Gasgeruch im Innenraum

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Gasgeruch im Innenraum

Beitrag von Tippfehler » 30.01.2017 09:32

Hallo,
in den letzten Tagen (bei starkem Frost) hatte ich morgens nach dem automatischen Umschalten auf Gasbetrieb einen teilweise schwachen und gelegentlich auch starken Gasgeruch festgestellt. Nach dem Lüften war es dann wieder weg bis zum nächsten Morgen.
Der freundliche Gasprüfer konnte nichts feststellen. Die Gasanlage ist absolut dicht.
Jetzt bin ich natürlich etwas verunsichert.
Ich bin zur Werkstatt im Benzinbetrieb gefahren. Der Motorraum war während des Tests schon warm (10 km Fahrt bei +1 °C). Ich glaube, dass das Gas vom Motorraum über die Lüftung in den Innenraum kommt.
Kann es sein, dass ein Überdruckventil bei starkem Frost nach dem Umschalten kurz öffnet und heute bei Plusgraden kein Problem mehr hat?

An der Tankstelle gehen bei Frost in den 16 kg Tank über 18 kg rein, im Sommer ist manchmal schon bei 13 kg Schluß. Könnte es etwas mit der höheren Gasmenge zu tun haben?

Danke.
MB B170 NGT BE Autotronic EZ 12.2008

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Nach erneuter Forensuche fündig geworden

Beitrag von Tippfehler » 30.01.2017 13:07

Nachdem ich das Forum noch etwas weiter durchsucht habe, habe ich einen sehr ähnlichen Fall mit einem anderen B170NGT von 2008 gefunden:
Das Umschaltventil Gas/Benzin wurde im Rahmen der Gebrauchtwagengarantie gewechselt. Seither riecht es beim Kaltstart nicht mehr nach Gas.
Der Fehler trat im November auf, da war es vielleicht auch sehr kalt.
Kann es sein, dass das Umschaltventil bei Frost Probleme macht?
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Re: Nach erneuter Forensuche fündig geworden

Beitrag von Bassmann » 30.01.2017 21:29

Tippfehler hat geschrieben:... Kann es sein, dass ein Überdruckventil bei starkem Frost nach dem Umschalten kurz öffnet ...
So ein Überdruckventil macht genau einmal auf, dann aber nicht wieder zu. Meist in der Ausführung als Berstscheibe.

Und ein Ventil, das zwischen Gas und Benzin umschaltet, gibt es auch nicht. Für sowas ist Elektronik zuständig, die macht die Benzin-Einspritzventile zu und die Gas-Einblasventile auf.

Gasgeruch ist allerdings zB dann möglich, wenn so eine Gaseinblasdüse nicht mehr vollständig schließt und deshalb nach Abstellen des Motors den Ansaugtrakt flutet. Gas kann dann durch den Ansaugluftfilter und Ansaugstutzen ins Freie gelangen und über die Lüftung in den Fahrzeuginnenraum vordringen. Gasdüsen prüfen lassen, ggf. ersetzen.

MfG Bassmann
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Beitrag von Tippfehler » 30.01.2017 22:36

Danke für die schnelle Antwort.
Wenn es so wäre, würde ich den Gasgeruch aber nicht erst nach dem Umschalten erwarten.
Die Einblasdüsen wurden vor ein paar Jahren getauscht, weil so etwas eintrat und beim Umschalten der Motor aus ging. Gasgeruch fiel damals nicht auf.

Mit dem Ventil zum Umschalten ist in dem anderen Thread wohl der Gasdruckregler gemeint.
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Beitrag von Bassmann » 30.01.2017 23:15

... nach dem Umschalten auf Gasbetrieb ...
Das ist ungewöhnlich. Ich versuche ja, das logisch anzugehen. Kurz vor dem Umschalten wird ja der Druck, der gerade in den Buddeln herrscht, auf die Pipeline und den GDR losgelassen. Dass sich während der Fahrt unter der Motorhaube eine Gaswolke halten kann, die es von dort aus in die Lüftung schafft, um dann im Innenraum wahrnehmbar zu sein, halte ich für unwahrscheinlich.
War bei den B170 NGT nicht auch noch eine Buddel im Innenraum? Wenn ja, dann würde ich in deren Umgebung weitersuchen.

