Stern: Hat Erdgas / CNG eine Zukunft?

Rund um die Serien-Erdgasmodelle von Volkswagen, Audi, Seat und Škoda.

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SiggyV70
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Stern: Hat Erdgas / CNG eine Zukunft?

Beitrag von SiggyV70 » 07.12.2017 18:32

Hier der Link zum Artikel:
https://www.stern.de/auto/fahrberichte/ ... 77372.html
Gruß SiggyV70
Volvo V70 Bifuel
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Bis jetzt 185.000km angenehme Kilometer
VW Passat Ecofuel, Kombi, DSG
Bj 2009, 169.000km
http://www.borkum-exklusiv.de

Robert
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Beitrag von Robert » 07.12.2017 19:10

Mittelprächtiger Artikel.

Denn erstens sind Autokonzerne nicht Mutter Theresa. Sie machen das was sie tun nicht aus Nächstenliebe, sondern um Geld zu verdienen. Darum fällt jede Entscheidung mit Kalkül.
Die eigentliche Frage an der Stelle ist doch viel eher, warum kommt VW zum Ergebnis an Erdgas so fest zu halten und die meisten anderen nicht? Aber die Frage findet keine Antwort.

Aber einen guten Satz gab es am Ende dann doch:
"Letztendlich wird über Durchbruch oder Scheitern an der Ladenkasse entschieden."
Sprich es wird über das Finanzielle entschieden und das trifft den Punkt.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 07.12.2017 20:59

Veränderungen gab es im Straßenverkehr immer nur dann, wenn es dem deutschen Michel ans Portemonnaie ging. Ich erinnere mich noch gut an die Einführung der Gurtpflicht. Da gab es tatsächlich Deppen, die sich lieber ein T-Shirt mit nem Schräg über die Brust verlaufenden schwarzen Streifen angezogen haben, als die Gurte zu benutzen. Genützt hat es ihnen nix, es kam die Geldbuße für das Unterlassen der Gurtbenutzung. Ab da wurde die Anschnallquote besser.

Ohne Repressalien geht es offenbar nicht.

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von Robert » 07.12.2017 21:33

Das Finanzielle ist ein ganz starkes Argument, vor allem dann, wenn die sonstigen Leistungen identisch sind.

Die Gurtpflicht finde ich da eher ein schlechtes Beispiel, denn die Mehrheit hat selbst damals den Sinn erkannt, ganz ohne eine Strafandrohung.
Ähnlich wäre es bei Geschwindigkeitsbeschränkungen. Klar ärgere ich mich auch darüber immer wieder, aber wenn mich jemand ernsthaft fragt, ob ich eine generelle Abschaffung befürworte, dann kann ich das natürlich nur verneinen.

MK
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Beitrag von MK » 08.12.2017 12:05

Die Motivation von VW hat der Leiter der dortigen Ottomotoren-Entwicklung kürzlich dargelegt:
https://www.autouni.de/content/master/d ... c3%a4t.pdf

In a Nutshell: Wenn Muttis Gurkentruppe die Erzeugung der Treibstoffe in die CO2 Bewertung von Fahrzeugen einrechnet, dann kann man mit CNG auf Anhieb besser als eAntriebe werden und massiv den Flottenverbrauch drücken.
Aktuell “bringt“ den OEMs jede verkaufte eMöhre richtig was in der Bilanz, da sie mit 0 g CO2 Bewertet wird.
Ciao
Martin
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Gasgeberin
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Beitrag von Gasgeberin » 08.12.2017 21:00

Wenn der Stern was zu CNG schreibt, lese ich es nicht mehr. Die sind so gut informiert, wie ein Sack Reis.
Entschuldigung für die harten Worte.
Warum machen es die anderen nicht?
Opel macht es.
Die Franzosen machen es, aber nicht für Deutschland, weil wir noch am Diesel kleben.
BMW und Mercedes.... haben hinten was drin, was sie antreibt ;-) . Das heißt, die Flasche(n) müssten in den Kofferraum oder auf die Rücksitzbank und die Reichweiten wären so gering, dass ein quasimonovalenter Antrieb nicht ginge.
Die B-Klasse ist ein Fronttriebler, da muss ich aber sagen, ich würde sie aus Designgründen nicht nehmen und weil der CNG Motor extrem unsparsam ausgelegt ist. Kein Entwicklungsherzblut reingesteht.

MK hat recht. Ein BEV (rein elektrisches Fahrzeug) wird mit 0g in den Flottenverbrauch reingerechnet. Mag für Norwegen stimmen (Wasserkraft), aber nicht für Deutschland (Braunkohle-Verstromer). Wenn man das "Kleingedruckte" der EU Richtlinie ließt, steht sogar drin, dass man die ersten Jahre (2021/2022) in der CO2 Billanz 2x 0g je verkaufen BEV angerechnet bekommen kann.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

Golf_TGI
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Beitrag von Golf_TGI » 10.12.2017 10:31

MK hat geschrieben:Die Motivation von VW hat der Leiter der dortigen Ottomotoren-Entwicklung kürzlich dargelegt:
https://www.autouni.de/content/master/d ... c3%a4t.pdf

In a Nutshell: Wenn Muttis Gurkentruppe die Erzeugung der Treibstoffe in die CO2 Bewertung von Fahrzeugen einrechnet, dann kann man mit CNG auf Anhieb besser als eAntriebe werden und massiv den Flottenverbrauch drücken.
Aktuell “bringt“ den OEMs jede verkaufte eMöhre richtig was in der Bilanz, da sie mit 0 g CO2 Bewertet wird.
Das ist eine hochinteressante Präsi - zeigt auch gut dass die Konzerne halt stark von den Rahmenbedingungen abhängen.
Und dass man schön Methan und dann Erdgas aus überschüssiger erneuerbarer Energie erzeugen kann ist leider noch nicht so weit bekannt wie es sein könnte. Auch wenn der Wirkungsgrad leider noch arg gering ist.

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