Absterben auf Gas - Leerlauf ok

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kabu
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Absterben auf Gas - Leerlauf ok

Beitrag von kabu » 08.04.2013 09:34

Hallo zusammen,

bisher war ich mit meinem BiFuel sehr zufrieden. Er hat zwar schon ein paar Teile neu bekommen, ist aber insgesamt ein dankbares Auto.

Doch heute morgen auf dem Weg zur Arbeit hat er auf der Autobahn plötzlich auf Benzin umgeschaltet und lies sich erst nach einem kurzen Stop (und Zündung aus) wieder auf Erdgas umschalten. Ein paar hundert Meter weiter fehlte plötzlich die Leistung und ich wurde immer langsamer. Also kurz auf Benzin umgeschaltet und zum Parkplatz vor'm Büro gefahren. Dort dann wieder auf Erdgas umgestellt und der Motor lief im Leerlauf unauffällig. Dann habe ich nur leicht Gas gegeben und er ist sofort abgestorben.

Ich vermute, dass zwar für den Leerlauf genug Druck anliegt, für den Fahrbetrieb aber nicht und der Motor dann aufgrund des Luftüberangebots abstirbt. Der Wagen schaltet nicht automatisch auf Benzin um. Der Tank ist laut Anzeige und bisher zurück gelegter Strecke noch halb voll. Daraus schließe ich Folgendes:
  • Der Druck auf der Tankseite wird dem Steuergerät gemeldet und ist ok. :!:
    Der Druck am Motor (nach dem Druckminderer?) ist zu niedrig und der Wagen stirbt ab, weil das AFR (Luft-Kraftstoff-Verhältnis) nicht passt.
    Ergo scheint der Druckminderer defekt zu sein. :?:
Hier noch ein paar Hinweise, die vielleicht nützlich sind: Seit einer Weile habe ich den Eindruck, dass der Wagen weniger verbraucht. Er bewegte sich von etwa 5,8 kg auf 5,5 kg (gemittelt über einige tkm). Seit ein paar Wochen habe ich ein OBDII-Bluetooth-Spielzeug aus China und habe festgestellt, dass im Gasbetrieb ein paar (wenige) Zündaussetzer registriert werden.

Ich habe hier gelesen, dass im Druckminderer eine Membran verbaut ist. Stirbt diese plötzlich oder schleichend? Denn wenn diese langsam stirbt und nach dem Druckminderer immer weniger Druck anliegt, passt vielleicht das AFR nicht mehr und es kommt zu Zündaussetzern - als Nebeneffekt geht der Verbrauch runter. Da ich ein gemütlicher Tempomatfahrer bin, ist mit kein Leistungsverlust aufgefallen. Ob er auf Gas die zulässige Höchstgeschwindigkeit erreicht, weiß ich nicht. Auf Benzin war das auf jeden Fall kein Problem.

Ich war wegen dem Gasverteiler (Steppermotor) vor zwei Jahren (ca. 90 tkm) schonmal bei Peltners und würde nun auch sofort wieder hinfahren, doch das ist mal eben so 1.000 km und das könnte ich mit unserem geplanten Urlaub in wenigen Wochen verbinden. Daher wollte ich hier mal nachfragen, ob meine beschriebenen Symptome auf den Druckminderer oder doch auf was ganz anderes hindeuten.

Ich hoffe, mein Elch ist bald wieder mit Gas unterwegs...
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Beitrag von Bassmann » 08.04.2013 09:58

Moin!

Welchen Km-Stand hast Du denn inzwischen? Hier hattest Du von 160Mm und Filterwechsel berichtet , aber das kann ja nun auch schon länger her sein.

Wenn es denn tatsächlich Öl bis in den Filter geschafft hat, dann muss ja auch Öl in den Buddeln und in der Pipeline gewesen sein. Da könnte also wieder was im Filter hängen, wenn man beim letzten Wechsel die Pipeline nicht wenigstens durchgeblasen hat.

MfG Bassmann
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Beitrag von kabu » 08.04.2013 10:04

Aktuell steht die Uhr auf "5 vor Zahnriemenwechsel" (175 tkm). Der Filter ist also schon wieder 15 tkm unterwegs.
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Beitrag von kabu » 09.04.2013 11:08

Gestern auf dem Heimweg lief der Wagen gar nicht mehr auf Gas. Sobald ich umgeschaltet hatte, stieg das Luft-Kraftstoffverhältnis auf 22,xx (mit meinem OBDII-Spielzeug ausgelesen), der Motor schüttelte sich und ging aus.

Wenn mein Flaschenventil versagt haben sollte, dann wäre das Gas, das den Motor gestern im Stand kurz am Leben hielt, vielleicht einfach noch das Restgas aus dem System?!

Wo sitzt denn der Sensor, den die Tankanzeige verwendet, denn die steht ja nachwievor auf ca. "halb voll"?
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Beitrag von Bassmann » 09.04.2013 11:40

kabu hat geschrieben:...
Wo sitzt denn der Sensor, den die Tankanzeige verwendet, denn die steht ja nachwievor auf ca. "halb voll"?
Der Sensor ist ausschließlich für die paar Leuchtdioden zuständig. Da wird nichts ausgewertet. Falls Deine CNG-Anlage überhaupt schon selbständig auf Luxusbrühe zurückschalten kann, wird das idR von einem Sensor im Niederdruckbereich gesteuert, der dann logischerweise mit dem Füllstand in den Buddeln nichts zu tun hat.

Gibt es irgendwo Fotos von Deiner Gasanlage? Wir hatten doch irgendwo von Dir schon eine Beschreibung einer erfolgreichen Druckanpassung mit Inbus-Schlüssel.

