Polo ruckelt beim Beschleunigen nach Reparatur

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Automatix
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Polo ruckelt beim Beschleunigen nach Reparatur

Beitrag von Automatix » 25.08.2016 17:32

Hallo Erdgasfahrer,

ich habe folgendes Problem mit meinem kleinen Sparmobil.

Polo 6N BJ 1997, mit Necam Erdgasanlage

Nachdem ich die Kupplung gewechselt habe mit Ein- und Ausbau vom Getriebe ruckelt mein Polo beim stärkeren Gasgeben. Bei der Reparatur musste ich den Ansaugkrümmer mit allem was dazu gehört abbauen, sonst hätte ich keine Chance gehabt den Anlasser auszubauen.

Daher waren auch einige Kabel, Schläuche und die Injektionsplatte (ich weiß nicht genau, wie das Teil heißt, das zwischen Ansaugkrümmer und Zylinderkopf geschraubt wird und das Erdgas zuführt) ab, die zur Erdgasanlage führen.
Nach dem Zusammenbau hab ich nun das Verhalten im Gasbetrieb, dass der Motor ruckelt, wenn ich das Gaspedal gefühlt mehr als die Hälfte durchdrücke.

Im Benzinbetrieb läuft er einwandfrei.

Die Unterdruckschläuche, die vom Ansaugkrümmer kommen mit dem Verteiler habe ich gecheckt und die machen einen dichten Eindruck.

Ich habe bereits den Ansaugtrakt noch mal abgebaut und sämtliche Stecker überprüft und mit Kontaktspay besprüht, ohne Erfolg.

Hat jemand eine Idee, was es sein könnte oder wie ich den Fehler eingrenzen könnte?
Ich nehme an, die Erdgasanlage bekommt mindestens eine Information nicht und erzeugt ein falsches Mischungsverhältnis.

Viele Grüße und vielen Dank schon mal...

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 25.08.2016 18:38

Moin!

Guck mal auf den Auslassbereich. Wenn dort Falschluft ins System kommt, misst die Lambdasonde -aus deren "Sicht" völlig zu recht- einen zu hohen Sauerstoffanteil und sorgt für falsches Gemisch. Zusammenbau also mit Auspuffmontagepaste.

MfG Bassmann
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Automatix
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Beitrag von Automatix » 25.08.2016 21:24

Hi Bassmann,
danke für die Antwort.
Das kann es nicht sein, der Auslassbereich wurde nicht demontiert und die Lambdasonde ist im Krümmer montiert, der wie gesagt noch genau so am Zylinderblock befestigt ist, wie vorher.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 25.08.2016 22:08

Sorry, ich hab falsch gelesen.

Hast Du denn irgendwelche Fehlermeldungen? Gelbe Lampe? Vermutlich nicht...

Bei "Benzin ok, Gas bringt Fehler" ist sonst mein erster Verdächtiger die Zündanlage. Wie alt sind die Kerzen? Mir fehlt ein wenig der Bezug zwischen der Kupplungsreparatur und der Beanstandung...

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Beitrag von bljack » 26.08.2016 05:55

Bassmann hat geschrieben:Sorry, ich hab falsch gelesen.
Mir fehlt ein wenig der Bezug zwischen der Kupplungsreparatur und der Beanstandung...
Der Bezug kommt durch den Abbau der Ansaugbrücke um den Anlasser zu tauschen ;-)

Wenn es vorher i.O. war und nachher nicht, ist ja immer die Frage "Was habe ich alles angefasst?" (wenn es denn einen kausalen Zusammenhang gibt und es nicht einfach ein blöder Zufall ist).
Wie weit waren die Teile der Gasanlage denn demontiert? Wurden hier Verbindungen von gasführenden Teilen geöffnet? Wenn ja, wurde im Anschluss von verständigem Personal geprüft, ob das ganze wieder dicht ist? Evtl. kommt es in dem Bereich zu einem falschen Mischungsverhältnis (müsste man dann aber eigentlich auch deutlich riechen, zumal geringe Undichtigkeiten vom Motorsteuergerät ausgeregelt werden sollten).
Ansonsten bliebe noch der Kollege Zufall und es liegt, wie Bassmann schon schrieb, an etwas alten Zündekerzen.
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Automatix
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Beitrag von Automatix » 26.08.2016 11:11

