Bargteheide: CNG-Zapfsäulen defekt

Hier könnt Ihr über deutsche Erdgastankstellen berichten.

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 27.02.2018 21:20

Ich bin nicht Gott ;-)

Die Tanke ist defizitär geworden, weil sie ihre Kunden mit völlig überzogenen Preisen vergrault haben!
Keine andere CNG-Tanke in der Umgebung hatte derartig überzogene Preise, weder in Segeberg, noch in Lübeck oder Hamburg.
Die Zahlen für die neu zugelassenen CNG-Fahrzeuge in unserer Gegend steigen nach einer kleinen Delle in 2016 wieder deutlich.

Die Stadt will die Anlage kostenneutral betreiben lassen. Ob sie dabei an der gleichen Stelle bleibt, ist nicht zwingend. Und dass sowas geht, sieht man an den CNG-Tanken in der Umgebung, die laufen bestimmt nicht nur aus Idealismus.

Die damals tonangebenden Lokalpolitiker haben sich vor der letzten Kommunalwahl nicht wirklich um das Gemeinwohl gekümmert..... aber das führt jetzt zu weit weg vom Thema.
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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 27.02.2018 21:45

Vor allem muss man sich mal diese Uninformiertheit der Entscheidungsträger vor Augen halten: "CNG ist auf dem absteigenden Ast" ist doch angesichts aktueller Zulassungszahlen (+370% von Jan18 gegenüber Jan17) in die Kategorie "alternative Fakten" einzusortieren.

@Wumpel:
+1

MfG Bassmann
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Beitrag von gato311 » 27.02.2018 22:15

Die Preise waren im Verhältnis zu der nächsten Tanke in Bad Oldesloe übrigens auch vom anderen Stern. Blieb nur noch die DKV-Zahlungsmöglichkeit als Argument.

Dann kam noch nerviges Verhalten nach Duderstadt dazu.

Ich habe es ja selbst dort vermieden zu tanken, wenn es mit vertretbarem Aufwand ging.

Robert
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Beitrag von Robert » 28.02.2018 11:07

wumpel hat geschrieben:
Die Tanke ist defizitär geworden, weil sie ihre Kunden mit völlig überzogenen Preisen vergrault haben!
Das kann ich anhand der von dir geposteten Absatzzahlen aber nicht im geringsten erkennen. Denn die waren ja solide steigend, allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau, einem zu niedrigen Niveau.
Dabei wird die Tankstelle schon seit Jahren defizitär gewesen sein, nicht erst nach den Preiserhöhungen. Dabei ist die Tankstellendichte tatsächlich so niedrig in der Gegend, dass ein "Vergraulen" so nicht statt gefunden hat. Nur "leider" wird deshalb noch kein guter Standort draus, denn Bargteheide ist nun einmal Pampa (verzeihe mir die Wortwahl) und im Gegensatz zu z.B. Bad Oldesloe ist auch nicht wirklich Autobahnnähe gegeben (zumindest würde ich diesen deutlich größeren Umweg auch für ein paar Cent/kg weniger nicht fahren).

Mit rund 50.000€ Umsatz im Jahr kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, wie man eine solche Tankstelle kostendeckend betreiben will. Dass das die Stadt gerne hätte ... ja, aber funktionieren wird das trotzdem nicht, nur weil man es sich wünscht.
Und dann bleiben eben nur die Möglichkeiten entweder die Finger weg zu lassen oder mit dem Geld der Steuerzahler den paar Erdgasfahrern im Kreis einen Gefallen zu tun. Und dass für letztere Idee sich nicht jeder erwärmen kann, dafür habe ich ehrlich gesagt Verständnis.

@ Bassmann
Auch wenn die Januarzahlen Mut machen, so habe ich durchaus Zweifel dass der Abwärtstrend in 2018 gestoppt wird. Mit Abwärtstrend meine ich damit nicht den Vergleich zu Neuzulassungen in 2017, sondern ob 2018 mehr Erdgasfahrzeuge in D zugelassen sind im Vergleich zu 2017. Letzteres ist für die Tankstellen ausschlaggebend.
Zum Vergleich, 2017 wurden 3.723 Fahrzeuge neu zugelassen, trotzdem sank die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in D um 4038 Fahrzeuge. Die Zulassungszahlen müssen sich also tendenziell mehr als verdoppeln, um da tatsächlich Fake-News draus zu machen. Ich würde es mir durchaus wünschen, aber drauf setzen würde ich nicht einen Euro ;).

