C-Max: Tanken für die Hälfte

Auch Ford hatte Erdgasfahrzeuge im Angebot. Löchern Sie Ihren Ford-Händler!

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C-Max: Tanken für die Hälfte

Beitrag von NGT » 25.02.2006 08:49

Tanken für die Hälfte
Drei Gasspeicher sind unterhalb der Kofferraumabdeckung eingebaut und kosten Laderaum

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Die deutschen Automobilhersteller sind gute Gasgeber. Opel baut erfolgreich den Erdgas-Zafira, Mercedes die E-Klasse, VW treibt demnächst mit CNG (Compressed Natural Gas, Erdgas) Touran und Caddy an. Und Ford? Die tun schon lange was.

Still und heimlich rüstet die Ford-Tochter CNG Technik in Mainz Modelle auf Erdgasbetrieb um. Bislang in homöopathischen Dosen. Der C-Max CNG soll nun die Absatzzahlen steigern. Um im Bild zu bleiben: Die wollen ordentlich Gas geben. Bifuel heißt das "Doppelt-hält-besser-System" aus einem Benzin- (55 Liter) und einem Erdgastank (14,5 Kilogramm). Im Cockpit unterscheidet sich der Van vom Serien-C-Max nur durch einen Kippschalter mit Tankanzeige in der Mittelkonsole. Mit diesem Umschalter im Nachttischlampenformat wählt der Fahrer zwischen den beiden Kraftstoffen.

Beim Starten des 2,0-Liter-Motors im Erdgasbetrieb läuft alles unspektakulär. Kein Ventil pfeift, nichts zischt. Weil der C-Max die ersten Minuten immer im Benzin-Modus startet. Sobald der Motor warmgelaufen ist, schaltet der Wagen automatisch auf das deutlich billigere Erdgas um.

Das funktioniert auf Knopfdruck auch während der Fahrt. Mit einem lauten, metallischen Schnalzen wie von einer Sprungfeder öffnen die Magnetventile der Erdgasflaschen. Gleich drei dieser voluminösen Speicher sind unterhalb der Kofferraumabdeckung eingebaut. Diese sogenannte Niederflurbauweise kostet 170 Liter Laderaum und schränkt zudem die Variabilität des C-Max ein. Der Van spart so leider auch beim Platz. Zwar rücken beide äußeren Sitze im Fond auf Wunsch nach innen, der Mittelsitz muß dann aber ausgebaut werden. Im normalen C-Max klappt er dagegen einfach in den Kofferraum.

Mit Erdgas zu fahren bedeutet eben immer noch Verzicht: auch auf knapp 20 PS Leistung (126 statt 145 PS; kann man gut verschmerzen) und auf zehn km/h weniger Spitze (193 statt 203; macht kaum was aus). Dafür tanken Gasgeber aber auch für die Hälfte: 0,79 Euro pro Kilogramm statt 1,28 je Liter; ein Kilo Gas ist so ergiebig wie 1,3 Liter Benzin. Zudem belasten sie die Umwelt weniger.

Unterm Strich rechnet sich der höhere Kaufpreis von 3000 Euro bereits ab 13 000 Kilometer Jahresfahrleistung, bei einer Haltedauer von vier Jahren. Wer mehr fährt, spart richtig. Zuschüsse von regionalen Gasanbietern sind da noch nicht mal mitgerechnet.

Quelle:Aus der Berliner Morgenpost vom 25. Februar 2006

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