Zafira B/Family 1,6 CNG ecoFLEX "Camper"

Hier könnt Ihr euch und eure Erdgas-Fahrzeuge vorstellen. Natürlich gerne mit Bild.

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bruegge
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Zafira B/Family 1,6 CNG ecoFLEX "Camper"

Beitrag von bruegge » 22.06.2014 11:32

Hallo Erdgasgemeinde,

es ist soweit. Das erste absolut problemlose CNG-Jahr mit unserem Zafira B/Family und unauffälligen knapp 15.000km liegt hinter uns und wir können eine erste Bilanz ziehen. Bislang ist alles nach Plan verlaufen und wir wollen unseren "Maxi" nicht mehr missen.

Vor gut 1 1/2 Jahren war absehbar, dass unser guter alter 21 Jahre alter Audi 80 B4 nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann und wir haben uns nach Alternativen umgesehen.
Ein Bulli war schon immer mein großer Traum (dazu später mehr), ist es aber auch leider vorerst geblieben. Erdgas als Antrieb hat mich aus ökologischen Gesichtspunkten auch schon länger interessiert, erschien mir aber aufgrund unserer jährlichen Fahrleistung von max. 15.000km für uns nicht besonders attraktiv.
Bis uns der örtliche FOH ein unmoralisches Angebot gemacht hat, dem wir nicht widerstehen konnten. Mit dem Zafira B/CNG Familiy (Turbo) und ein wenig Frickelei erschien es mir machbar, einen bezahlbaren Kompromiss zwischen Erdgasantrieb, Platzangebot und Schlafmöglichkeit im Auto zu zaubern :idea:

Somit hatten wir also unseren ersten eigentlich ungeplanten Neuwagen und eine attraktive Förderung des lokalen Gasversorgers obendrein. Dieses Jahr an Ostern war es nun soweit und ich habe meine mittlerweile gereiften Gedanken in die Tat umgesetzt, und unseren Zafira in einen "Camper" (für 2 Personen) umgewandelt. Die Ideen dazu hatte ich zuvor im Internet gesammelt. Und das ist auch der Grund, warum ich unseren Zafira hier vorstelle. Den ansonsten wäre es einfach nur ein stinknormaler, langweiliger unauffälliger und problemloser Zafira B/Family CNG mit einfachster Serienausstattung...

Nun zum Umbau:

Ausgangssituation war, dass ich gerne mal unkompliziert im Wagen schlafen möchte, wenn es mich aufgrund meiner Hobbys (Surfen, Biken etc.) in die Botanik verschlagen hat. Und das entweder mit 'nem Kumpel, meiner Frau oder auch mal meinem Sohn (also max. 2 Personen gleichzeitig). Urlaube oder längere Aufenthalte verbringen wir anders.
Da der Kofferraum für meine Größe (190cm) weder mit zusammengeklappter und nach vorne geschoben Rückbank als Liegefläche taugt und mit umgeklappter Rückbank keine ebene Fläche bildet, habe ich zunächst ein Podest aus Holz gebaut, um die umgeklappte Rückbank in der Höhe zu überbrücken:
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Weiterer Vorteil: Dadurch, dass das Podest mit schwarzem Kofferraumteppich beklebt ist, sieht der Kofferaum auch ohne die org. Klapperabdeckung mit seinem zwei Ebenen immer aufgeräumt aus:
Unter diesem Podest verschwindet nützlicher Kleinkrams und darauf bleibt immer eine ebene Fläche.

In dieses Podest kann ich zwei Bretter einhängen, so dass ich bei vorgeschobenen Fahrer- und Beifahrersitz auf 200cm x 100cm ebene (Liege-)Fläche komme:
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Nach vorne wird das Ganze durch einen stabilisierten Malerbock abgestützt:
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Wie man auf diesem Bild schon erkennt, liegen darauf dann zwei klappbare Gästematratzen von je 190cm x 60cm so dass man insgesamt auf 190cm x 120cm Liegefläche kommt.
Für zwei Personen ausreichend.
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Der Aufbau des Schlafplatzes geht in wenigen Minuten und abgebaut geht das Ganze auch noch gut in den Kofferraum, so dass die Rückbank freibleiben kann.
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Bleibt allerdings noch ein Problem: Es wird morgens recht hell im Auto und von draussen kann jeder reinschauen. Nicht so schön.
Da ich auf die obligatorischen Gardinen verzichten wollte, habe ich dieses Problem folgendermaßen gelöst:
1. Sonniboy Sicht- und Sonnenschutz (http://sonniboy.com)
2. Eine Picknikdecke als Sicht- und Lichtschutz in den Fahrer-/Beifahrer-Bereich
Die Sunniboys haben noch einen weiteren Vorteil: Nachts kann leicht für Durchlüftung durch abgesenkte Fenster gesorgt werden, ohne dass Insekten ins Fahrzeuginnere gelangen können.
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Da man nun im Fahrzeug nicht mehr sitzen kann (Fahrer- und Beifahrersitz müssen nach vorne geschoben werden und zudem liegen dort die Taschen drauf), habe ich ein paar Saugheber modifiziert und damit ein vorhandes Tarp als Vordach befestigt, unter dem man auch bei Regenschauern trocken bleibt.
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Insgesamt hat mich der Umbau ca. 230.- EUR gekostet (Holz, Schrauben, Winkel, Kofferraumteppich, Teppichleim etc.), dazu kommen dann noch der Sonniboy und die Matratzen. Das Vordach war wie gesagt vorhanden.
Vermutlich hätte man auch an der einen oder anderen Stelle sparen könnnen - sowohl Geld als auch Gewicht oder Platz - aber für den Anfang bin ich bislang sehr zufrieden.