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Beitrag von gato311 » 28.02.2018 12:38

Die Distanz der Tanke zur Autobahn ist praktisch identisch wie in Oldesloe.
Nur liegt die in Bargteheide weniger versteckt.

Und die Preise waren zumindest seit ich CNG fahre (1. Hälfte 2013) bis auf eine Ausnahme von wenigen Wochen schon immer Mondpreise.

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Beitrag von wumpel » 28.02.2018 21:32

Robert hat geschrieben:
wumpel hat geschrieben:
Die Tanke ist defizitär geworden, weil sie ihre Kunden mit völlig überzogenen Preisen vergrault haben!
[...] wird die Tankstelle schon seit Jahren defizitär gewesen sein, nicht erst nach den Preiserhöhungen.
Das liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn er sich vorstellt, reich und berühmt zu werden, ist eine einsame Tanksäule garantiert nicht der richtige Weg. Denn unabhängig vom Kraftstoff, den man verkauft, wird das Hauptgeschäft mit allem drum herum gemacht. Unterhalte dich da mal mit einem Tankstellenpächter (der keinen Maulkorb von seiner Zentrale bekommen hat;-) )
Robert hat geschrieben: Dabei ist die Tankstellendichte tatsächlich so niedrig in der Gegend, dass ein "Vergraulen" so nicht statt gefunden hat.
Falsch, hat es definitiv, siehe die Anmerkungen der anderen. Vor allem diejenigen, die die Tankkosten nicht auf eine Firma abwälzen können, achten sehr auf den Preis. Wenn du das nicht glaubst, lass dir mal die Zahlen der umligenden Tanken geben, dann wirst du es sehen ;-)
Robert hat geschrieben: ... denn Bargteheide ist nun einmal Pampa (verzeihe mir die Wortwahl) und im Gegensatz zu z.B. Bad Oldesloe ist auch nicht wirklich Autobahnnähe gegeben (zumindest würde ich diesen deutlich größeren Umweg auch für ein paar Cent/kg weniger nicht fahren).
Das mit der Distanz hat schon ein anderer widerlegt.
Ich weiß leider nicht, in welchem Landstrich du wohnst und wie du Pampa definierst .... verglichen mit Berlin, Hamburg, Frankfurt, München hast du recht. Aber ich denke nicht, dass die Größe der Gemeinde ausschlaggebend für die Umsatzzahlen ist.
Abgesehen davon:
seitdem die Preisdifferenz zu Oldesloe größer als 2-3 ct wurde (meine indviduelle Grenze), habe ich mein Tank- und Einkaufsverhalten angepasst. Fahre ja nicht nur zum Tanken los ;-)
Robert hat geschrieben: Mit rund 50.000€ Umsatz im Jahr kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, wie man eine solche Tankstelle kostendeckend betreiben will. Dass das die Stadt gerne hätte ... ja, aber funktionieren wird das trotzdem nicht, nur weil man es sich wünscht.
Und dann bleiben eben nur die Möglichkeiten entweder die Finger weg zu lassen oder mit dem Geld der Steuerzahler den paar Erdgasfahrern im Kreis einen Gefallen zu tun. Und dass für letztere Idee sich nicht jeder erwärmen kann, dafür habe ich ehrlich gesagt Verständnis.
Zu Ersterem frag doch mal die VSG oder die Stadtwerke Ratzeburg, die können da sicher weiterhelfen. ;-)
Zu Zweitem ist das zu kurz bzw. unvollständig gedacht. Die Stadtverwaltung hatte das Ganze sehr vorsichtig und umsichtig eingetütet. So gab es u. a. den Vorschlag, die Mittel mit Sperrvermerk und nur unter der Bedingung der Förderung durch Dritte bereitzustellen. Dass heisst, dass erstens nur ca.15k€ fällig geworden wären, und zweitens auch erst dann, wenn die Mehrheit der Fraktionen nach(!) Prüfung des Kaufes und des weiteren Vorgehens einverstanden ist. Also alles mit Netz und doppeltem Boden, kein Zocken mit Steuergeldern. Schwer zu verstehen, wenn man nicht so mit Verwaltungsprozessen vertraut ist, aber so ist das eben.

