Ducato 3.0 Liter CNG/Benzin Hybrid (2010) Startschwierigkeit

Hier geht es um die CNG-Modelle von Fiat.

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fribitom
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Ducato 3.0 Liter CNG/Benzin Hybrid (2010) Startschwierigkeit

Beitrag von fribitom » 10.05.2017 23:12

Hallo zusammen, ich habe ein Problem welches die Fiat Professional Vertretung in der Schweiz nicht kennt und somit nicht identifizieren kann. Steht unser Fiat Ducato jeweils etwas länger (ein bis mehrere Tage) lässt er sich nur mühsam starten (die Zündkerzen wurden gewechselt und die Zündspule geprüft sowie der Fehlerspeicher ausgelesen). Wurde er einmal gestartet, lässt er sich beim zweiten Mal (auch wenn der Motor noch kalt ist) problemlos wieder starten ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Lässt man Ihn dann wieder längere Zeit stehen hat er wieder Startschwierigkeiten. Unsere Garage meinte es könnte daran liegen, dass der Gasdruck nicht aufrechterhalten wird und so das Gas zur Zündung nicht bereit steht und erst mehrmaligem zünden und Druck aufbauen bereit steht. Oder allenfalls ein Gasleck? Hat jemand mit sowas Erfahrung und kann mir Tipps geben oder helfen? Das Fahrzeug läuft ansonsten ordnungsgemäss, nur das Starten ist sehr mühsam.

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bljack
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Beitrag von bljack » 11.05.2017 06:08

Hört sich für mich nach einem undichten Einblasventil an, dass bei längerer Standzeit den Ansaugtrakt mit dem Gas zwischen GDR und Einblasventil "flutet". Dann saugt er natürlich ein viel zu fettes Gemisch an, das nicht zündfähig ist. Dazu würde passen, dass er problemlos anspringt, wenn er einmal angesprungen ist (das Gemisch also wieder zündfähig ist).

Nachtrag: wird das Problem schlimmer, wenn er länger steht? Also braucht er länger zum Anspringen, wenn er länger steht?
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Beitrag von fribitom » 11.05.2017 19:39

Hallo bljack, danke schon mal für Deine Einschätzung. Wie stark die Unterschiede je nach Standdauer sind kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Was noch ist, wenn er dann mal startet, generiert er relativ starken Abgasrauch und Feuchtigkeit tropft aus dem Auspuffrohr, deckt sich dies mit Deiner Einschätzung?

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 11.05.2017 20:19

N Ahmd und willkommen hier im Forum!

Ich stimme bljacks Diagnose zu.

Wasserdampf im Abgas ist indessen für CNG-Autos nicht ungewöhnlich, schließlich ist der Wasserstoffanteil im Treibstoff wesentlich höher, daher auch im Abgas, eben in Form von Wasserdampf. Ich würde daher eher weißen Dampf erwarten als eine schwarze Rauchwolke, wie man sie von falsch eingestellten Dieseln kennt. Und wenn Wasserdampf kondensiert, kommen eben Tröpfchen aus dem Auspuff.

MfG Bassmann
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Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

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Beitrag von bljack » 12.05.2017 06:10

fribitom hat geschrieben:wenn er dann mal startet, generiert er relativ starken Abgasrauch und Feuchtigkeit tropft aus dem Auspuffrohr, deckt sich dies mit Deiner Einschätzung?
Nur in den kalten Monaten oder auch wenn es draußen deutlich wärmer ist? Bei kalten Außentemperaturen und noch kalter Abgasanlage dampfen Erdgaser deutlich mehr als Benziner/Diesel. Allerdings macht mein up das z.B. nur bei Temperaturen um/unter 5-10° deutlich sichtbar. Weiß jetzt aber nicht, wie sich da ein Ducato verhält, ggf. könnte da ikonengold weiterhelfen, wenn er mitliest.

[Theoretisch könnte nach längerem Stand ja auch Kühlwasser in die Zylinder kommen, aber da würde ich eigentlich keine solchen Startprobleme erwarten und zudem wären bei defekter Kopfdichtung wohl noch ein paar andere Probleme erkennbar, insofern würde ich die aktuell noch auschließen wollen.]
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fribitom
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Beitrag von fribitom » 12.05.2017 06:43

Da habt ihr recht, der rauch ist schön weiss und je kälter die Umgebung desto stärker. Was würdet ihr an meiner stelle machen? Fiat Garage aufsuchen, offerte einholen und mal das einblasventil wechseln lassen?

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Beitrag von Gastra » 13.05.2017 12:10

nix. Dampfen ist normal bei CNG, solange das Kühlwasser nicht weniger wird, seh ich keinen Grund zur Sorge.
Gruß
Dominik

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Beitrag von schienenbein » 14.05.2017 22:08

Hallo fribitom,

ich kenne das Problem (und die Anzeichen für) undichte Einblasventile zur Genüge und kann die Vermutung, dass sie undicht sind, auch bestätigen. Allerdings sind es vier (je Zylinder eines) und der Austausch zumindest bei Mercedes sehr teuer (wobei nicht die Kosten für die Teile, sondern für die Arbeit hoch sind)

@ bljack: Das zu fette Gemisch entsteht doch dann im Brennraum und nicht, wie du geschrieben hast, zwischen dem GDR und den Ventilen?! Der GDR liegt m. E. zwischen Ventilen und den Druckbehältern und schützt die Ventile vor dem hohen Druck, oder???

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Beitrag von MiniDisc » 14.05.2017 22:38

schienenbein hat geschrieben:@ bljack: Das zu fette Gemisch entsteht doch dann im Brennraum und nicht, wie du geschrieben hast, zwischen dem GDR und den Ventilen?!
Das Gas, welches sich zwischen GDR und den Ventilen befindet, strömt durch ein oder mehrere undichte Ventile in den Ansaugtrakt und verdrängt dort die Luft. Wird der Wagen jetzt gestartet so wird zum einen Benzin eingespritzt und zum anderen das ausgeströmte Gas angesaugt (eigentlich sollte es ja Luft sein). Diese Benzin-Gas Gemisch ist im Brennraum nicht zündfähig. Erst wenn das Gas durch den Motor weggesaugt wurde und Luft nachströmt entsteht wieder ein zündfähiges Gemisch und dann startet auch der Motor wieder. Anfangs allerdings recht widerwillig.
Zuletzt geändert von MiniDisc am 14.05.2017 23:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von MiniDisc » 14.05.2017 22:47

schienenbein hat geschrieben:Der GDR liegt m. E. zwischen Ventilen und den Druckbehältern und schützt die Ventile vor dem hohen Druck, oder???
Der GDR sorgt dafür das an den Gaseinblasdüsen (Ventilen) zu jeder Zeit ein stabiler Druck anliegt. Die mech. GDRs regeln dabei einen festen Druck ein , z.B. 9 Bar, während die elektronischen GDRs den Druck abhängig vom Lastzustand regeln können, zB. 5-9 Bar. Der Druck in den Tanks muss dafür mind. geringfügig höher sein, zB. 13 Bar. Deswegen ist es auch nicht möglich die Tanks komplett leer zu fahren.

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