wundersame Reichweitenzunahme

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kabu
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wundersame Reichweitenzunahme

Beitrag von kabu » 15.11.2013 10:51

Hallo zusammen,

diese Woche ist es mir wieder passiert:
Dienstag früh habe ich meinen leer gefahrenen Elch an einer meiner Stammtankstellen wieder vollgetankt (ziemlich genau 16 kg bei ~7 Grad Außentemperatur) und in den folgenden Tagen gefreut, dass die Tanknadel so langsam fällt. Heute hatte ich dann Gewissheit: Es war wieder einer dieser Tage, an denen mein Elch deutlich mehr als 300 km mit einer Tankfüllung rennt! :D

Dieses Phänomen habe ich ca. 2 mal im Jahr. Dieses Mal erstreckte sich die Strecke über 6,5 gleiche Fahrten (mein Weg zur Arbeit). Wenn ich großzügige 10 km auf Benzin abziehe, bleiben immer noch 325 km, was deutlich von meiner sonstigen Reichweite von 280 km abweicht und mit 4,9 kg deutlich unter meinem Durchschnittsverbrauch von 5,7 kg liegt.

Was mich nun interessiert, ist, wie das zustande kommt?
  • Die Fahrtstrecke ist jeden Tag gleich.
  • Ich tanke immer bei den zwei selben Tankstellen - zumindest für's Pendeln.
  • Meine Fahrweise hat sich nicht geändert.
  • Ich merke keine Veränderung des Fahrverhaltens.
  • Das Wetter war in den letzten Tagen annähernd gleich.
Was kann also ursächlich sein für diesen temporären Reichweitenschub von 15%?
  • Gaszusammensetzung? Eigentlich gibt es hier ja Kraftstoffnormen, kann das so schwanken?
  • Einschätzung durch die Gasanlage? Inwieweit passt sich denn die Gasanlage an die Gasqualität an?
  • Sensoren rund um den Motor? Kann die Lambdasonde oder ein anderer Sensor einen solchen Einfluss haben?
Das Phänomen habe ich nun über 3 Jahre und 100 tkm und es hat sich durch diverse Reparaturen (auch an der Gasanlage) nicht verändert!

Kennt ihr dieses Phänomen oder habt eine plausible Erklärung?

Bild
Das Bild zeigt den km-Zähler heute an der Tankstelle. Die Position der Tanknadel ist aus diesem Winkel etwas verfälscht, der Elch war kurz vor'm Umschalten.
S60 2,4 Bi-Fuel (MJ 2005)

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Beitrag von bljack » 15.11.2013 13:51

Sind die 16kg Deine normale Tankmenge, wenn er vorher leer war?
Mein up zeigt dieses Verhalten, wenn ich gegen Mitternacht in Sindelfingen tanke - dann gehen in den 11kg Tank fast 13kg rein und die Reichweitenanzeige zeigt mir optimistische 370km an (normalerweise zeigt sie um 280km an, fahren kann ich dann aber doch 330+km).
Wenn die 16kg nicht normal sind, dann hast Du einfach einen guten Zeitpunkt mit gut gefüllter und kalter Speicherbank erwischt. Die Gaszusammensetzung sollte lokal nicht so großen Schwankungen unterliegen, dass man es so deutlich merkt. Die Gasanlage passt über die Lambda-Sonde natürlich die Einspritzmenge entsprechend der Qualität an, aber dazu müsste die getankte Qualität erstmal schwanken. Auch sonstige Sensoren rund um den Motor dürften da keinen Einfluss haben.

Ich würde es jetzt einfach mal auf 6,5x glückliche Umstände mit dem restlichen Verkehr schieben. Ich merke z.B. nach Bordcomputer (ja, der schätzt nur, aber die Tendenzen kann man schon erkennen) einen Unterschied, ob ich mal am Berg hinter einem LKW hänge, den ich dann irgendwann überhole, oder ob ich die ganze Strecke bequem mit Tempomat bei 105 in einem Rutsch fahren kann.
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

Seit 06/2017 hin und wieder auch mit einem Leon ST TGI, wenn meine Holde mich lässt :-) :-)

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Beitrag von Bassmann » 15.11.2013 13:55

Moin!

Die Strecken zum Warmfahren werden länger, möglicherweise sind da ja auch noch energiezehrende Streckenteile dabei, wo man zB bergauf beschleunigen muss. Wenn das dann auf Luxusbrühe statt im Sommer auf Gas passiert, verlängert sich das Intervall zwischen zwei Gasbetankungen.

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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kabu
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Beitrag von kabu » 15.11.2013 14:26

Ich hatte mal eine Grafik zu meiner durchschnittlichen Tankmenge erstellt, die ich gerade leider nicht finde; die entsprach genau meinem Gefühl: Im Sommer ist bei maximal 15,5 kg Schluss, im Herbst bei etwas mehr als 16 kg und bei Minusgraden im Winter gehen auch schonmal ~17 kg rein. Voraussetzungen: leerer Tank, guter Druck an der Tanke.

Der Mehrverbrauch im Winter (längere Warmlaufphase, Sitzheizung, Klimaanlage, Licht, ...) wird durch das Mehr an Tankmenge ausgeglichen, sodass meine durchschnittliche Reichweite nach einer optimalen Tankung das ganze Jahr in etwa gleich ist (~280 km).

