Leckage B180 NGT - Austausch komplette Tankanlage??

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B-Erdgas
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Leckage B180 NGT - Austausch komplette Tankanlage??

Beitrag von B-Erdgas » 23.11.2017 08:48

Hallo zusammen,

wir sind seit über 10 Jahren Erdgas-Fahrer und haben nun anscheinend das erste Mal ein echtes Problem.

Bei der TÜV-Untersuchung wurde eine Leckage am Tanksystem festgestellt und die Plakette nicht erteilt. Darauf hin waren wir im Großraum Stuttgart bei zwei Mercedes-Werkstätten um die Leckage beseitigen zu lassen. Ergebnis: die eine Werkstatt misst austretendes Gas, findet aber das Leck nicht und die die andere Werkstatt behauptet, dass die Tankanlage so massiv undicht sei, dass der Austausch der ganzen Tankanlage notwendig sein soll; Kosten: >7000 EUR! Man stelle sich einmal vor: eine 7 Jahre alte B-Klasse muss stillgelegt werden, weil die Reparaturkosten den Zeitwert des Fahrzeugs übersteigt und ein Weiterbetrieb mit stillgelegter CNG-Tankanlage nicht erlaubt ist. Ein Wahnsinn, oder? :evil:

Da die normalen MB-Werkstätten anscheinend mit dieser Thematik hoffnungslos überfordert zu sein scheinen, suchen wir nun nach Profis, die sich wirklich mit dem Thema auskennen. Also langer Rede kurzer Sinn: habt Ihr einen Tipp für uns, an wen wir uns wenden können? Möglichst im Großraum Stuttgart?

Viele Grüße
Andreas

Gastra
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Beitrag von Gastra » 23.11.2017 15:52

So eine Gasanlage besteht aus vielen Elementen, die kann man einzeln auf Dichtigkeit prüfen. Beispielsweise in demman die Anlage Leerfährt, einzelne Flaschenventile stromlos macht und sieht ob die Undichtigkeit dann noch auftritt. Wenn z.B. die Verbindung von Flasche zum Ventil undicht ist, lässt sich dieser Fehler so aufspüren. Danach würd ich die Verbindung in Richtung Motorraum von einer Werkstatt verschießen lassen und sehen ob das hintere System den Druck hält.

Für so ein systematisches Vorgehen muss man einiges an Zeit einplanen, aber es ist nicht sehr arbeitsintensiv, wenn eine Gaswerkstatt das will, dann bekommt sie das auch hin.

Vorher würde ich aber das Auto mal auf ne Bühne stellen und selber mit Lecksuchspray auf die Suche gehen.

viel Erfolg!

DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 23.11.2017 17:57

Moin,
konnte der TÜV Prüfer denn zumindest sagen wo ungefähr (Kofferraum, Motor oder sonstwo) Gas festgestellt hatte und evt. auch wie hoch die Konzentration war? 100ppm oder war es mehr?

Edit: Ich bin übernächste Woche wieder im Bereich Bayern/BaWü unterwegs und könnte mit meinen Snooper und Lecksuchspray die Leckage evt eingrenzen/finden.

wolle
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Beitrag von wolle » 23.11.2017 20:06

Find ich echt super, was es hier für hilfsbereite Leute gibt -->Der Raucher. Hut ab!

Ich finde es bodenlos von Mercedes, dass man dir wegen einer Undichtigkeit gleich eine aus unzähligen Komponenten bestehende Neuanlage für 7000,- € andrehen will. Echt lachhaft, aber sie versuchen halt an Geld zu kommen...

Bestenfalls ist nur eine Schraubverbindung undicht, was vielleicht in 5 Minuten behoben wäre. Die sind nämlich werkseitig nur so leicht zugedreht, dass man sie fast schon werkzeuglos mit zwei Fingern öffnen kann. Ich war jedenfalls damals ziemlich erstaunt.

Ich selbst habe meine beiden Tanks im Frühling komplett ausgebaut, um eine Anhängerkupplung nachzurüsten. Dabei habe ich mehrere Schneidringverschraubungen an den Gasleitungen lösen und danach auch wieder verschließen müssen. Da bis heute, also etwa 10000km später, immernoch alles dicht ist, wage ich zu behaupten, dass man diese Verschraubungen auch mehrmals verwenden bzw. gegebenenfalls einfach nachziehen kann.

Um die undichte Stelle zu lokalisieren würde ich in erster Instanz mit dem elektronischen Lecksuchgerät arbeiten, dann in zweiter Instanz den bereits eingegrenzten Bereich mit Seifenwasser oder Lecksuchspray an den möglichen Übergangsstellen einpinseln. An der undichten Stelle entstehen dann Blasen. Sämtliche Gastanks müssen nach Leckortung und vor der Reparatur am Ventil mechanisch und elektrisch verriegelt werden. Am allerbesten ist es, wenn man sie vor der Reparatur komplett leer fährt, also das Fahrzeug bereits auf Benzinbetrieb umgeschalten hat. Das ist echt kein Hexenwerk.

