Fiat 500L mit Erdgas

Hier geht es um die CNG-Modelle von Fiat.

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Heiko
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Fiat 500L mit Erdgas

Beitrag von Heiko » 04.07.2017 21:25


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bljack
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Beitrag von bljack » 05.07.2017 06:05

Also bei aller Liebe und positiver Einstellung zu CNG, aber warum muss die CNG-Variante eigentlich immer der absolute Bodensatz (bzw. sehr nah dran) der Antriebe sein? (Bei den Antrieben hat sich im Facelift wohl nicht so viel getan; einzig der 85 PS Diesel wurde durch 95 PS ersetzt und der 105 PS Diesel gestrichen.)
Kicker hat geschrieben:Neben den drei Benzinern mit der Leistungspalette von 95 PS bis 120 PS, darunter der Zweizylinder -Turbo mit 900 Kubikzentimetern Hubraum und 105 PS, sorgen zwei Turbodiesel mit 95 PS (optional auch mit Automatik erhältlich) und 120 PS für Vortrieb. Außerdem liefert Fiat den 500 L auf Wunsch auch mit einem bivalenten Benzin-Erdgasantrieb; die Leistung des Twinair-Zweizylinders liegt dann bei 80 PS.
Schlechter/langsamer/zäher fährt sich vermutlich nur der 1.4er Sauger mit 95PS und 127Nm (der CNG kommt wenigstens auf 140Nm)... :-/
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

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Gulbenkian
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Beitrag von Gulbenkian » 05.07.2017 08:00

bljack hat geschrieben:warum muss die CNG-Variante eigentlich immer der absolute Bodensatz (bzw. sehr nah dran) der Antriebe sein?
[...]
Schlechter/langsamer/zäher fährt sich vermutlich nur der 1.4er Sauger mit 95PS und 127Nm (der CNG kommt wenigstens auf 140Nm)... :-/
Dass 80PS und 140Nm für einen 1500kg schweres Auto etwas wenig sind, da gebe ich Dir Recht. Für einen Panda ist der Motor recht passend.

Fiat steckt anscheinend keinen Cent mehr in CNG. Die Kohle fliesst in Benziner und Diesel. Die letzten 5-6 Jahre hat Fiat verschlafen bei CNG was zu tun. Der TwinAir Natural Power ist 1:1 vom Benziner übernommen und nicht aus Erdgas optimiert.
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bljack
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Beitrag von bljack » 05.07.2017 08:27

Finde ich schon recht schade, da Fiat in seinem Heimatland (oder gehören die inzwischen auch zu Investoren aus Übersee?) die beste CNG-Infrastruktur hat. Und wenn ich mich recht entsinne, war aus Italien doch vor kurzem auch noch zu höhren, dass nochmal massiv ausgebaut werden soll :confused:

Selbst eine halbherzige (aber haltbare) Umrüstung des 1.4 Turbos dürfte im CNG-Betrieb leicht auf 110PS kommen und wäre damit in der Motorenpalette (mit 120PS als "Topmotorisierung") für das Fahrzeug ein Zeichen, dass CNG nicht bedeuten muss, am Brenner nur mit Anschubhilfe durch einen LKW den Berg hoch zu kommen... :-(
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Gastra
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Beitrag von Gastra » 06.07.2017 19:41

der 500er Twinair Motor ist technisch wesentlich aufwendiger als der 1400er Sauger. Da gibt esne vollvariable Ventilsteuerung, Aufladung und eine doch sehr beachtliche Literleistung. Als Bodensatz würd ich diesen Motor nun wirklich nicht bezeichnen, der Sauger ist mit Sicherheit deutlich billiger in der Herstellung.

Leider waren die Twinairmotoren bei allen Tests immer die mit der größten Differenz zwischen Realverbrauch un Zyklusverbrauch, da scheint die Applikation mit italienischer Gründlichkeit gemacht worden zu sein, ist hoffentlich mit der Weile verbessert...

Gruß
Dominik

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 06.07.2017 20:54

Hmmm... Technisch hochinteressant ist der Twinair schon, allerdings bleibt er dennoch ein Zweizylinder, und der kann einfach nicht harmonisch laufen.

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
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Beitrag von Gulbenkian » 06.07.2017 21:55

Bassmann hat geschrieben:Hmmm... Technisch hochinteressant ist der Twinair schon, allerdings bleibt er dennoch ein Zweizylinder, und der kann einfach nicht harmonisch laufen.
[offtopic]Och, ich find ein 1000er Zweizylinder kann schon recht harmonisch laufen.