Fazit:
Daraus jetzt zu schliessen, dass eine Riesensumme an Steuergelden mal eben rausgeworfen werden sollten, ist abwegig.

Allerdings habe ich heute erfahren, dass
- die Fraktion mit dem C ohne Angabe von stichhaltigen Gründen und IMHO aus Fundamentalopposition gegenüber der Bürgermeisterin das Vorhaben blockiert haben
- die Leute aus der S Fraktion aus Unkenntniss und aufgrund falscher Annahmen ebenfalls abgelehnt haben
- damit ein koordiniertes und sorgfältiges Vorgehen für einen weiteren Betrieb mit Mitwirkung/Mitgestaltung durch die Stadt in dieser Haushaltsperiode gestorben ist.

Es bleibt jetzt noch die Hoffnung, dass ein anderer sich mit der e.on einigt und für einen lächerlichen Preis (eine neue CNG-Tanke kostet locker über 200k€) eine voll funktionsfähige(!) und frisch gewartete(!) CNG-Tankstelle zulegt.

Die Geschichte ist ein weiteres, trauriges Beispiel, wie etwas Gutes aus kommunalpolitischer Eitelkeit, mangels wirtschaftlicher Weitsicht (eine Tankstelle zieht auch potentielle Kunden für andere Geschäfte an) und politischem Kalkül vor die Hunde geht.

Zum Glück sind schon im Mai Kommunalwahlen, dann wird neu gemischt ;-)
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Beitrag von gato311 » 28.02.2018 21:43

>Dass heisst, dass erstens nur ca.15k€ fällig geworden wären, und zweitens auch erst dann, wenn die Mehrheit der Fraktionen nach(!) Prüfung des Kaufes und des weiteren Vorgehens einverstanden sind.

Letzteres wurde im Umweltausschuss so nicht kommuniziert. Sperrvermerk ja, aber eben keine transparente Prüfung des Kaufs möglich. Da hätte dann jede Fraktion nachträglich selbst Sachverständige beauftragen müssen, da keine Ahnung.
Da hätte man meiner Meinung nach offener als Verwaltung kommunizieren müssen, dass die Sache auch Hand und Fuß hat.

Wenn es bei der VSG an 30000 Euro hängt, die Tanke weiterzubetreiben oder nicht, man aber dennoch garantiert, alle Verluste zu tragen. Dann fragt man sich doch als Außenstehender echt, wo der Haken ist! In Anbetracht der ohnehin anfallenden Risiken und Kosten kann es daran doch nicht hängen.

Das ist zumindest erklärungsbedürftig...

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 28.02.2018 22:14

Tscha, ist wirklich schade, dass es im ersten Anlauf so unglücklich lief.
Aber kein Grund aufzugeben.
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Beitrag von Robert » 01.03.2018 18:19