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Beitrag von kabu » 09.04.2013 12:20

Diese Einstellmöglichkeit habe ich leider ohne Erfolg schon ausprobiert. :confused:

Da das Problem allerdings so plötzlich und durchschlagend aufgetreten ist, vermute ich eben einen größeren Defekt.

Ich peile daher mal wieder einen Besuch im Teutoburger Wald an und werde dann berichten, ob und wie Peltners das Problem lösen konnten...
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Beitrag von kabu » 29.04.2013 14:38

Kurz zur Info, wie es bei mir in der Zwischenzeit weiterging:

Bei einem Telefonat äußerte Herr Peltner mir gegenüber eine Vermutung und meinte, ich solle mal volltanken, mehrfach den Tank leerfahren und schauen, ob die Anlage immer bei der gleichen (Rest-)Füllmenge abschaltet/ausfällt.

Ich habe dann einmal nachgetankt (ca. 10 kg haben reingepasst) und seitdem habe ich 4 volle Tanks verfahren ohne irgendein Problem feststellen zu können.

Ich hoffe also der Dinge, die da kommen und freue mich, dass der Elch vorerst wieder rennt. Eventuell hing das Flaschenventil und hat sich wieder gelöst?!
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Beitrag von kabu » 05.06.2013 10:46

Nachdem ich ca. 20 komplette Tankfüllungen problemlos abspulen konnte, trat der Fehler vor ein paar Tagen wieder auf - bisher 2 mal hintereinander.

Diesmal konnte ich beobachten, dass zuerst die Tankanzeige stehen bleibt (per OBDII wurde auch über mehrere km ein konstanter Füllstand angezeigt). Nach ca. 30 km fehlte dann Leistung und der Wagen hat auf Benzin umgeschaltet. Beim Nachtanken haben wieder 10,5 bzw 11 kg (bei geringerer Außentemperatur) reingepasst.

Gemäß dem beigefügten Bild, sitzt der Drucksensor rechts an der großen Flasche. Daher passt Peltners Vermutung recht gut: Das Flaschenventil macht zu (weshalb auch immer), die Tankanzeige fällt nicht weiter. Man kann dann noch weiterfahren, bis die beiden kleinen Flaschen leer sind, dann schaltet der vordere Drucksensor (am Druckminderer) auf Benzin um, da nicht mehr genügend Gas von hinten kommt.

Wenn das nun so bleibt, habe ich wohl einfach eine verringerte Reichweite (190 - 210 km statt 280 - 310 km). In den nächsten Monaten werde ich mal näher an den Peltners dran sein und mit dem Elch vorbeischauen. Könnt ihr mir sagen, was die Peltners für die Reperatur des Flaschenventils verlangen?

Bild
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Beitrag von kabu » 30.09.2013 09:07

Nachdem das Problem bei mir immer häufiger auftrat und ich zum Schluss nur noch die beiden kleinen Flaschen nutzen konnte, war ich letzte Woche mal wieder in Vlotho.

Was soll ich sagen: der Elch rennt wieder - mit einem neuen Flaschenventil! :-)
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Beitrag von SiggyV70 » 30.09.2013 11:32

Hallo kabu,
Glückwunsch von hier. Da hat sich die für Dich ja lange Anreise gelohnt. Schön das Du wieder gasgeben kannst :cool:

Gruss SiggyV70
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Beitrag von kabu » 30.09.2013 12:31

Zu Peltners lohnt sich jeder Weg! Außerdem verbinde ich den Besuch in Vlotho immer mit ein paar anderen Dingen. ;-)

Aber es ist interessant, wie man bei den BiFuels die Uhr nach den Defekten der Gasanlage stellen kann: Gasverteiler, Flaschenventil, Druckminderer, ...

Ich hoffe, die Teile halten jetzt eine Weile.
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Beitrag von elkjet » 28.12.2013 18:45

Hallo kabu

Darf ich fragen was die ominoesen uhrzeiten fuer die komponenten sind?

Danke fuer eine Antwort

Phil

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Beitrag von kabu » 02.01.2014 11:56

Damit meinte ich einfach die gemäß Forumsangaben gemittelte Lebensdauer der (teuren) Komponenten:

Gasverteiler ~100 tkm
Gasdruckminderer ~130 tkm
Flaschenventil ~150 tkm

Die Werte schwanken natürlich und diese Angaben hier spiegeln mein persönliches Bild wieder, das sich teilweise mit meinen Defekten deckt:

Gasverteiler ~95 tkm
Gasdruckminderer ~160 tkm (noch nicht repariert, da lediglich Startprobleme)
Flaschenventil ~185 tkm
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Beitrag von Bassmann » 02.01.2014 13:03

Gemittelt ist das natürlich nicht, dazu bräuchte man die Daten ALLER Erdgasautos zumindest des gleichen Typs. Man könnte allenfalls formulieren: "Wer Defekte an Bla-Teilen hatte, hatte sie bei etwa X Km". Es fahren vermutlich weitaus mehr Erdgas-Autos durch die Gegend, die noch nie einen Defekt an Gasteilen hatten. Und wie will man dann deren Km-Stand ansetzen, um einen Durchschnitt zu errechnen? Unendlich wäre mathematisch ebenso unsauber wie die maximale Laufleistung zB gem. Spritmonitor.

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Danke

Beitrag von elkjet » 02.01.2014 13:22

Logischerweise ist da keine Empirik dahinter.

Dennoch ist es ein wertvoller anhaltpunkt um die lebensdauer der teile abzuschaetzen!

phil

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