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Hat was von Diesel, ist aber um Längen sauberer :rolleyes:
Italienische Zweizylinder finde ich i.A. auch ganz nett.[/offtopic]
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Beitrag von Bassmann » 06.07.2017 23:03

Na, dann denk bitte nochmal über Massenkräfte nach.
Ausgleichswellen sind eine Krücke, die Kraftstoff frisst. Geht gar nicht anders.

4zyl-Boxer ist Vorbild. 6-zyl-Reihe ist eine Optimierung davon. Weniger als 4 Pötte sind nur mit Hilfsmitteln zu zivilisieren.

8-Zyl.? Im Ferrari als Boxer zu haben. Sicherlich i.S. Massenkräfte ein Brüller. Als V8 kommt es auf den Winkel zwischen den Bänken an. Und dann gibt es noch den W8 wie im Passat, da hab ich keine aufgeschnappten Meinungen und auch keine Erfahrungen. V12? Das ist 2x R6, noch ruhiger geht doch kaum noch.

Meine Meinung. Muss ja nicht jeder auch so sehen.

MfG Bassmann
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Beitrag von bljack » 07.07.2017 06:19

Gastra hat geschrieben:der 500er Twinair Motor ist technisch wesentlich aufwendiger als der 1400er Sauger. Da gibt esne vollvariable Ventilsteuerung, Aufladung und eine doch sehr beachtliche Literleistung. Als Bodensatz würd ich diesen Motor nun wirklich nicht bezeichnen, der Sauger ist mit Sicherheit deutlich billiger in der Herstellung.
Der Bodensatz war nicht auf die Technik oder Literleistung bezogen sondern auf die Leistung ;-)
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Gastra
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Beitrag von Gastra » 07.07.2017 11:41

Hallo Bassmann,


fahr mal ein modernes Auto der Mittelklasse mit Dreizylinder (Ford Focus, BMW 3er) und Du wirst sehen dass das nicht stimmt. Bei Ford läuft der Dreizylinder sogat ohne Ausgleichswelle, trotzdem höhrt man ihn fast gar nicht, nur bei hohen Drehzahlen dringt ein leiser, durchaus angenehmer Sound bis in den Innenraum.

Hier mal der BMW Dreizylinder zum Zuhören, der klingt ffür meine Ohren richtig sportlich:

http://www.bimmertoday.de/2012/09/18/bm ... interview/

Zudem laufen Dreizylinder bei hohen Drehzahlen deutlich angenehmer als Vierzylinder, hier treten die zündabstandbedingten Drehungleichförmigkeiten in den Hintergrund und die massenbedingten Drehungleichförmigkeiten bei Vierzylinder kommen umso deutlich zu Tage (vier Kolben die gleichzeitig stehen bleiben und wieder beschleunigen).

Beim Zweizylinder ist der Klang schon recht prägnant, muss man nicht mögen, kann man aber. Komischerweise gilt so ein Sound beim Motorrad als purer Genuss (alte Englische Paralelltwins, BMW Boxer etc.).

Ich finde es gut wenn die sparsamste Variante mit CNG verfügbar ist, sonst ist die erzielbare Einsparung von vorne herein geringer.

Gruß
Dominik

kanister
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Beitrag von kanister » 08.07.2017 10:06

Also mir fiel damals die Kinnlade runter, als ich 80PS gelesen habe. Bei der langen Kiste, echt jetzt? Das ist für die deutsche Autobahn einfach nicht mehr zeitgemäß, jedenfalls in hügeliger Gegend.

Hier sind mindestens 8PS/kg Leistungsgewicht angesagt. Wer mit weniger kommt, darf sich ständig über zu kurze Autobahnauffahrten ärgern und irgendwelche Honks, die einem ständig die Lücke zufahren, die man zum Beschleunigen bräuchte (oder kriegt immer wieder Lichthupe zu sehen, weil man eben nicht ruck-zuck einen LKW überholen kann, oder wild gestikulierende Idioten über mehrere Hundert Meter direkt an der Stoßstange).

Da nützt auch die feinste italienische Ingenieurskunst nichts, wenn zu wenig davon geliefert wird.

venator
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Beitrag von venator » 08.07.2017 10:29

Also wenn euch die Typen im Rückspiegel ärgern, müsst ihr einfach italienisch fahren.
Den Rückspiegel nicht beachten und vergessen wer da so rumzappelt.
Wenn ich mit meinem MII auf der AB überhole dann dauert es eben so lange wie es braucht.
Mann muss die Anderen ja nicht ärgern, und kurz vor den nachkommenden Autos rausfahren.
Nur wenn dann einer bei Tempolimit 130 angeblasen kommt, mit deutlich mehr als erlaubt, dann kann ich mich auch nicht in Luft auflösen. Wenn alle etwas mehr Rücksicht nehmen, gehen auch 68 PS auf der Autobahn.
Und wo, wenn nicht auf der Autobahn, lohnt sich CNG? Als Stadtauto mit 5000 km im Jahr eher nicht.
Mittlerweile sind wir mit unseren CNG Autos schon über 300.000km gefahren.
Ohne Probleme.
Gruß Venator

Gastra
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8PS/kg

Beitrag von Gastra » 08.07.2017 12:31

kanister hat geschrieben:Also mir fiel damals die Kinnlade runter, als ich 80PS gelesen habe. Bei der langen Kiste, echt jetzt? Das ist für die deutsche Autobahn einfach nicht mehr zeitgemäß, jedenfalls in hügeliger Gegend.

