Der Fahrzeughersteller und Seine Inspektionsvorgaben

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Chrischanx
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Der Fahrzeughersteller und Seine Inspektionsvorgaben

Beitrag von Chrischanx » 19.04.2017 10:33

Ich habe mich bei Volvo D über eine durchgeführte Inspektion meiner ehemaligen Volvo Vertragswerkstatt beschwert bzw. erkundigt.

Hier ein Ausschnitt der Antwort:

„Für die Wartungsempfehlung ist nach wie vor VIDA relevant, jedoch handelt es sich um eine Empfehlung und keine Vorschrift seitens des Herstellers. Die Sichtprüfung des Händlers vor Ort geht vor. Ein 2%iger Wasseranteil sollte dann schon einen Wechsel bedingen.
Der Wartungsumfang bei Verkauf kann vom Händler selbst bestimmt werden, da dieser für etwaige Versäumnisse als rechtlich und wirtschaftlich eigenständiges Unternehmen im Rahmen des mit Ihnen geschlossenen Vertragsverhältnnisses einzustehen hat. Hier können wir den Händler nicht zwingen, ein größeren als aus seiner Sicht notwendigen Wartungsumfang vor Verkauf anzusetzen.“

Es ging um eine vertraglich ausgehandelte vollwertige 90.000er "Inspektion" (kein Flex-Service!) die vor Auslieferung des Fahrzeuges durchgeführt werden sollte. KM Stand 87000, da gehe ich als Kunde von einer Inspektion nach Herstellervorgaben aus. Gemacht wurde nur ein Ölwechsel und es wurde der Innenraumfilter getauscht.

Gemäß VIDA (Herstellervorgaben beim KM 90.000) hätten auch die Bremsflüssigkeit, der Luftfilter, die Zündkerzen, das Reifendichtmittel und 2 der Gasfilter ausgetauscht werden sollen.

Offensichtlich muss jede durchzuführende "Kleinigkeit" namentlich im Vertrag erwähnt werden.

Laut Volvo ist also eine Inspektion keine Inspektion sondern Godwill des Händlers. Die Hauseigene Wartungsvorschrift ist offensichtlich nur ein Märchenbuch......

LG
Christian

bsp
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Beitrag von bsp » 22.04.2017 14:20

Kennt ein Bekannter leider zu gut. Von Privat gebrauchten 480 Turbo mit ca. 100tkm und frischer Inspektion gekauft, laut Rechnung der Vertragswerkstatt wurden Zahnriemen und alle relevanten Teile getauscht, auch Laufrollen standen drauf. Keine 20tkm später macht es KLACK und der Motor steht. Zahnriemen gerissen: es wurden scheinbar nicht alle Rollen getauscht, eine bekam einen Lagerschaden, blieb stehen und hat den Riemen durchgeschliffen.

Der Schriftwechsel damals verlief ähnlich, das tauschen aller Laufrollen beim Riemenwechsel sei nur eine dringende Empfehlung und keine Vorschrift...
Die Werkstatt sah sich natürlich keiner Verantwortung bewusst, weil der Schaden erst nach über einem Jahr aufgetreten ist, alle Fristen abgelaufen waren und sie "Die Rolle getauscht hätten, wenn sie verdächtige Geräusche gemacht oder schwergängig gewesen wäre.". Ist das schon fortgeschrittener oder noch Wahnsinn im Anfangsstadium?

Die gleiche Werkstatt wollte zuvor bei einem anderen Problem des 480ers für über 900 DM das MSG tauschen; bei warmem Wetter und Motor ist die Kiste im Leerlauf regelmäßig ausgegangen. Habe den Fehler während einer Inspektion kurz meiner Vertrauenswerkstatt geschildert und der Techniker hat kurz nach Fehlerbeschreibung und nennen des Typs und Modelljahrs gemeint "Da war was, Moment" und geht in den Unterlagen kramen. Kommt keine 2 Minuten später zurück und meint: Kein Problem, ist ne Kleinigkeit, ca. 90 DM... Abschirmgeflecht über die Zündkabel.
Gesagt, getan, Fehler weg. Für ein zehntel des Preises den die andere Vertragswerkstatt für eine Reparatur haben wollte die den Fehler nicht mal beseitigt hätte.
Ist alles nur eine Frage der Kompetenz und Lernbereitschaft. Scheinbar hat Volvo damals exotische und Standard-Fehler per Hinweis schriftlich kommuniziert, es musste sie nur jemand lesen bevor sie abgeheftet wurden.

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