MfG Bassmann
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Beitrag von Tippfehler » 31.01.2017 06:51

Es könnte vielleicht damit zu tun haben, weil das Auto nicht fährt, weil die Frontscheibe wieder zugefroren ist, die Lüftung auf Frontscheibe eingestellt ist und ich wieder Eis kratze oder weil ich genau zu dem Zeitpunkt an einer Kreuzung stehe.
Meist schaltet er genau vor dieser Kreuzung um.
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Beitrag von Tippfehler » 16.02.2017 16:55

Jetzt kommt ein neuer Gasdruckregler rein. (ca. 1600 €)
Der alte wird bei Kälte direkt nach dem Umschalten leicht undicht und hat auch einen leichten Ölfilm. Danach ist er immer gleich wieder dicht.
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Beitrag von DerRaucher » 16.02.2017 17:55

Autsch,
kann man den GDR den Mercedes benutzt nicht öffnen und neue Dichtungen einbauen?

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Beitrag von Bassmann » 16.02.2017 18:05

Sowas gibt es imho in keinem OEM-Auto mehr, dass Rep-Kits für den GDR angeboten werden.

Offenbar trauen die Hersteller ihren Schraubern vor Ort nicht zu, das fachgerecht zu erledigen. Dann tut noch die Rechtsabteilung den Haftungs-Senf dazu und irgendein Rostiftakrobat ist felsenfest davon überzeugt, dass es billiger für den Konzern ist, wenn gleich ein Neuteil verschraubt wird. Der Kunde will mit CNG fahren? Dann wird er es bezahlen.

Der Umrüster meines Golf4 (nicht in Vlotho) hat noch höchstselbst den GDR zerlegt und gefettet, als der durch Hupgeräusche auf sich aufmerksam machte. Es hat gewirkt. Offenbar wusste der Mann, was er tun musste.

MfG Bassmann
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Beitrag von Tippfehler » 16.02.2017 18:11

Reparieren geht wohl nicht.
Wenn man viel Geduld hat, könnte man ihn aber für 394 € bei Aliexpress kaufen und 6 Wochen warten, bis er da ist.

https://de.aliexpress.com/item/Genuine- ... Title=true

Bei ebay gibt es auch gebrauchte für unter 300 €, dafür fehlt mir aber die Risikobereitschaft.

Einbauen kann man ihn zwar selber, aber der Dichtigkeitstest muss in der Fachwerkstatt gemacht werden. Die hatte aber schon einige Zeit damit verbracht, den Fehler zu finden. Diese Kosten fallen jetzt schon an. Viel teurer wird es mit dem Einbau auch nicht mehr.
1600 Euro ist der Preis für alles zusammen. Der GDR selbst kostet ca. 950 €.
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Beitrag von Tippfehler » 25.02.2017 10:00

Leute, die vorhaben, sich ein (gebrauchtes) Ergasauto zuzulegen, sollten ab hier lieber nicht mehr weiter lesen.

Leider wird es wohl kein Happy-Ending geben. Nach über 26 Jahren fahren mit Stern wird der nächste Neuwagen wohl ein Billigimport aus China oder Indien werden, den man nach 5 Jahren Nutzung einfach verschrottet. Für meine Frau ist die Sache jedenfalls klar.

Nach langem Reparaturmarathon der Erdgasanlage kann man schon fast von einem wirtschaftlichen Totalschaden sprechen.
Für ein 8 Jahre altes Fahrzeug eines Premiumherstellers mit noch nicht mal 200000 km gefahrenen Kilometern ist das sehr enttäuschend.
Ich hoffe, dass ich das Sorgenkind nächste Woche wieder zurück bekomme.

Vor dem Supergau wurden bereits die Einblasdüsen und der Tankeinfüllstutzen wegen Undichtigkeit gewechselt.

Nach dem Einbau des neuen Gasdruckreglers wurde ein defektes Flaschenventil diagnostiziert. Nachdem das getauscht wurde, war das nächste kaputt. Jetzt gibt es ja noch drei weitere Flaschenventile, die sich wohl auch demnächst verabschieden werden. (Die defekten Ventile hatten nicht mehr geschlossen.)

Dass inzwischen fast alle Gasventile ausgetauscht werden mussten, könnte wohl auch mit der Erdgasqualität der Stammtankstelle zu tun haben. Es ist eine der ältesten Erdgastankstellen Deutschlands und sie war häufig wegen Wartungsarbeiten geschlossen.