Das bei derartigen Arbeiten höchste Konzentration und gastechnisches Verständnis angebracht ist, sowie nicht geraucht oder sonst irgendwie Funken durch Handybenutzung o.ä. erzeugt werden dürfen, sollte selbstverständlich sein. Wenn man grundsätzlich versiert ist und sich durch Einlesen in die spezielle Materie intensiv damit befasst, ist das auf eigene Verantwortung machbar.

Derartige Arbeiten besser immer im Freien durchführen, denn wenn sich Gas in einer geschlossenen Räumlichkeit ansammelt, dann reicht schon das Betätigen eines Lichtschalters, um sich und die Räumlichkeit mitsamt Auto dem Erdboden gleichzumachen. Dadurch sind schon mehrere Werkstätten in die Luft geflogen.

Es ist also zwingend erforderlich, dass du, bis der Schaden an deinem Wagen behoben ist, Tiefgaragen und Einzelgaragen konsequent meidest.

LG und viel Erfolg!
viele grüße von wolle aus bayern

DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 23.11.2017 21:12

Da Ich eine Fachkraft für CNG Anlagen bin und das Equipment dafür auf dem Servicebulli habe wäre das eh kein Problem. Und meist bin ich eh im Umkreis von 100km von Stuttgart unterwegs.

B-Erdgas
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Beitrag von B-Erdgas » 24.11.2017 09:27

Hallo zusammen,

wow, mit solch einer Resonanz hätte ich gar nicht gerechnet :-)
Ich habe am Montag erstmal einen Termin mit einer spezialisierten Werkstatt hier in der Gegend und werde dort eine gründliche Lecksuche mit Leckspray machen lassen und alles live anschauen.

Da wir nie irgendeinen Gasgeruch am Auto wahrgenommen haben, bin ich zuversichtlich, dass die Anlage dicht ist und es sich bei den Schnüffelaktionen um Falschmessungen aufgrund von Benzin o.ä. in der Umgebung gehandelt hat.

@Raucher: vielen Dank für Dein Angebot. Warten wir erstmal den Montag ab, dann sehen wir weiter ;-)

Viele Grüße
Andreas

MiniDisc
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Beitrag von MiniDisc » 24.11.2017 18:15

wolle hat geschrieben:Ich finde es bodenlos von Mercedes, dass man dir wegen einer Undichtigkeit gleich eine aus unzähligen Komponenten bestehende Neuanlage für 7000,- € andrehen will. Echt lachhaft, aber sie versuchen halt an Geld zu kommen...
Und wieder ein Fall wo ein Beweis für die Aussage "Das Beste, oder nichts" erbracht wurde. :rolleyes:

B-Erdgas
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Beitrag von B-Erdgas » 29.11.2017 19:46

Hallo zusammen,

bin bei einem Gasumrüster gewesen und habe die B-Klasse dort untersuchen lassen. Ergebnis: die Tankanlage ist komplett in Ordnung. Alles dicht. Habe dies als offiziellen Prüfbericht bestätigt bekommen und damit dann die HU-Plakette erhalten. Soweit so gut.
Der MB-Werkstatt habe ich meinen Fall auch nochmal schriftlich dargelegt. Mal sehen, was da zurück kommt...

Viele Grüße
Andreas

DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 29.11.2017 19:53

Freut mich das es unkompliziert gelöst werden konnte.
Tja, auch der Umgang mit einem Snooper muss gelernt sein.
Und das ein Snooper welcher für Ch4 ausgelegt ist teilweise auch auf andere Stoffe reagiert sollte man wissen.

Gastra
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Beitrag von Gastra » 30.11.2017 16:02

B-Erdgas hat geschrieben:Hallo zusammen,

bin bei einem Gasumrüster gewesen und habe die B-Klasse dort untersuchen lassen. Ergebnis: die Tankanlage ist komplett in Ordnung. Alles dicht. Habe dies als offiziellen Prüfbericht bestätigt bekommen und damit dann die HU-Plakette erhalten. Soweit so gut.
Der MB-Werkstatt habe ich meinen Fall auch nochmal schriftlich dargelegt. Mal sehen, was da zurück kommt...

Viele Grüße
Andreas
was soll das zurückkommen, die denken sich nur schade, dass wir dem kein neues Auto andrehen konnten....

Ich kenne so einen Fall wo ein betuchter älterer Herr mit einem kaputten Anlasser an einem10 Jahre alten Auto zu einer Mercedes Werktstat gefahren ist, dort hat man versucht ihm klar zu machen, dass sich eine Reperatur nicht mehr lohnen würde und versucht ihm gleich ein neues Auto schmackhaft zu machen (grade günstiges Angebot blabla....)

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