wumpel hat geschrieben: Das liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn er sich vorstellt, reich und berühmt zu werden, ist eine einsame Tanksäule garantiert nicht der richtige Weg. Denn unabhängig vom Kraftstoff, den man verkauft, wird das Hauptgeschäft mit allem drum herum gemacht. Unterhalte dich da mal mit einem Tankstellenpächter (der keinen Maulkorb von seiner Zentrale bekommen hat;-) )
Das "Hauptgeschäft" nicht, aber die Gewinne werden damit gemacht. Trotzdem wird niemand den Kraftstoff quer finanzieren über das "drum herum". Der Kraftstoff mit allen seinen Nebenkosten muss sich schon selbst tragen. Und er dient dazu Kunden anzulocken, die das auch das "drum herum" mitnehmen. Darum sind auch da Umsätze der entscheidende Punkt.
wumpel hat geschrieben: Falsch, hat es definitiv, siehe die Anmerkungen der anderen. Vor allem diejenigen, die die Tankkosten nicht auf eine Firma abwälzen können, achten sehr auf den Preis. Wenn du das nicht glaubst, lass dir mal die Zahlen der umligenden Tanken geben, dann wirst du es sehen ;-)
...
Das mit der Distanz hat schon ein anderer widerlegt.
Ich weiß leider nicht, in welchem Landstrich du wohnst und wie du Pampa definierst .... verglichen mit Berlin, Hamburg, Frankfurt, München hast du recht. Aber ich denke nicht, dass die Größe der Gemeinde ausschlaggebend für die Umsatzzahlen ist.
Auch wenn die anderen Anmerkungen hatten, so belegen die von dir geposteten Zahlen das Gegenteil. Die Umsätze waren moderat steigend und nicht sinkend. Und warum die umliegenden Tankstellen nun bei einem schrumpfenden Gesamtmarkt nun deutlich steigende Zahlen haben sollten, das erklärt sich mir nicht (am Ende habe ich keine Zahlen dazu).
Zur Entfernung, klärt mich auf. Laut Google-Maps sind es in Bartgeheide 5km und in Bad Oldesloe nur 3 km. Oder mache ich da einen Fehler? Ich komme nicht von da, aber als Außenstehender ist Bad Oldesloe attraktiver aufgrund der Lage.
wumpel hat geschrieben: Zu Zweitem ist das zu kurz bzw. unvollständig gedacht.
...
Die Geschichte ist ein weiteres, trauriges Beispiel, wie etwas Gutes aus kommunalpolitischer Eitelkeit, mangels wirtschaftlicher Weitsicht (eine Tankstelle zieht auch potentielle Kunden für andere Geschäfte an) und politischem Kalkül vor die Hunde geht.
Was jetzt eine "Riesensumme" ist, sei mal dahin gestellt, aber auch 15t€ sind Geld. Kraftstoffe zu verkaufen ist auch für mich keine Aufgabe von Kommunen.
Und dass eine Erdgastankstelle ein Wirtschaftsfaktor ist ... sorry, aber da glaubst du doch nicht wirklich dran? Diese Erdgastankstelle ist nur für 91 Personen gut, das sind die 91 Personen aus dem Landkreis, die ein Erdgasfahrzeug fahren, allen voran die Frau Bürgermeisterin. Und der Rest soll das bezahlen.

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Beitrag von gato311 » 01.03.2018 18:31

Distanz:
Ja, nach OD an die Tanke minimal kürzer, dafür gut versteckt. In der Praxis merkste das nicht, da Landstr. Ist nach Bargteheide sogar faktisch eine Ampel weniger, da die Ampel in Hammoor nur ne fast nie aktive Drückampel ist.

Robert
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Beitrag von Robert » 01.03.2018 18:36

gato311 hat geschrieben:Distanz:
Ja, nach OD an die Tanke minimal kürzer, dafür gut versteckt. In der Praxis merkste das nicht, da Landstr. Ist nach Bargteheide sogar faktisch eine Ampel weniger, da die Ampel in Hammoor nur ne fast nie aktive Drückampel ist.
Trotzdem sind es 4km Differenz, nach Vollkostenrechnung von ca. 15 Cent/km sind das 60 Cent ... die muss man erst mal beim Tanken sparen.

5km hin und 5km zurück, das ist einfach unattraktiv. So etwas versuche ich ernsthaft zu vermeiden und anderen wird es da nicht anders gehen.
Dabei sei angerkt, dass auch die Tanke in OD nicht toll ist, aber sie ist ggf. das kleinere Übel.

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Beitrag von wumpel » 01.03.2018 19:52

Robert hat geschrieben: [...] Und er dient dazu Kunden anzulocken, die das auch das "drum herum" mitnehmen. Darum sind auch da Umsätze der entscheidende Punkt.
Na dann haben wir ja zumindest da einen gewissen Konsens. Die Generierung von Mitnahmegeschäften (weiss nicht, ob das wirklich so heisst, ich nenne es eher Beifang ;-) ) ist mit einer der Gründe, warum z. B. Lebensmittelläden sich auch eine Postfilliale ins Haus holen.
Robert hat geschrieben: [...] 4km Differenz, nach Vollkostenrechnung von ca. 15 Cent/km sind das 60 Cent ... die muss man erst mal beim Tanken sparen.
Ob hier die Vollkostenrechnung das richtige Maß ist, mag jeder selbst entscheiden.
Für mich und viele andere ist eine Preisdifferenz von mehr als 3 ct pro kg oder l ein Grund, auch einen Umweg zu fahren. Als Endverbraucher kann ich so mit den Füßen/Reifen abstimmen, wer mein Geld verdient.

