Erfolgreich KEINE Erdgasautos verkaufen

Der Marktführer der Erdgasfahrzeuge findet hier seinen Platz mit den Serienmodellen Zafira, Astra u. Combo.

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Ruhrpott-Combo
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Erfolgreich KEINE Erdgasautos verkaufen

Beitrag von Ruhrpott-Combo » 11.03.2017 10:49

Hallo zusammen,

gestern war ich zum ersten Mal nach mehreren Jahren wieder beim größten Opel-Händler in Essen, der neuntgrößten Stadt der Republik.

Frage: Haben Sie auch Erdgasfahrzeuge in der Ausstellung?
Antwort: NEIN. Die werden ja gar nicht nachgefragt.

Frage: Wann haben Sie zuletzt ein Fahrzeug mit Erdgasantrieb verkauft?
Antwort: Das muss schon 4 bis 5 Jahre her sein.

Der angesprochene Verkaufsberater hatte überhaupt keinen Schimmer von der Erdgastechnik und keine Antenne dafür.


Unfassbar.
Für mich jedenfalls.

So kann man erfolgreich KEINE Erdgasfahrzeuge verkaufen.

Beste Grüße,
Ruhrpott-Combo

kpo9
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Beitrag von kpo9 » 11.03.2017 13:14

Da stell ich jetzt mal die Frage in den Raum:

Was produzieren Verkäufer?

P.S Wenn ich die Erdgasfahrzeuge nicht erfahren hätte dürfen, wäre ich nicht Besitzer eines solchen. Ich habe noch keinen Angestellten im Kfz-Verkaufsgewerbe getroffen der mir auch nur die kleinste Erfahrung bei bringen konnte. Punkt.

Es mag gute Leute geben, ich bin aber nur noch nicht auf sie gestoßen! Punkt.

Die meisten sind selbst schuld das der Verkauf von Neuwagen über das Internet immer mehr zunimmt.

Das ist im übrigen Marken übergreifend.

Das sind meine Erfahrungen mit dieser Klientel der Kfz-Verkäufer.

Gruß
KPO9
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Robert
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Re: Erfolgreich KEINE Erdgasautos verkaufen

Beitrag von Robert » 11.03.2017 19:01

Ruhrpott-Combo hat geschrieben:Frage: Haben Sie auch Erdgasfahrzeuge in der Ausstellung?
Antwort: NEIN. Die werden ja gar nicht nachgefragt.
Und nun erkläre plausibel, warum der Händler sich das ans Bein binden soll?

Dem Händler ist es nachvollziehbar egal was er verkauft. Wenn die Kunden es nicht wollen, wird hier kein Händler es ihnen aufschwatzen.

petergabriel74
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Beitrag von petergabriel74 » 11.03.2017 19:15

@robert:
Wieso so negativ ..."sich das an das bein binden"?

Nach meiner Ansicht wäre es nur logisch wenn sich alle die zB mehr als 10000 km im Jahr fahren ein Erdgasfahrzeuge kaufen würden

Das dem nicht so ist,hat vielfältige Grunde,aber die meisten sind haarsträubende...inkl der armseligen Verkäufer.

Diesel ist nicht erst Sekt vorgestern keine alternative...und auch hier haben sich Autoverkäufer mit Inkompetenz hervorgetan.

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Sven2
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Beitrag von Sven2 » 11.03.2017 19:25

@ Ruhrpott-Combo
Das war kein Verkäufer!
Der Herr war vom Vertrieb. Seine Arbeitsaufgabe: Vertreiben. Kunden z.B.

Bei VW oder MB ist es auch nicht besser. Da muss man die Schlipsträger schon ganz gezielt auf CNG ansprechen.
Wiederholungstäter: früher Touran TSI_EF, jetzt B200 NGD
CNG-Aufkleberimporteur

kpo9
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Beitrag von kpo9 » 11.03.2017 19:30

Na dann mal die Brain.exe starten und mal über den Zaun schauen.
Wenn erst mal das korrupte System der Autolobby mal vor vollendete Tatsachen gestellt würde, sofort Abgas relevante Maßnahmen sofort umzusetzen wie es zum Beispiel Kalifornien macht, dann würde sich was tun. Aber der Kuddelmuddel der gerade hier dank der Autolobby in good old Germany läuft, spottet jeder Beschreibung.