Vielen Dank für die Antworten.
Es wurden keine gasführenden Teile abgebaut oder geöffnet. Es riecht auch nichts nach Gas.
Der Ansaugkrümmer wurde abgebaut, weil ich an den Anlasser ran kommen musste, wie bljack geschrieben hat.
Es wurden Steckverbindungen getrennt, z.B. an der Drosselklappeneinheit. Ich habe der Ansaugkrümmer auch noch mal abgenommen und alle Verbindungen gecheckt, das Ergebnis ist immer noch das gleiche. Er ruckelt beim stärkeren Gasgeben.
Gibt’s eine Möglichkeit die Necam zu testen, welcher Sensor-Wert evtl. nicht ankommt?
Viele Grüße

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Beitrag von Bassmann » 26.08.2016 20:52

Die Necam ist nicht so aufwändig, dass sie großartig Sensoren auswerten könnte. Es wird relativ stumpf ein vorprogrammierter Faktor angewandt, der dem durchschnittlichen Energiegehalt des Gases im Verhältnis zu dem der Luxusbrühe entspricht. Die Necam ist eher als analoger Gasmischer -ähnlich einem Vergaser- zu verstehen, der die Feinheiten einer elektronisch geregelten Benzineinspritzanlage nicht verarbeiten kann.

Die Necam ist fest programmiert, es verstellt sich nix. Bekannte Fehler sind eher ein verdreckter Gasverteiler und/oder sog. Steppermotoren, die ein klein wenig in die Gaszufuhr eingreifen können. Der Stepper sitzt in der fetten Gaszuleitung.

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Beitrag von Automatix » 28.08.2016 19:23

Danke für Deine Antwort.
Die Anlage muss ja die Werte wie Temparatur, Stellung Drosselklappe, Unterdruck, Dehzahl oder wenigstens einige davon erhalten.
Die Unterdruckschläuche sehen gut aus, ich werde sie trotzdem mal ersetzen, dito die Zündkerzen, die ich allerdings nicht als Fehler vermute, weil das Auto ja vor der Reparatur mit den Zündkerzen einwandfrei lief.

Wo könnte ich denn die Dichtungen/O-Ringe herbekommen, die in der Platte zwischen Ansaugkrümmer und Zylinderkopf sitzen. Ich meine die Platte, wo die 4 Erdgasschäuche rein gehen, wie auch immer die heißt.

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Beitrag von Automatix » 30.08.2016 09:41

So jetzt hab ich bei meinem kleinen Sparmobil neue Zündkerzen, Zündverteiler und Verteilerfinger eingesetzt.
Leider keine Besserung beim Ruckeln.
Ich nehme nach wie vor an, dass es einen Zusammenhang mit der Reparatur und dem Ruckeln gibt.
Vielleicht hat jemand von Euch noch eine Idee.

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Keine Besserung bisher

Beitrag von Automatix » 03.09.2016 15:08

Hallo Forumsmitglieder,
ich habe jetzt auch die Unterdruckschläuche gewechselt, leider ohne Erfolg.

Im Forum habe ich im Beitrag von k!su - Schlechte Gasannahme im Erdgasbetrieb -
auf Seite 4 die Möglichkeit des Auslesen des Fehlerspeichers gefunden:

Das Steuergerät, der EGI Necam-Multipoint Anlage, kann gespeicherte
Fehlercodes über die LED im Kraftstoffwahlschalter anzeigen.

Aktievieren der Fehlercodeanzeige:
- Zündspannung einschalten (+ 15).
- graue Leitung hinten am Kraftstoff-Wahlschalter mit Masse verbinden (z.B. Karosserie).

Die LED am Schalter blinkt jetzt Code 12; das heißt 1 x 1 sec. AN (1=1.Stelle), 2 sec. AUS
dann 2 x l sec. AN (2=2. Stelle)... Dieser Code wird 3 x wiederholt.

Danach folgen ein oder auch mehrere Codes aus der Liste. Jeder Code wird 3 x wiederholt.

Wenn die Störung behoben ist, Autobatterie für mindestens 1 Minute abklemmen.
Alle Störungscodes im Steuergerät sind nun gelöscht. Graue Leitung von Masse trennen!