Und die doch deutlich erhöhte Reichweite habe ich nur ganz selten, deshalb wundert es mich ja auch so!

Anbei noch das Höhenprofil meiner täglichen Pendlerstrecke. Die Strecke ist extrem flach, das gezeigte Höhenprofil erstreckt sich über 51 km! Und eine Änderung meines Fahrprofils habe ich auch nicht (bewusst) durchgeführt: zügig und wenn möglich mit Tempomat.

Bild
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Beitrag von ikonengold.de » 15.11.2013 14:40

Richtig gute Füllgrade erhalte ich, wenn mehrer Faktoren zusammen kommen:

- Leistungsfähiger Verdichter mit großer Speicherbank, die in letzter Zeit wenig genutzt wurde, so dass das Gas in der Speicherbank auch kalt ist

- kühle Außentemperatur

- gerade von Autobahnfahrt leer gefahrene, und damit kalte Flaschen am Auto.

Sindelfingen ist immer ein Kandidat für gute Füllung, dort ist ein, für eine PKW-Tankstelle, ziemlich mächtiger Verdichter installiert. Auch die Tanke am Stuttgarter Gaskessel sorgt für ordentliche Befüllung.

Bensheim am Freitag nachmittag ist jedoch immer eher zäh. Wenn man hinkommt, zwei Autos gerade wegfahren, der Caddy vom Taxiunternehmer gerade befüllt und der Verdichter tobt, wird es nix mit der Maxifüllung.
Freundlicher Gruß
Eberhard

www.ikonengold.de/erdgas

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Beitrag von M. Sorgatz » 16.11.2013 20:43

Für mich liest sich kabus Beitrag nicht nach wundersamer Tankmenge, sondern verwunderliche Reichweite bei üblicher Tankmenge.

Die üblichen Verdächtigen wurden ja schon gelistet.
Wie ist es mit:
- Wind (-richtung und -stärke)
- bzw. Windschatten
Könnte sich da was verändert haben bei den zweimal im Jahr vorkommenden Wunderreichweiten?

Ein Radwechsel kann es auch nicht gewesen sein, das wäre nicht einmalig.

Gruß
M.
[ externes Bild ] , ca. 68 kWh/100km, ca. 5,00 Euro/100km inkl. Luxusbrühe
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Ich schaue hier nur einmal im Quartal vorbei, stellt direkte Fragen bitte zusätzlich per Persönliche Nachricht (PN).

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kabu
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Beitrag von kabu » 20.11.2013 16:40

So, hier die angesprochene Statistik. Das sind alles Tankvorgänge (~150) an ein und der selben Tankstelle mit meinem S60 innerhalb von einem Jahr.

Sicher kann man da statistisch noch mehr rausholen und z.B. die Ausreißer entfernen, aber darum geht es mir nicht. Wie man klar erkennen kann, hängt die Durchschnittsfüllmenge stark von der Jahreszeit ab. Und dieser Unterschied gleicht meinen Mehrverbrauch im Winter aus, weshalb ich mit einer optimalen Füllung sommers wie winters in etwa gleich weit komme.

So, nun nochmal zu den anderen Faktoren, die ihr angesprochen habt:
Steigungen auf der Strecke --> die Strecke ist jeden Tag die gleiche (siehe Profil)
Wind --> kann ein Faktor sein, aber das würde sich öfters bemerkbar machen, denke ich
Windschatten --> fahre prinzipiell ungern rechts hinter LKWs, ich möchte gerne durch das Fahrzeug des Vordermannes mindestens den Vorder-Vordermann sehen
Radwechsel --> der letzte Radwechsel ist eine Weile her

@bljack:
Der Volvo hat keinen BC, meine Werte ermittele ich immer anhand des km-Zählers und der Tankstellenquittung.

Für mich ist es also nicht klar, wie diese temporäre Erscheinung zustande kommt. Im Handbuch zu der Gasanlage habe ich folgenden Hinweis gefunden:

Code: Alles auswählen

ACHTUNG! Jedes Mal, wenn Sie Gas tanken, müssen Sie den Petrol-Schalter auf Gasbetrieb stellen. Der Motor startet wie gewöhnlich mit Benzin (Diode leuchtet gelb auf), schaltet jedoch schnell auf Gasbetrieb um (Diode erlischt). Im Anschluss daran findet einige Minuten eine automatische Adaptierung statt, bei der sich das Motorsteuerungssystem an die Gasqualität anpasst. Während dieses Zeitraums kann es vorkommen, dass der Motor etwas ungleichmäßig läuft. Nach durchgeführter Adaptierung können Sie nach Belieben Benzin- bzw. Gasbetrieb einstellen. Falls Sie diese Anweisung nach dem Betanken des Fahrzeugs mit Gas nicht berücksichtigen sollten und stattdessen Benzinbetrieb einstellen, kann es in extremen Fällen bei späterem Umschalten auf Gasbetrieb zu zeitweiligen Fahrproblemen kommen.
Selbst beim zeitweisen Tanken von L-Gas (z.B. in Norddeutschland) bemerke ich keine Änderung im Motorlauf. Aber vielleicht liegt ja hier der Grund für mein Phänomen. Weiß jemand, wie sich das Motorsteuergerät einstellt? Macht es diese Anpassung nur, wenn sich die Füllmenge im Tank erhöht hat? Ich dachte eigentlich, dass das System ständig über die Lambda-Sonde die Nachjustierung steuert...

Bild
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