Im übrigen ist auch verbrennen von Methan nicht umweltfreundlich , wohl aber das kleiner Umweltübel, hab ich aber auch schon mehrfach hier im Forum geäußert.

Aber gerade der Automarkt ist ja ein Selbstläufer und den Kunden wird aufgeschwatzt worin die größte Marge zu machen ist. Kunden und Umweltbelange stehen weit hinter Sitzheizung Bluetooth und Co. Sehr schön auch am vollkommen Sinnlosen SUV-Boom zu beobachten.

So viele Oberförster und Landwirte in den Innenstädten, aber auch ich alleine werde die Welt nicht retten, aber keiner sagt mit ich hätte es nicht wenigstens versucht.

:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 11.03.2017 20:04

Aus der Sicht des Händlers ist es einerseits verständlich.
Wenn man Erdgasautos verkauft sollte man diese auch reparieren können/dürfen. Jedoch sind die Schulungen für den Mechaniker nicht grad billig und das Geld würde man mit 2-3 Kunden nicht wieder reinkriegen.
Aber andererseits, wenn man den Kunden nicht darauf hinweist das es Autos mit Erdgas gibt dann kann man auch keine verkaufen.
Zumal es bei Opel leider nur 2 Autos gibt. Den Zafira und den Combo welcher eher was für Handwerker ist. Es wird Zeit für den Astra oder den Insignia.

Mein Autohaus hat sich auf Erdgas spezialisiert und daher genug Kunden um die Kosten für die Schulungen und das Equipment wieder reinzuholen.

Robert
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Beitrag von Robert » 11.03.2017 20:58

DerRaucher hat geschrieben: Aber andererseits, wenn man den Kunden nicht darauf hinweist das es Autos mit Erdgas gibt dann kann man auch keine verkaufen.
Beim Hinweisen bleibt es ja nicht. Man muss schon mehr als 5 Minuten hinein stecken, um heraus zu finden, ob Erdgas was ist oder nicht. Und wer zahlt diese Zeit?

Nochmal, warum sollte ein Verkäufer irgendeinen Druck verspüren unbedingt Erdgas zu verkaufen?
Man kann hier immer den Eindruck gewinnen, dass da für die Beteiligten was gewonnen wäre dabei, aber das ist doch nicht so.

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 11.03.2017 21:23

Robert hat geschrieben:... Man kann hier immer den Eindruck gewinnen, dass da für die Beteiligten was gewonnen wäre dabei, aber das ist doch nicht so.
Nein? Dem ist nicht so? Stickoxide aus Dieselmotoren werden für zB 10.000 Tote jährlich allein in D verantwortlich gemacht, je nachdem, wen man fragt. Hätten Dieselverkäufer stattdessen zu CNG-Motoren geraten, lebten die 10.000 dann noch? Es ist schwer da die Kausalität nachzuweisen.

Es gibt auch nicht nur Stickoxide, es gibt Feinstaub, es gibt Partikelemissionen. Bei CO2 liegt der Diesel ja ziemlich gut, weshalb er ja auch jahrelang hofiert wurde. Mit den Fördergeldern, die bisher in Diesel (und auch Elektroantrieb) gesteckt wurden, wäre CNG heute wesentlich weiter verbreitet.

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von bljack » 12.03.2017 17:31

Bassmann hat geschrieben:
Robert hat geschrieben:... Man kann hier immer den Eindruck gewinnen, dass da für die Beteiligten was gewonnen wäre dabei, aber das ist doch nicht so.
Nein? Dem ist nicht so? Stickoxide aus Dieselmotoren werden für zB 10.000 Tote jährlich allein in D verantwortlich gemacht, je nachdem, wen man fragt. Hätten Dieselverkäufer stattdessen zu CNG-Motoren geraten, lebten die 10.000 dann noch? Es ist schwer da die Kausalität nachzuweisen.

Es gibt auch nicht nur Stickoxide, es gibt Feinstaub, es gibt Partikelemissionen. Bei CO2 liegt der Diesel ja ziemlich gut, weshalb er ja auch jahrelang hofiert wurde. Mit den Fördergeldern, die bisher in Diesel (und auch Elektroantrieb) gesteckt wurden, wäre CNG heute wesentlich weiter verbreitet.

