Fiat Doblo: Ambivalent und bivalent

Hier geht es um die CNG-Modelle von Fiat.

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Fiat Doblo: Ambivalent und bivalent

Beitrag von NGT » 28.01.2006 08:43

Den Fiat Doblò gibt es auch für Erdgasbetrieb / Größter Laderaum in seiner Klasse

VON FRANK W. METHLOW (HEILBRONN)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten - wohl aber über Vernunft. So gesehen ist der Fiat Doblò ein ambivalenter Geselle. Unter den Mitbewerbern seines Genres vom Trendsetter Kangoo über die Geschwister Citroën Berlingo und Peugeot Partner bis hin zu den "nachgeschobenen" Mitbewerbern Ford Tourneo, VW Caddy und Opel Combo glänzt der Doblò mit dem - freundlich ausgedrückt - wuchtigsten Design. Aber was unter diesem Aspekt zu tiefgehenden Familienfehden oder monatelangen Diskussionen über den Begriff "automobile Schönheit" führen kann, bringt in der Praxis ganz handfeste Vorteile. Von allen aufgezählten Kandidaten bringt der Doblò in der familienfreundlichen Kombi-Ausführung den mit Abstand größten Laderaum mit: Stattliche drei Kubikmeter - da kommt die Konkurrenz nicht mit.

Das lässt sich noch erheblich steigern. Dann allerdings nur noch mit zwei Sitzplätzen und dem bezeichnenden Namenszusatz Cargo. Mit langem Radstand bringt der es auf vier Kubikmeter. Mit kurzem Radstand und Hochdach sind es geringfügig weniger. Wir fuhren einen solchen Hochdach Doblò. Nicht weil die Lorbeerbäume zu Opas Grab transportiert werden mussten - obwohl das ohne Probleme möglich gewesen wäre. Nein - in der Testwagenabteilung von Fiat gab es gerade keines der aktuell überarbeiteten Doblò-Modelle, das über ein weiteres, berichtenswertes Feature verfügt: Alle Doblòs gibt es serienmäßig auf Wunsch auch in einer bivalenten Ausführung als "Natural Power" für Erdgasbetrieb. Bivalent heißt, dass der Motor wahlweise Benzin oder Erdgas verbrennen kann. Dabei ist der Benzintank mit 30 Litern auf die Hälfte des reinrassigen Benziners reduziert. Die drei geschützt unterflur eingebauten Erdgasflaschen fassen 18 Kilogramm des umweltfreundlichen Triebgases. Mit beidem zusammen kommt der Doblò mehr als 600 Kilometer weit.

Diese Reichweite braucht er auch, denn noch immer ist das Erdgas-Tankstellennetz von regional unterschiedlicher Dichte. In Darmstadt etwa gibt es derzeit gerade mal eine Erdgastankstelle, eine zweite steht kurz vor der Eröffnung. Wen das nicht schreckt, hat ein sich ständig wiederholendes Vergnügen. Mit 80 Cent für das Kilo Gas (entspricht 1,3 Liter Diesel oder 1,5 Liter Benzin) fährt es sich deutlich billiger.Auch wenn gegenüber dem etwa gleichstarken 1,9-Liter-Diesel etwa 700 Euro Mehrpreis einkalkuliert werden müssen.Den Preisvergleich mit der Konkurrenz in der Anschaffung entscheidet der Doblò ohnehin für sich.

"Gleich stark" muss aber interpretiert werden. "Unter Gas" sinkt die Leistung um 11 auf dann 92 PS. Voll beladen an der Steigung wird dieser kleine Unterschied deutlich spürbar. Da hilft nur der schnelle Griff zum Umschalter auf Benzin.

Innendrin geht es nach bunt-poppiger Fiat-Machart zu. Doch alles ist funktional, am richtigen Platz und übersichtlich. Lob verdient die optionale Navi-CD-Radio-Telefon-Kombination auf der Mitte des Aramturenbrettes. Mit 2668 Euro ist sie der Spitzenreiter in der Zubehörliste. Der Rückspiegel lässt sich für die Konversation mit der Nachbarin nutzen: Eine Scheibe in der Trennwand zum Laderaum kostet 58 Euro extra. Hat sich der Fahrer erst einmal an die Breite des Doblò gewöhnt, lässt der sich mit der sehr präzisen Lenkung auch durch enge Gassen manövrieren. Und auch mit Omas großem schweren alten Frigidaire im Heck, verliert der Doblò in keiner Kurve die Fassung. Die Abstandswarner am Heck (116 Euro) sind trotzdem nicht nur für den Cargo ein empfehlenswertes Extra.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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