Hier sind mindestens 8PS/kg Leistungsgewicht angesagt. Wer mit weniger kommt, darf sich ständig über zu kurze Autobahnauffahrten ärgern und irgendwelche Honks, die einem ständig die Lücke zufahren, die man zum Beschleunigen bräuchte (oder kriegt immer wieder Lichthupe zu sehen, weil man eben nicht ruck-zuck einen LKW überholen kann, oder wild gestikulierende Idioten über mehrere Hundert Meter direkt an der Stoßstange).

Da nützt auch die feinste italienische Ingenieurskunst nichts, wenn zu wenig davon geliefert wird.
also dann müsste mein Astra 11040 PS benötigen, meinste nicht das wär ein bisschen zu viel des Guten?


Gruß
Dominik

kanister
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Re: 8PS/kg

Beitrag von kanister » 08.07.2017 13:46

Gastra hat geschrieben:
kanister hat geschrieben:Also mir fiel damals die Kinnlade runter, als ich 80PS gelesen habe. Bei der langen Kiste, echt jetzt? Das ist für die deutsche Autobahn einfach nicht mehr zeitgemäß, jedenfalls in hügeliger Gegend.

Hier sind mindestens 8PS/kg Leistungsgewicht angesagt. Wer mit weniger kommt, darf sich ständig über zu kurze Autobahnauffahrten ärgern und irgendwelche Honks, die einem ständig die Lücke zufahren, die man zum Beschleunigen bräuchte (oder kriegt immer wieder Lichthupe zu sehen, weil man eben nicht ruck-zuck einen LKW überholen kann, oder wild gestikulierende Idioten über mehrere Hundert Meter direkt an der Stoßstange).

Da nützt auch die feinste italienische Ingenieurskunst nichts, wenn zu wenig davon geliefert wird.
also dann müsste mein Astra 11040 PS benötigen, meinste nicht das wär ein bisschen zu viel des Guten?


Gruß
Dominik
Jaja, da hat sich ein Faktor-Fehler eingeschlichen. Ich meinte eher etwas wie 80PS/Tonne bzw. 8PS/100kg. Wer will kann das auch nach KW und Kehrwert (also das echte Leistungsgewicht). Wenn man der allwissenden Müllhalde glaubt, lag das gängige LW anno 2012 bei 14,7kg/kw. Das wären als Leistungdichte: 9,25ps/100kg.

Meine Schätzung war also noch eher vorsichtig, die Leistung ist in den letzten fünf Jahren vermutlich noch weiter gestiegen. Und der 500L... achja, ca. 23kg/kw. Na dann viel Spaß.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 08.07.2017 14:42

das Leistungsgewicht mag sich in den letzten Jahren verbessert haben, aber ich glaube nicht dass deswegen die Durchschnittsgeschwindigkeiten so deutlich geändert haben.

Mal aus eigener Erfahrung, mein Astra rollt bei 4% Gefälle mit 120 km/h mit gleichbleibender Geschwindigkeit ohne Gang (subjektiver Eindruck). Das bedeutet, dass die Fahrwiederstände bei 120 km/h genausogroß wie die Hangabtriebskraft sind. Mit einer einfachen Rechnung siehr mann, dass ungefähr 18,4 kW ausreichen um 120 km/h zu fahren:

1400 kg * 9,81 m/s * 0,04 * 120/3.6 = 18,3 kW

bei 4% Steigung (mehr ist auf deutschen Autobahnen selten) benötigt man das doppelte an Antriebsleistung um die Geschwindigkeit zu halten. Selbst mit 50 PS könnte ich also fast durchgehend 120 km/h fahren mit meinem Astra. Ich hab aber doppelt so viel, das reicht aus für Tempo 120 bei 12% Steigung (mit 6200 U/min...).

Das Ding von Fiat ist sicherlich subjektiv schon sehr zäh, aber mal rein rational betrachtet braucht man nicht wirklich mehr Leistung zum Vorankommen. Fahrspaß bringt das Ding sicherlich nicht, aber wer den sucht kauft sich nicht so einen komische Gurke

Gruß
Dominik

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