Robert hat geschrieben: [...] bei sei angerkt, dass auch die Tanke in OD nicht toll ist, aber sie ist ggf. das kleinere Übel.
Die Tanke ist eine reine Automatentanke und funktioniert sehr gut und schnell. War auch sehr attraktiv zu Zeiten des "Mutti-Scheins" ;-)
Robert hat geschrieben: [...] ... sorry, aber da glaubst du doch nicht wirklich dran? Diese Erdgastankstelle ist nur für 91 Personen gut, das sind die 91 Personen aus dem Landkreis, die ein Erdgasfahrzeug fahren, allen voran die Frau Bürgermeisterin. Und der Rest soll das bezahlen.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Welt hört nicht an der Stadtgrenze auf, es gibt viele Durchreisende, nicht nur an Autobahntankstellen.

Und nur weil die Bürgermeisterin zufällig ein CNG-Fahrzeug fährt (was sie schon lange vorher hatte), darf sie nicht für eine Erdgas-Tankstelle sein? Darf sie auch keine Elektroladesäulen mehr aufstellen lassen, wenn sie zufällig ein Elektrofahrzeug hat oder sich eines kauft? Darf sie nicht mehr für Radwege sein, weil sie gelegentlich mit den Rad fährt?
Sorry, diese Argumentation ist in meinen Augen zu flach und Missgunst-getrieben.
Auch eine Bürgermeisterin hat das Recht auf eine eigene Meinung. Und eine Bürgermeisterin kann nicht "Per Order Mufti" irgendetwas gegen den politischen Willen der Mehrheit durchsetzen. Und wenn sie das versucht, ist es i. d. R. politischer Selbstmord.
Und bevor jetzt noch behauptet wird, ich gehöre einer der politischen Gruppierungen vor Ort an - weit gefehlt. Ich bin nur ein Mitbürger, der sich aktiv in einen politischen Prozess einbringt. Ich bin auch nicht mit einer Person aus der Verwaltung oder einer der größeren lokalen Fraktionen verwandt. Was auch gut so ist...
Und ich möchte jeden ermuntern, es in seinem Bereich ebenso zu tun. Tut nicht weh. Die Termine für öffentliche Sitzungen sind immer bei der Statdverwaltung zu erfragen, Besuche von engagierten Bürgern willkommen.

Nach meiner Überzeugung ist CNG keinesfalls eine kurzfristig aussterbende Antriebsart (wie sie manche aus größeren Fraktionen nennen), dafür gibt es zu viel davon, nicht nur im Privat-, sondern auch im Unternehmensbereich.
Die Autmobilhersteller benötigen dringend(!) eine CO2-arme Alternative zum bisherigen Mineralöbasierten Kraftstoff, sonst können sie die Quoten für den CO2-Ausstoß, die sie per Gesetz zu erfüllen haben, vergessen. Ein paar reichweitenarme, Ressourcenfressende Elektromobile (die das CO2-Erzeugungs-Problem nur verlagern, nicht lösen) werden da nicht helfen.

Ich finde es spannend und gut, dass hier so eine rege Debatte geführt wird :-)
Vielleicht sollte ich den Stadtverordneten mal einen Hinweis auf dieses Forum geben ;-)
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Beitrag von Robert » 01.03.2018 20:38