Die Werkstatt vermutet, dass der Gasdruckregler durch die sich nicht schließenden Flaschenventile undicht wurde. Ich kann das zwar nachvollziehen, aber als Ursache scheint es mir die Begründung doch eher schwach zu sein, denn der Gasdruckregler sollte auch dicht bleiben, wenn immer voller Druck anliegt.
Sollten die Falschenventile alle zu sein, bleibt ja trotzdem erstmal der Druck in der Leitung.

Bisher war es so, dass ich verwundert über die Gesetze in Italien war, die vorschreiben, dass alle 5 Jahre die Erdgastanks ausgebaut und geprüft werden müssen. Inzwischen glaube ich, dass die Idee wohl gar nicht mal so verkehrt ist.
Zumindest die Ventile sind alle 5 Jahre fällig.

Früher konnte ich nach dem Umschalten auf Erdgas gelegentlich ein kurzes Hupen feststellen. Beim Tanken war das auch so. Das war irgendwann mal verschwunden. Vermutlich fingen zu diesem Zeitpunkt die Ventile an, zu verklemmen.
Auch kam es zwei mal im Hochsommer vor, dass nur 13 kg in die 16 kg Tanks passten. Ich ging von einem Problem der Tankstelle aus. Im Sommer in Italien habe ich nie mehr, als 13 kg bekommen. In der letzten Zeit, bei sehr niedrigen Temperaturen gingen immer über 18 kg rein. Ich bin beim Tanken in der letzten Zeit sicherheitshalber immer etwas beiseite gegangen.

Komischweise war das der erste Flaschenventiltausch, den die größte Premium-Werkstatt der Umgebung überhaupt durchgeführt hat.
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Beitrag von Tippfehler » 02.03.2017 17:58

Das Auto fährt wieder und die neuen Ventile Hupen auch wieder beim Umschalten.

Wie zu erwarten war, war es mit zwei defekten Flaschenventilen noch lange nicht fertig. Zwei weitere Ventile haben danach auch noch den Dienst quittiert.
Das fünfte und letzte originale Ventil wurde sicherheitshalber auch noch getauscht. Es war tatsächlich noch in Ordnung.
Damit dürfte die Reparatur mehr als doppelt so teuer ausfallen, wie veranschlagt und ich muss das Auto mindestens zwei Jahre länger fahren, um die zusätzlichen Kosten wieder raus zu holen.
Hätte ich vorher gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich wohl auf Autogas umrüsten lassen. Jetzt sind alle mechanischen Erdgas-Teile, bis auf die Leitungen und Tanks neu.
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schienenbein
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Beitrag von schienenbein » 02.03.2017 21:20

Was kostet denn die Reparatur? Und was hast du denn insgesamt schon in erdgasspezifische Reparaturen gesteckt?

Ich (E-Klasse, Bj. 2007) hatte zwar auch schon mehrmals neue Einblasdüsen, einen neuen Druckregler und ein neues Tankventil, aber bis auf Letzteres musste ich nichts bezahlen (Kulanz). Das Ventil kostete mich vor zwei Wochen 580 €. Aber nach fast zehn Jahren und knapp 200000 km fand ich das nicht so schlimm.

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Beitrag von Gulbenkian » 03.03.2017 08:17

schienenbein hat geschrieben:Das Ventil kostete mich vor zwei Wochen 580 €. Aber nach fast zehn Jahren und knapp 200000 km fand ich das nicht so schlimm.
Der Ausfall des Tankventils kann bei der Laufleistung passieren. Unverständlich sind mir die exorbitant hohen Ersatzteilpreise. Bei unserem Golf soll eine neues Ventil 700€ + Einbau + GWP kosten. Wenn die Ventile nach 1000 Tankvorgängen verschlissen sind, gibt es auch welche für um die 200-300€. Anscheinend sind die für Mercedes und den Golf aber vergoldet ;-)
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Beitrag von Tippfehler » 03.03.2017 09:26

Wieviel ich insgesamt bezahlen muss, ist noch nicht ganz klar. Mercedes-Ventile sind aber viel günstiger, als die von VW. Es wurden mal 205 € plus Mwst. Materialpreis angesprochen.
Wenn man dann auch noch liest, dass bei VW manche Ventile schon nach 20.000 km ausfallen, bzw. fünf Stück bei 60.000 km, hatte ich wohl eher noch Glück.
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