W211 E200 NGT - Mehrkosten bei Wartung? Höherer Verschleiß?

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ikrone
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Beitrag von ikrone » 20.04.2016 15:56

Hallo zusammen,

habe gesehen, dass ich ein spät dran bin für den Thread, wollte aber noch zu ein paar Sachen meine Erfahrungen berichten.

@concorde, die beim freundlichen haben meist keine Ahnung von den NGT, selbst in den Werksniederlassungen nicht. Die Tanks haben kein Prüfdatum, ich habe selbst alles abgesucht und in der Werkstatt noch mal suchen lassen. Ergebnis nach einiger Fragerei: weil es ein Werkseinbau ist, müssen die Tanks gar nicht zur Prüfung, auch nach 20 Jahren nicht. Auskunft Daimler und TÜV.
Das ist anders als bei Nachrüstanlagen, die müssen zur Prüfung. Gilt wohl auch für LPG-Anlagen.

Thema Wartungsintervall: da kann ich Concorde nur bestätigen. Wartungsintervall 25 Tkm mit 0W40. Allerdings muss der Wagen dann am Tester angeschlossen sein und dort umgestellt werden, das geht nicht mit der herkömmlichen Methode am Lenkrad, dann werden nur 15 Tkm eingestellt.

Thema Einblasdüsen: bei meinem 211er wurden die Einblasdüsen öfters getauscht, allerdings immer auf Kulanz. Haltbarkeit zwischen 20.000 und 100.000 km. Die große Spanne bestätigte auch der freundliche, da gibt es wohl große Streuung. Vielleicht deswegen die Kulanz.

Thema Wartungskosten: Im normalen Betrieb keine erhöhten Wartungskosten. Natürlich kostet 0W40 etwas mehr, das fahren aber auch "normale" Motoren.

Erfahrungswerte beruhen auf 196.000 gefahrenen km mit dem 211er, gekauft bei 79.000, verkauft bei 275.000 km. Lief immer noch tadellos und war nie aufgemacht worden.
Nochmal die gleiche Erfahrung wie Concorde, Traggelenke der Achsen sind ab 200.000 nach und nach alle erneuert worden.

Fahre jetzt einen 212er, natürlich auch NGT.

Grüße
Ingo

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 20.04.2016 17:54

IKrone hat geschrieben:Die Tanks haben kein Prüfdatum, ich habe selbst alles abgesucht und in der Werkstatt noch mal suchen lassen. Ergebnis nach einiger Fragerei: weil es ein Werkseinbau ist, müssen die Tanks gar nicht zur Prüfung, auch nach 20 Jahren nicht.
Das halte ich für ein Gerücht. Wo steht das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass MB da für mehr als 20Jahre alte Tanks die Rübe hinhalten will...

Eine ähnliche Situation hatten wir bei den ersten Multiplas bi- und blupower. Die kamen auch ohne jegliche Prüfvermerke, sie hätten darum eigentlich gar keine Betriebserlaubnis haben dürfen. Als man das gemerkt hatte, hatte sich das Problem durch Zeitablauf eh weitgehend erledigt.

MfG Bassmann
17 Zylinder, 4,85 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 3 Motorräder:
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(jeweils incl. Luxusbrühe)
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Beitrag von Sven2 » 20.04.2016 19:16

Also zu meinem B gab es zusätzlich zu den normalen FZG-Papieren noch ein Certificate of installation.
Darin sind die ECE Nummern aller CNG Komponenten gelistet. Bei den Tanks zusätzlich Serialnummern und Herstellungsdatum.
Zum Schluss steht drunter, dass das MHD der Zylinder 20 Jahre nach deren Produktion endet.
Außerdem wird explizit bestätigt, dass das System am Tag der Installation erfolgreich auf Dichtheit geprüft wurde.
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Beitrag von schienenbein » 20.04.2016 20:32

@ ikrone

Wie oft wurden deine Einblasdüsen gewechselt?

Meine wrden vor zwei Jahren und vor einem Jahr noch einmal gewechselt - und nun springt er schon wieder schlecht an. Hab die Befürchtung, dass die Teile nun im Jahresrhythmus verschleißen...
Wie lange halten die Düsen im W212?

Danke für deine Antwort!

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Beitrag von ikrone » 20.04.2016 22:33

N`Abend zusammen,

@Schienenbein: die Düsen wurden gewechselt bei:

164.727 (da waren sie aber schon 60.000 hinüber, heißt 2x starten, höherer Verbrauch)
207.311
231.949
256.258 (mit diesen Düsen ist er bei 275.000 verkauft worden, da waren sie noch prima)
Der 212er hat jetzt knapp 82.000 gelaufen, alles tutti, aber da war beim 211er auch noch nichts.
Nachfragen bei Taxileuten ergab einiges anderes, Steuergeräte und so, aber noch keine Düsen. Das ist ja aber für mich nicht belegbar, ist nur eine Info an der Tankstelle.

