Füllstandanzeige Polo 6N mit Necam 3

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Automatix
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Füllstandanzeige Polo 6N mit Necam 3

Beitrag von Automatix » 14.03.2014 16:58

Hallo Erdgas-Fahrer,

ich hab ein kleines Problem mit der Anzeige, die den Füllstand der Gasflasche meines Polo 6N ausgibt.

Die Anzeige besteht aus 5 LED, 4 grüne, eine rote.

Bei voller Betankung leuchten immer nur 2 der 4 grünen LED, machmal auch die dritte aber normalerweise nicht.

Dann kann ich ca. 3/4 des Tanks lehr fahren und es leutet nur noch eine LED.
Kurz vor Schluss geht dann die rote an.

Hat jemand eine Idee, was ich machen kann, dass die Anzeige normal funktioniert, also bei
Voll -> 4 grüne LED
3/4 voll -> 3 grüne LED
usw.

Danke und Gruß

Steffen

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 14.03.2014 19:04

Moin!

Es spricht einiges dafür, dass der Fehler beim Manometer zu finden ist, das vermutlich in der Nähe des GDR sitzen wird. Dort wird ganz simpel über Kontakte die Zeigerstellung abgegriffen und dann an das Bedienteil am Armaturenbrett geschickt. Wenn das Manometer eine Macke hat, kann es sein, dass der Zeiger eben nicht voll ausschlägt, wenn voll getankt wurde. Manchmal kann man die Zeigerstellung sogar ablesen, wenn das Teil nicht zu versteckt verbaut ist.

VK-Preis für das Teil wird so bei 10€ liegen, der wahre Wert aufgrund seines simplen Aufbaus wohl eher bei 1,50€... Du musst nur einen Umrüster finden, der Dir das Teil im Auto austauscht und anschließend eben auch eine Dichtigkeitsprüfung durchführt. Keine große Sache, aber es geht um den Hochdruckbereich, da sind zT mehr als 220bar auf der Pipeline!!! Bitte nicht selber schrauben! Vielleicht reicht es sogar, mal ein wenig am Manometer zu klopfen, einfach ausprobieren.

MfG Bassmann
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jupp
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Beitrag von jupp » 14.03.2014 19:22

Ganz ehrlich, unter dem Umständen würde ich gar nichts machen (ok, gegen klopfen kann man probieren).
Denn am Ende ist die LED-Anzeige doch eh nur ein Schätzeisen. Die gefahrenen Kilometer sind das zwar auch, aber sogar ein präziseres Schätzeisen. Solange die letzten beiden LED´s zuverlässig anzeigen wäre für mich alles gut.

gruss

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Automatix
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Beitrag von Automatix » 14.03.2014 23:34

Vielen Dank für die Antwort.
Das Manometer ist im Motorraum gut sichbar und zeigt auch realistische Druckwerte an. Also nach dem Tanke knapp über 200 bar.
Von dort geht eine Leitung (Kabel) weg, das wird wohl zur Füllstandsanzeige im Innenraum gehen. Vielleicht hat noch jemand eine ähnliche Erfahrung.
Ich würde schon gerne das Schätzeisen mit allen LED haben.
Viele Grüße
Steffen

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 14.03.2014 23:54

Ja, ok, dann funktioniert zumindest die analoge Anzeige beim direkten Betrachten. Ob auch die Kontakte schließen wie vorgesehen, ist damit blöderweise immer noch nicht gesichert. Ich hab das Teil immer noch als Verursacher in Verdacht. Wende Dich an einen Umrüster. Das Problem kann bei jeder Nachrüst-Gasanlage auftreten, darum sollte auch jeder Erdgas-Umrüster damit fertig werden.

MfG Bassmann
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Beitrag von Automatix » 14.03.2014 23:57

Alles klar, vielen Dank für die Antwort.
Viele Grüße

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Gövi
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Geht schon.

Beitrag von Gövi » 15.03.2014 13:35

:cool:
Mahlzeit Steffen,
wenn du eines der gängigen Manometer in
deiner Anlage hast, dann läßt sich der vordere
Teil, darin ist der Sensor, einfach tauschen.
Schau doch einfach mal bei den E-Teilehändlern
für LPG nach, die haben oft Ersatz.
MfG Gövi
Gasgeben schadet ja nicht !

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Beitrag von Automatix » 17.03.2014 15:19

Hallo und vielen Dank noch mal für die Antworten.

Ich bin zwar Neuling auf dem Erdgasauto-Sektor aber zum Glück technisch nicht ganz unbegabt.

Ich hab mal ein Bild meines Manometers angefügt und tatsächlich geht die Leitung direkt in die Anzeigeeinheit (das Schätzeisen :D ).

Ich würde gerne für meine Erdgaswerkstatt zum Wechseln ein Manometer kaufen (die vordere Einheit bei meinem ist übrigens nicht abnehmbar), so dass es beim nächsten Besuch dort schnell geht und ich nicht noch einen Aufschlag fürs besorgen bezahlen muss.

Leider kann ich den Hersteller nicht mehr entziffern, vielleicht könnt Ihr mir noch ein paar Tipps geben.

Einmal, ist es richtig, dass das Manometer bis 400 bar misst, würden nicht eins bis 250 auch reichen?

Könnt Ihr mir eine Bezugsquelle nennen, ich hab mal gegooglet, ziemlich intensiv, aber hatte einen Erfolg und 180 Euro für ein Manometer mit digitalem Ausgang, für den ich ja dann wieder eine neue Anzeigeeinheit (die allerdings dann natürlich kein Schätzeisen wäre :D) bräuchte, sind mir einfach zu viel.