wumpel hat geschrieben: Für mich und viele andere ist eine Preisdifferenz von mehr als 3 ct pro kg oder l ein Grund, auch einen Umweg zu fahren.
...
Die Tanke ist eine reine Automatentanke und funktioniert sehr gut und schnell.
Ein Grund ist das für mich auch, aber nur einer von mehreren. Ein guter Druck ist z.B. auch ein Grund. Allerdings meist lässt die Fahrstrecke eh keine Optionen zu.
...
Das glaube ich dir, dass die schnell ist. Nur muss man trotzdem von der Autobahn 3km hin und wieder zurück gurken. Eine ähnliche Situation hatte ich einst mit der Tanke in Böhl-Iggelheim. Die ist auch 3km weg von der Autobahn und kostete damals 99 Cent/kg ... rund 15 Cent/kg weniger als Bad Rappenau. Das habe ich trotzdem nur einmal gemacht. Der Umweg war es mir nicht wert (hat mit Umweltschutz übrigens auch nichts zu tun).
wumpel hat geschrieben:Die Welt hört nicht an der Stadtgrenze auf, es gibt viele Durchreisende, nicht nur an Autobahntankstellen.
Und hier noch mal schon vorweg Entschuldigung, aber wer soll denn da durch fahren in der Pampa?
Das ist doch illusorisch und spiegelt sich in den mehr als mauen Umsatzzahlen nur wieder.
Und natürlich darf Frau Bürgermeister eine Meinung haben, nur wenn sie sich für eine solche Minderheit so massiv einsetzt, dann sagt der Schwabe hier, dass das ein Geschmäckle hat, vor allem wenn es richtig Geld kostet. Und unterschätze das nicht, so eine Nummer kann ganz schnell richtig nach hinten los gehen.
Ansonsten habe ich nie angenommen, dass du politisch da ein Amt bekleidest, du wärst einfach nur echter Profiteur von dieser Finanzierung zu Lasten der Steuerzahler. Einer der 0,6% im Landkreis ;).
Ob CNG ausstirbt ... da bin ich mir noch nicht so sicher. Eine Tankstelle würde ich mit meinem Geld aber nie im Leben eröffnen (ernsthafte Frage, würdest du dein Geld da investieren?). Denn ich sehe da keine Gewinnperspektive.
Sollte die aber wieder da sein, dann kannst du dir sicher sein, dass sich auch ein Investor dafür findet. Aber so lange sich keiner findet, ist das ein Zuschussgeschäft und der Staat war schon immer der schlechteste Betreiber. Darum kann das Andenken von Frau Bürgermeister finanziell nur in die Hose gehen.

P.S.:
Ich finde dir Diskussion auch gut.
Wie gesagt, ich habe keinen echten Einblick in die örtliche Situation und schaue nur von außen drauf.

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Beitrag von gato311 » 01.03.2018 23:06

Konkret zur Tanke OD:
guter Druck,
früher mal lahmes Terminal, was aber jetzt extrem verbessert wurde,
kein DKV!

Schon aus letzerem Grund ist sie für mich als Ausnahmetanke degradiert. Dazu ist sie seit kurzem noch 3 cent teurer als Lübeck, was aber alleine nicht so schlimm wäre.

Übrigens:
In der Kollaustr in HH habe ich eben für 1,189 getankt, obwohl am Schild 1,239 stand.
Kassiererin wußte eh von nix.
Wenn man bei gibgas guckt, scheint aber generell in HH gesenkt worden zu sein heute, teilweise runter bis 1,129.

Gruß

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Beitrag von wumpel » 16.05.2018 08:30

Moin!

Der Zettel an der CNG-Tanksäule der AVIA ist recht ernüchternd :confused: aber es gibt noch Hoffnung! :D
Obwohl der Kauf durch die beiden großen Fraktionen in der hiesigen Stadtvertretung zunächst mit windigen Argumenten und aufgrund verfälschender Angaben abgelehnt wurde, ist das Thema dennoch weiter auf der Tagesordnung. Und weil sich bei der letzten Kommunalwahl eine deutliche Machtverschiebung in der Statdvertretung ergeben hat, gibt es durchaus Chancen, dass die Tanksäule wieder aktiviert wird.

Am 23.05.18 um 19:00 findet im Rathaussaal eine öffentliche Sitzung des "Ausschuss für Umwelt, Klima und Energie" statt. Auf der Tagesordnung steht wieder der mögliche Ankauf der Tankstelle. Wer Interesse hat oder auch Fragen/Anmerkungen/Anregungen zu diesem TOP los werden möchte, ist herzlich dazu eingeladen! Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig CNG als umweltfreundliche Alternative bekannt ist, da gibt es einigen Informationsbedarf für die hiesigen Entscheider. Ich selbst werde dabei sein, würde mich freuen, wenn ich nicht als einziger Betroffener aus der Region/Stadt da bin.
Nähere Infos dazu gerne auch per PN. ;-)
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