle Nitration deutlich höher.

https://www.mobil.com.de/industrial/~/m ... n_rz04.pdf

Letzten Endes sind dies aber alles Einflüsse, die nur einen Rahmen vorgeben. Wie es sich beim konkreten Motor, den Einsatzbedingungen und dem verwendeten Öl verhält, lässt sich nur durch eine Analyse des gebrauchten Öls in Erfahrung bringen. Die Versauerung wird ja z. B. durch die alkalischen Reserven des Öls bis zu einem gewissen Grad aufgefangen.

Deswegen: Eine generalisierende Aussage wie "Motoröl altert in Gasmotoren/Benzinmotoren schneller/langsamer" ist nicht möglich.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 29.05.2018 19:47

ich denke die Einsatzbedingungen sind je nach Halter wahrscheinlich so unterschiedlich dass der Unterschied zwischen Benzin und Gas da eine eher geringe Rolle spielt...

Die 30.000 bei Opel gelten übrigends nur mit dem Zusatz dass einmal im Jahr gewechselt werden muss und 30.000 Langstreckenkilometer sind sicher kein unlösbares Problem.

kanister
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Beitrag von kanister » 29.05.2018 22:24

Autsch, mach mir keine Angst. Ich habe gerade NGK Iridium Kerzen in meinen Fiat verbaut, die sollen angeblich 60Mm halten.

Die originalen (Champion) bzw. der Ersatz (eigentlich normale NGKs, wie beim Benziner) haben schon nach 42 bis 45 Mm Zündaussetzer gebracht.

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Beitrag von Trelo » 30.05.2018 04:48

Gastra hat geschrieben: Die Ölwechselintervalle sind bei meinem CNG Astra übrigends 30.000km, beim Benziner nur 20.000 (bin mir da nicht 100% sicher). Das Öl altert bei CNG Autos eher langsamer als bei Benzinern und Diesel, allerdings kann es im Kurzstreckenbetrieb zu Wassereinlagerung kommen, ich vermute daher die kurzen Intervalle bei VW).

Gruß
D
User Gastra bezog sich also auf das Ölwechselintervall.
Grüße vom Würmsee
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MiniDisc
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Beitrag von MiniDisc » 30.05.2018 16:51

kanister hat geschrieben:Autsch, mach mir keine Angst. Ich habe gerade NGK Iridium Kerzen in meinen Fiat verbaut, die sollen angeblich 60Mm halten.
Ich bin die NGK LPG 6 Zündkerzen über 127.000km problemlos im Golf 4 BiFuel gefahren, eigentlich sind die nur für 60.000km gedacht. Die alten Kerzen hab ich noch rumliegen. Jetzt sind Iridium Kerzen von Bosch (FR7LI332S) drin, die sollen immerhin für 30.000km halten.

MK
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Beitrag von MK » 30.05.2018 17:15

kanister hat geschrieben:Autsch, mach mir keine Angst. Ich habe gerade NGK Iridium Kerzen in meinen Fiat verbaut, die sollen angeblich 60Mm halten.
Also mein TGI hat den ersten Satz Kerzen bei 60000 raus bekommen und bei jetzt 110000 km gibt's auch mit dem 2 Satz keine Probleme. Sollte also keingenerelles Problem sein.
Leider habe ich die nicht selbst gewechselt und kann für den TGI nicht sagen, ob die regulär so aussehen.

Aus dem Motorradbereich kenne ich allerdings Iridiumkerzen und dort hat noch keine so ausgesehen.
Für meinen Geschmack schaut die nicht i.O. aus und ich würde die anderen 3 prüfen.
Ist es nur eine, ist der Fall klar. Sind es alle nützt Austauschen vermutlich nicht lange was, wenn es an einem anderweitigen Defekt liegt.
Schon mal die Kerze in der Werkstatt einem Fachmann unter die Nase gehalten?
Ciao
Martin
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gasophil
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Beitrag von gasophil » 31.05.2018 08:17

MK hat geschrieben: Schon mal die Kerze in der Werkstatt einem Fachmann unter die Nase gehalten?
Ich weiss genau, was kommt, wenn ich mit der Kerze in der Werkstatt antanze. Typisch Gas! Haben wir ihnen gleich gesagt!

Ich würde alle Vorurteile bestätigen, die sie mir schon vor dem Kauf kundgetan haben. Aber: Mein Leon TGI läuft einwandfrei, macht Spass, ist völlig unauffällig.
Im Motorsteuergerät sind keine Fehler abgelegt, der Ölverbrauch ist normal, der Verbrauch an Gas (Durchschnitt 3,9 kg) ebenfalls.

Also: Ich werde dem Aussehen der Kerze keine Bedeutung mehr zumessen. Warum sollte ich mir über irgendwelche Symptome Gedanken machen - die vielleicht normal sind? Eine eindeutige Diagnose ist darüber nicht möglich. Und wenn sich wirklich ein Schaden anbahnen sollte: Ich habe volle Garantie.

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