Ich mag ja Geld sparen mit meinem Ergas-Polo :-)

Viele Grüße
Steffen

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 17.03.2014 15:33

Bild?

Wenn das bei uns nicht geklappt hat, dann kannst Du auch zB bei http://picr.de das Bild hochladen und bei uns hier den Link posten. Unser Bilderserver schluckt eben am besten 800x600pixel, größere Bilder werden kleingerechnet.

MfG Bassmann
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Beitrag von Automatix » 17.03.2014 15:37

Hier noch das Bild, hat beim ersten Mal leider nicht funktioniert.

Bild

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Beitrag von Bassmann » 17.03.2014 15:52

Hersteller AEB

Und es sieht so aus, als wäre das Kabel fest eingebaut, dann wär das Kabel gleich noch mitzutauschen.

MfG Bassmann
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heinipiepenbrink
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Beitrag von heinipiepenbrink » 19.03.2014 12:18

Hallo,
von diesem anscheinend sehr verbreiteten Standard-Manometertyp kann man die Sensoreinheit übrigens abnehmen, ohne die Hochdruckleitungen zu öffnen.
Das Glas (Kunststoff) samt der darin integrierten Sensorik ist in den Blechkörper nur eingeklickt. Man kann mit einem Messer oder ähnlichen Werkzeug zwischen das Kunststoffglas und das Blechgehäuse gehen (es gibt Stellen, wo das besser geht, kleine Einbuchtungen im Blech) und dann ringsum vorsichtig hebeln. Dann kommt einem das Kunststoffglas entgegen. Das Messrohr (Bourdonfeder) des Manometers bleibt weiterhin hinter der Skala geschützt und man berührt es überhaupt nicht.
Nun kann man die Sensorik erkennen:
Der Zeiger hat hinten eine Fahne, die hochgebogen ist. Sie bewegt sich zwischen den im Kunststoffglas angeordneten optoelektronischen Elementen und schattet jeweils eines ab: Ungefähr im Zentrum befindet sich eine IR-Leuchtdiode, gegenüber an der Peripherie sind 4 oder 5 Empfänger angeordnet. Dazu sind auf der kleinen Platine noch ein paar Widerstände angeordnet. Der Ausgang ist dann eine stufige Spannung, je nachdem welcher der Empfänger Licht bekommt oder abgeschattet ist.
Nachdem man das Teil abgenommen hat, kann man damit und mit der Anzeigeeinheit eine Fehlersuche betreiben, ohne sich um das Gas und die Hochdruckseite kümmern zu müssen. Da hat man Zeit und das Auto kann trotzdem fahren.
Bei mir war übrigens die kleine IR-LED durchgebrannt, dann ging die Anzeige aber garnicht mehr, sondern es brannte immer nur die rote LED. Außerdem hat es geholfen, mal eine Spur ganz dünnes Öl an den Mechanismus (hinter der Skalenscheibe) zu geben, vorher hakte der Zeiger immer und sprang nur nach Klopfen weiter.
GAP-relevant war die nicht funktionierend Fernanzeige übrigens nicht, der Prüfer hat sich zur Feststellung des Füllstandes ("mindestens 50%") auf das Manometer verlassen.

Viele Grüße

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Automatix
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Beitrag von Automatix » 20.03.2014 12:48

Das war eine wirklich hilfreiche Antwort.
Ich konnte recht leicht mit ein bisschen gefühl die Kunststoffplatte abhebeln.
Ich werde mir das Ganze jetzt mal in Ruhe anschauen und poste auch mal ein Bild von der Rückseite. Wenn ich meinen Fehler habe, gibt's natürlich auch eine Nachricht.
Danke nochmal.

heinipiepenbrink
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Beitrag von heinipiepenbrink » 20.03.2014 22:51

Hallo,

vielen Dank!
Dann lege ich noch etwas nach:
Das erste Bild zeigt ein geöffnetes Manometer, die Innereien sind gut zu erkennen. (Messwertübertragung, nicht Messwerk - dieses befindet sich hinter dem "Zifferblatt").
Das zweite Bild zeigt den Schaltplan dieser Messwertübertragung. Die schwarzen Bauteile sind wohl Photodioden (glaube ich zumindest). Ich hatte mir die Schaltung ausgemessen bzw. zusätzlich nach Herausfummeln der Platine die Leiterbahnen verfolgt.

Naja - mal sehen ob es mit dem Hochladen der Bilder funktioniert.

Viel Erfolg beim Basteln!

heinipiepenbrink
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Beitrag von heinipiepenbrink » 20.03.2014 23:04

Bild
Bild

Nun scheint es zu klappen mit den Bildern.

Manometer:
Man sieht hier: Hersteller ist WIKA. Den Aufkleber außen lassen sich dem Anschein nach die Firmen, die das Messinstrument einsetzen, entsprechend bedrucken. Bei mir steht auf einem glaube ich Necam.
Der Nachfolger des Manometers scheint das Modell PGT15 zu sein, hier ein Link: http://de-de.wika.de/pgt15_de_de.WIKA

Schaltplan:
Die dicken schwarzen Striche in dem Schaltplan stellen die ungefähre Lage des Fähnchens am Zeiger dar, mit dem jeweiligen Druck.
Ich hatte übrigens so schnell keine richtigen Schaltplansymbole zur Verfügung, daher nur Kästchen. LED ist die IR-Leuchtdiode in der Mitte, PD sind die schwarzen Empfänger.

Beste Grüße und viel Erfolg!

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