NECAM FEHLERCODE TABELLE

12 - STARTCODE
13 - LAMBDASONDE DEFEKT
21 - DROSSELKLAPFENPOTIE LOW
22 - DROSSELKLAPPENPOTIE HIGH
33 - MAPSENSOR DEFEKT
34 - KEIN RICHTIGES UNTERDRUCKSIGNAL MAPSENSOR
35 - SCHRITTMOTOR-SIGNAL NICHT RICHTIG
43 - WÄHREND DEM ABBREMSEN FETTES GEMISCH (DFCO-VENTIL GESCHLOSSEN)
44 - LAMBDASONDESIGNAL ZU MAGER, EINREGLUNG ZU NIEDRIG
45 - LAMBDASONDESIGNAL ZU FETT, EINREGLUNG ZU FETT

Schematic EGI

Hat das jemand schon mal gemacht?
Geht das auch bei der Necam3?
Ich habe nur ein grau-schwarzes Kabel, das zur LED geht.
Am Schalter ist ein Kabel rot, das andere grün.

Wäre schön, wenn noch mal einer was hilfreiches schreibt.
Viele Grüße

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Beitrag von Automatix » 08.09.2016 18:28

Hallo Forum,

schade, dass keiner von Euch was schreibt.

Ich habe mittlerweile per Diagnosegerät die Lambdaspannung gemessen.
Im Benzinbetrieb im Leerlauf schwankt sie zwischen 0,8 und 0,2 Volt im Erdgasbetrieb ist ist konstant auf 0,5 Volt. Sollte sie da nicht auch ein bisschen schwanken?

Wie kann ich feststellen ob das Steuergerät einen Wert nicht erhält.
Evtl ist bei meiner Reparatur ein Kontaktproblem entstanden?

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Trelo
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Beitrag von Trelo » 08.09.2016 21:31

Mit Umrüstungen habe nicht so viele Forenmitglieder Erfahrung. ;-)
Schreib doch mal unseren User dridders an, da er nicht täglich online sein kann.
Er kennt sich sehr gut mit verschiedenen Nachrüstanlagen seit Ende der 90er aus.
Grüße vom Würmsee
Trelo
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Beitrag von Bassmann » 08.09.2016 22:06

Die Necam EGI kenne ich auch nicht, deren Funktionen sind sicherlich nicht 1:1 auf eine Necam3 übertragbar. Die Dinger sind doch alle viel zu simpel, als dass da großartig Fehlerspeicher zu finden wäre!

MfG Bassmann
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Beitrag von Automatix » 09.09.2016 09:02

Vielen Dank für Eure Antwort.
Ich werde mal versuchen Kontakt aufzunehmen, falls es was Neues gibt, wirds gepostet.

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dridders
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Beitrag von dridders » 09.09.2016 10:02

hatte den Thread schonmal gesehen, aber auch nach den Daten nicht wirklich den Tip parat.
Der Beschreibung (Unterdruckschlaeuche vom Verteiler) nach ist es wohl eine Multipoint-Anlage, womit die Venturi-typischen Probleme mit Undichtigkeiten im Ansaugtrakt eher wegfallen.
Lambda auf 0,5V am Benzinsteuergeraet ist ok. Das Signal wird von der Gassteuerung im Gasbetrieb wohl einfach nicht weiter gereicht, dementsprechend siehst du den "Pullup" aus dem Benzinsteuergeraet, der gleiche Wert als ob gar keine Sonde angeklemmt waer. Bei Multipoints und Venturis ist das normal, das Lambdasignal wuerde die Benzinsteuerung eh nur Amok laufen lassen, da sie versuchen wuerde zu regeln, aber keinen Einfluss auf das Gemisch hat. Empfindliche Steuerungen bekommen dann halt ein simuliertes Signal, weniger sensible leben damit das sie kein Signal haben.

Ob beim Gassteuergeraet was ankommte wirst du nur mit 'nem Multimeter feststellen koennen. Ist aber von auszugehen, sonst koennte sie das Signal nicht unterbrechen.

Normal duerften vom Ansaugkruemmer je ein Unterdruckschlauch zum Druckminderer und einer zu einem Drucksensor der Anlage fuehren. Sind die noch dran und heil? Irgend ein Schlauch geknickt? Hochdruckleitung geknickt? Als Eingangssignal braucht eine Multipoint eigentlich nur TPS, Ansaugkruemmerdruck und Lambda zur Nachregelung.

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