MfG Bassmann
Und welchen Vorteil hat der Verkäufer jetzt noch gleich davon? Am Monatsende keinen Job mehr, weil er zuwenig Autos verkauft hat... ;-)
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

Seit 06/2017 hin und wieder auch mit einem Leon ST TGI, wenn meine Holde mich lässt :-) :-)

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Beitrag von Bassmann » 12.03.2017 21:45

bljack hat geschrieben: Und welchen Vorteil hat der Verkäufer jetzt noch gleich davon? Am Monatsende keinen Job mehr, weil er zuwenig Autos verkauft hat... Zwinker
Das hängt wohl von der Marge ab. Ich hab keine Ahnung, ob die zB bei Dieseln für das Autohaus besser ist als bei Benzinern oder Erdgasern gleichen Typs. Wenn die Marge gleich sein sollte, kann es dem Verkäufer -und seinem Bankkonto- egal sein. Wer weiß mehr?

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
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Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
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Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von kpo9 » 13.03.2017 11:05

Wenn in der Marge zweier Modelle (Angenommen rein hypothetisch Diesel/Benziner :lol: ) nur 1€ Unterschied ist, dürfen wir alle mal überlegen was da durch die Blume von Oben herab angeordnet und den Veräufer schmackhaft gemacht wird.. :rolleyes:

Man nennt so etwas Produktsteuerung glaube ich, aber ich glaube ja auch an den grossen Tohuwabohu und bin fest überzeugt das es ihn gibt..

KPO9

der weis das dies aus dem Hebräischen kommt...
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Beitrag von SparAstra » 18.03.2017 09:07

Selbst die im Werk haben keine Ahnung:

Bei der Auslieferung meines Golf TGI in Wolfsburg hatte mir der Angestellte was von "Tanken mit Adaptern" erzählt. Ich habe ihn aufgeklärt, dass er CNG und LPG wahrscheinlich verwechselt.

Und ein anderer Mitarbeiter in Wolfsburg (arbeitet mit CNG) wollte mir erzählen, dass die Wolfsburger CNG-Tanke H-Gas hätte. Schön wärs (nur der Preis ist H-Gas)

Wenigstens wurde mir bei meiner Bestellung hier im Autohaus von CNG "abgeraten", sondern einfach mein Wunsch akzeptiert.

Gruß
SparAstra

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Beitrag von ExUser2007 » 23.03.2017 00:10

@kpo9

Sehr gut ausgedrückt, man nennt es wohl Produktsteuerung. Was spricht dagegen es einem Verkäufer mit dem Euro mehr schmackhaft zu machen ein CNG Auto zu verkaufen? Wenn man CNG puschen will dann muß der Euro natürlich irgendwo herkommen. Da wird es bestimmt eine Lobby geben!

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Beitrag von kpo9 » 23.03.2017 09:24

Es spricht dagegen das gerne von allen Seiten etwas von Schadstoffen und Partikel geblubbert wird, und mit der Erdgasfahrzeugen ein probates Mittel vorliegt genau jene abzusenken.
Stattdessen werden Steuergeräte und Software schon Herstellerseitig manipu... ähh dahingegen optimiert und mit vollkommen weltfremden Fahrzyklen getestet. Mir geht es nicht darum den Verkäufern im Kfz-Gewerbe ihr Brot zunehmen, das schaffen die allermeisten schon selber, das ist meine Erfahrung mit dieser Berufsgruppe.

Aber sich von Verkäufern beraten lassen ist der falsche Weg, sich selbst Informieren wäre besser. Der Verkäufer wird immer das anpreisen worin für ihn das Maximum liegt, so funktioniert nun mal unser Wirtschaftssystem, das ist nicht nur bei Fahrzeugen so...

Ich zitiere noch mal Ruhrpott-Combo:

Der angesprochene Verkaufsberater hatte überhaupt keinen Schimmer von der Erdgastechnik und keine Antenne dafür.

Zitatende

Fazit: so wird das nix mit uns!

Gruß
KPO9
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