@Bassmann: ich wollte es ja auch nicht glauben. Es gab oder gibt weder beim 211er noch beim 212er wie von Sven2 beschrieben ein Certificte of Installation.
Wie schon gesagt, es ist nichts zu finden. Die Aussage keine Prüfung kommt vom TÜV-Mann, der beim freundlichen die Abnahmen macht. Zuerst wusste er es auch nicht, kam dann später mit der Info.
Habe dann an einer TÜV-Niederlassung gefragt, die gleiche Antwort. Keine Prüfung.
Ebenso die Antwort von Daimler.
Ergänzung vom TÜV, es wäre nicht bei allen Fahrzeugen so, aber eben beim 211er.
Für den 212er habe ich noch nicht gefragt.
Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben hatte, wurden beim 212er schon die Tanks in einer Rückrufaktion getauscht. Habe dem freundlichen gesagt, er möge bei den neuen Tanks bitte genau nachsehen. Antwort, keine Begrenzung, keine Prüfung nötig.
Wenn Du andere Infos hast, wo was steht, bin ich sehr dankbar. Ich habe das auch vorher noch nie gehört.

Grüße
Ingo

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 20.04.2016 23:08

Nach Prüfpunkt "6.8.5 Gasanlagen im Antriebssystem von Kraftfahrzeugen" in Anlage VIIIa zu §29 der StVZO ist bei Gasanlagen die Kennzeichnung der Bauteile zu prüfen. Wenn da keine Kennzeichnung ist, gehört das Auto stillgelegt. Klingt hart, ist hart, muss aber hart.

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Beitrag von schienenbein » 21.04.2016 14:07

Ikrone, danke für deine Antwort!

Das ist ja ermutigend, dass deine Düsen auch nur ein paar Zehntausend Kilometer halten... Bei mir haben sie bisher ca. 30 tkm bzw. 1 Jahr gehalten. Nächste Woche hab ich einen Werstatttermin...
Hat man dir einen möglichen Grund genannt, woran es liegen könnte, dass die Düsen undicht werden? Meine Werkstatt weiß es nicht.
Übrigens: Einen höheren Verbrauch kann ich nicht feststellen.

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Beitrag von ikrone » 26.04.2016 20:51

Hallo zusammen,

war gestern beim TÜV um das Thema Haltbarkeit der Tanks anzusprechen. Darauf habe ich keine Antwort erhalten, sondern nur eine hausinterne Vorschrift, dass der TÜV-Rheinland die HU verweigert, wenn nicht von einem externen Betrieb schriftlich die Korrosionsfreiheit der Tanks bestätigt wird. Das beruht angeblich auf gesetzlichen Regelungen. Die sind mir nicht bekannt.

Daraufhin habe ich heute wieder beim freundlichen angerufen. Der musste selbst nachfragen und hat mir dann folgendes mitgeteilt:
Da die Tanks aus Verbundstoff gefertigt sind, gibt es keine Tankprüfung und es wäre keine Prüfplakette notwendig. Lebensdauer sind auf 20 Jahre ausgelegt, danach müssen die Tanks getauscht werden.

Grundlage dafür ist die ECE R110. Dort steht:
1. ANWENDUNGSBEREICH (Auszug)
Bei Vollverbundstoff-Behältern mit einem Nichtmetallmantel, der keine Last aufnimmt,
wird die "sichere Lebensdauer" durch geeignete Konstruktionsverfahren,
Tauglichkeitsprüfungen für die konstruktive Auslegung und Fertigungskontrollen
bestimmt.
4.1.3 Lebensdauer
Die Lebensdauer, während der Behälter sicher sind, ist vom Konstrukteur des
Behälters auf der Grundlage der Verwendung unter den in dieser Vorschrift angegebenen
Betriebsbedingungen festzulegen. Die maximale Lebensdauer beträgt 20
Jahre.

Mit dem TÜV konnte ich noch nicht sprechen.
Werde berichten, wenn ich da mehr weiß

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Beitrag von ikrone » 28.04.2016 22:09

N´Abend allerseits,

jetzt habe ich mit dem TÜV sprechen können.

Dort wird gesagt, dass der Hersteller festlegt, ob und wann die Tanks geprüft werden müssen. Wenn wie beispielsweise Mercedes vorgibt, keine Prüfung nötig, wird die Gasanlage nur optisch auf evtl. Rost an den Tanks geprüft. Sind die Tanks nicht einsehbar, wird die HU abgelehnt und an die Werkstatt verwiesen.
Ansonsten erfolgt eine GWP (Gaswiederholungsprüfung) und die normale Fahrzeug-HU.

Somit prüft der TÜV nicht, wenn entsprechende Hersteller-Angaben vorliegen, ob die Tanks eine Prüfplakette haben.

Grüße
Ingo

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Beitrag von Bassmann » 28.04.2016 22:27

Die Tanks müssen keine Prüfplakette haben, sondern Angaben zur Verwendungsdauer. Wie Du oben schriebst, ist die maximale Verwendungsdauer 20Jahre, also muss es auch irgendwo Hinweise geben, wann diese 20Jahre denn abgelaufen sind. Und wie ich oben schon schrieb: Fahrzeugteile müssen gekennzeichnet sein.

Ich könnte wetten, dass sie auch bei Deinem Auto gekennzeichnet sind.

MfG Bassmann
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