Zweimal war der "Camper" bislang im Einsatz:
- Einmal für einen Kurztripp mit meiner Frau in die Eifel.
- Und einmal mit meinem Sohn für ein Wochenende mit anderen Kindern und Vätern auf einem Campingplatz.

Mir ist völlig klar, dass es sich hier nicht um die ultimative Lösung handelt, aber für mich stellt unsere Lösung einen brauchbaren Kompromiss dar, um meinen Traum vom Bulli noch ein wenig vor mir herzuschieben. Und der Sommer hat ja erst begonnen :cool:

Ich würde mich freuen, wenn ich dem einen oder anderen hier eine Inspiration bieten konnte. Technisch ist der Wagen bislang wie gesagt absolut unauffällig "langweilig", und das ist auch gut so...
Und wer noch Fragen zum Umbau hat: Nur zu!

Viele Grüße vom
bruegge
Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird.
Damit es aber besser werden kann, muss es anders werden!
(Georg Christoph Lichtenberg)

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Beitrag von SiggyV70 » 22.06.2014 15:55

Hallo bruegge,
das sieht doch richtig kuschelig aus.

Gruss Siggy
Volvo V70 Bifuel
Bj 2006 Automatik
Bis jetzt 185.000km angenehme Kilometer
VW Passat Ecofuel, Kombi, DSG
Bj 2009, 169.000km
http://www.borkum-exklusiv.de

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Beitrag von Bassmann » 22.06.2014 16:30

Hi!

Ja, für kurze Trips scheint mir das brauchbar zu sein.
Da wünsche ich viele erinnernswerte Reisen!

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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bruegge
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Beitrag von bruegge » 22.06.2014 17:41

Danke! Ja, in der Tat ist es recht kuschelig und für max. 2 Übernachtungen auch praktikabel, vor allem, da man morgens kein nasses Zelt zusammennehmen muss. Und die Matratzen sind zudem erstaunlich bequem.

Die Nachteile liegen allerdings auch auf der Hand:

1. Die verbleibende Höhe im Fahrzeug ist so knapp bemessen, dass gerade mal mein 8 jähriger Sohn aufrecht sitzen kann.
Für Erwachsene heisst es also, sich im Liegen umzuziehen oder bereits draussen vor dem Einsteigen.

2. Zum Weiterfahren muss die Lösung abgebaut werden. Die nach vorne geschobenen Vordersitze sind der Preis für 200cm Liegefläche, die ich benötige.

Wie beschrieben, die ultimative Lösung ist es nicht, eher ein brauchbarer Kompromiss. Und ich hätte mich geärgert, wenn ich es nicht ausprobiert hätte.

Viele Grüße vom
bruegge
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chappo
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Beitrag von chappo » 25.11.2017 17:37

Hallo,

eine interessante Lösung von bruegge.

Wie sehen die Lösungen anderer Mitgleider aus?

Ich habe auch einen Zafira B CNG und im Oktober mit einer Notlösung drin geschlafen.

Jetzt heisst das Projekt bis Mai 2018 eine halbwegs schicke Lösung zu implementieren!

Wer hat noch gute und einfache sowie praktische Ideen?

Silas Vegas
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Beitrag von Silas Vegas » 08.03.2018 14:27

Sehr cooler Umbau!

Ich fahre zwar Touran, doch die Fahrzeuge haben ja eine ähnliche Größe.
Habe letztes Jahr auch eine Bettkonstruktion gebaut, die auch erfolgreich erprobt wurde.

Jetzt steht fürs Campen in der warmen Jahreszeit eine Verbesserung/Optimierung an. Deshalb suche ich grad viel nach Ideen und erfolgreichen Projekten anderer Bastler, und bin so auch auf diesen Thread gestoßen.

Meine Konstruktion bisher bestand aus zwei Leiterrahmen links und rechts im Kofferraum, drei Dachlatten, die bis über den Fußraum der Rücksitze reichen sowie eine Art Brücke, auf der die Dachlatten abgestützt sind. Darauf lagen drei Abschnitte Multiplex 15mm, und darauf eine dreiteilige Klappmatratze. Im abgebauten Zustand passt alles in den Kofferraum, unter dem Bett ist Stauraum für zwei Klappboxen 60x40 plus anderes Gepäck. Ich kann von daheim aus später auch gern noch Bilder hochladen.

Der Plan ist jetzt, zwei längere Leiterrahmen links und rechts in den Kofferraum zu stellen, darauf im Kofferraumbereich weiterhin eine Multiplexplatte zu lassen, im Bereich der (dann ausgebauten) Rücksitze aber einen Rollrost einzusetzen. An die Stelle der Rücksitze soll eine (ca. 1,10 breite und ca. 25 cm tiefe) Box mit Schublade kommen, die beidseitig fast vollständig ausgezogen werden kann. Vorne an diese Box will ich zwei Klappkonsolen (eigtl für Klapptische o.ä.) schrauben, die den Rest des Rollrostes tragen, so dass die Liegefläche dann zwei Meter lang und zwischen 1,00m und 1,20m breit wird.
Die Konstruktion wird an allen verfügbaren Sicherungspunkten im Fahrzeug mit Spanngurten gesichert. Die Box anstelle der Rücksitze soll an den Aufnahmepunkten der Rücksitze befestigt werden.

So. Sorry für den langen Post ;) wir gesagt, auf Wunsch gibts noch Bilder. Habe mich viel von Bildern auf Pinterest und in anderen Foren (Hochdachkombi.de, campen.de) inspirieren lassen, u.a. Campingumbauten im Caddy zum Vorbild genommen.

Gruß, Silas.

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