Bargteheide: CNG-Zapfsäulen defekt

Hier könnt Ihr über deutsche Erdgastankstellen berichten.

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 09.09.2017 09:58

Hallo,

In der Erdgas-Mobil-App war Bargteheide nur als "Wartung" angezeigt. Ich hab das mal zum Anlass genommen und den Verein auf die beschlossene Schließung hingewiesen, verbunden mit der Aufforderung, den Standort an expansionwillige Gasanlagenbetreiber für die Übernahme bzw. den Weiterbetrieb zu melden. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder ...
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CNG-Tankstelle in Bargteheide

Beitrag von wumpel » 14.02.2018 20:05

Ich muss das Thema mal hochholen:
Am Mittwoch, 21.02.18 um 19 Uhr tagt ein städtischer Ausschuss in öffentlicher Sitzung, bei dem der "Weiterbetrieb der Erdgastankstelle in Bargteheide" auf der Tagesordnung steht!

Nachdem das Drama um die Säule schon seit dem 10.7.17 geht, ist das doch mal ein Anlass, sich diese Sitzung nicht entgehen zu lassen!

Ich werde da hingehen und in der Einwohnerfragestunde versuchen, etwas mehr Hintergrund-Infos herauszubekommen.
Würde mich freuen, wenn noch jemand mitkommt! Dann hat die Gruppe der Erdgastanker hier endlich mal ein Gesicht :cool:
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gato311
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Beitrag von gato311 » 14.02.2018 20:09

Danke für den Tipp.

Mein Vater ist da natürlich prompt 1 Tag im Urlaub.

Ich seh mal, ob ich es auch schaffe...
Wo findet das genau statt?
Im Rathaus in der Rathausstr.?

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 14.02.2018 21:31

Jepp, im Rathaussaal, Rathausstraße 24-26, der Eingang ist zwischen dem Edeka (rechts) und der Coffeelounge(links).

Hier die Tagesordnung:
http://www.bargteheide.ratsportal.net/bi/to010.asp

Interessant sind die Ausführungen in der Vorlage zu TOP 6 (auf VO klicken).
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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 14.02.2018 22:00

Kann jemand sagen wer der Hersteller der Säule und der CNG Anlage ist? Greenfield, Bauer, Schwelm?
Säule von Gilbarco?

gato311
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Beitrag von gato311 » 14.02.2018 22:50

Gute Frage, muss mal einer von uns schauen.

Ist denn ohne Pachtkosten die Säule mit etwas mehr als 40000 kg im Jahr überhaupt wirtschaftlich zu betreiben oder geht die eh sofort wieder vom Netz, sobald ein Defekt auftritt?

P.S.
Die geringe Abnahmemenge ist sicher auch auf die bisher absurde Preispolitik zurückzuführen, die ein Bunkern für Durchreisende sehr unattraktiv machte.

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wumpel
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Beitrag von wumpel » 15.02.2018 13:50

Zur Technik kann ich leider nicht viel sagen.
Zur Auslastung zitiere ich mal sinngemäß aus der Vorlage:
- in 2015 wurden ca. 41.180 kg verkauft
- in 2016 wurden ca. 47.800 kg verkauft
- in 2017 wurden ca. 20.122 kg verkauft

Das sieht für 2017 erst einmal erschreckend aus.

Berücksichtigt man jedoch, dass
- die Anlage Ende Mai / Anfang Juni 2017 kaputt ging
- der Verkaufspreis von ca. 1,029 auf 1,179 €/kg innerhalb eines halben Jahres und ohne ersichtlichen Grund exorbitant erhöht wurde (alle anderen in der Umgebung taten das nicht!)
so ist festzustellen, dass die Anlage wohl von einem Amok laufenden BWLer des Betreibers (e.on gas) bewusst ins Aus gefahren wurde.

Weitere Zahlen aus der Vorlage sind:
- CNG-Fahrzeuge in Bargteheide und Bargteheide Land: 91
- Neuzulassungen CNG-Fahrzeuge in SH: 178

In der Vorlage wird auch die Bedeutung der Erdgastankstelle für den Klimaschutz und die Verkehrswende positiv hervorgehoben.

Ich hoffe, dass die Geschichte gut ausgeht.
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Beitrag von bljack » 15.02.2018 14:57

wumpel hat geschrieben:[...]
- in 2017 wurden ca. 20.122 kg verkauft

Das sieht für 2017 erst einmal erschreckend aus.

Berücksichtigt man jedoch, dass
- die Anlage Ende Mai / Anfang Juni 2017 kaputt ging[...]
Das hochgerechnet auf 12 Monate gäbe immerhin auch für 2017 noch einen Umsatz von 48.293kg...
Mit dem ecoup umweltfreundlich unterwegs :-)
Lebensdauer der ersten Flaschen: 3 Jahre (1. HU nach Kauf), 104tkm; Austausch auf Kulanz (100%) bei 105tkm

Seit 06/2017 hin und wieder auch mit einem Leon ST TGI, wenn meine Holde mich lässt :-) :-)

VW ecoup [ externes Bild ]
Seat Leon ST TGI [ externes Bild ]

gato311
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Beitrag von gato311 » 15.02.2018 15:02

So, 2. Versuch... eben ganzer Beitrag weg.

Ich versteh das Geschäftsmodell noch nicht.
Die Stadt weiß, dass weder EON noch die Vereinigten Stadtwerke die Säule betreiben wollen.
Jetzt wollen sie die für 30000 von EON kaufen aber nicht selbst betreiben sondern verrotten lassen, bis Sie ev. mal jemanden finden, der die Säule für 0 Euro pachtet und "kostenneutral" weiterbetreibt. Die Stadt will aber außer den 30000 kein Geld in die Hand nehmen.

Das kann doch nicht funktionieren?

Wer immer zum Ausschuss hingeht, möge mal checken, ob die zumindest mal mit OrangeGas gesprochen haben.

Bin eben an der Säule vorbeigekommen, ist ne Gilbarco.

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DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 15.02.2018 15:13

Gato,
glaube es geht um die gesamte Anlage und nicht nur um die Säule die von der Stadt gekauft wird.

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Beitrag von gato311 » 15.02.2018 17:16

Das wär aber billig mit allen Diesel und Benzinzapfanlagen.

Das hier die Rede von der gesamten Erdgasanlage inkl. Kompressor die Rede ist, ist mir schon klar. Betreiben und die Verluste ausgleichen muss ja dennoch wer!

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Beitrag von DerRaucher » 15.02.2018 20:20

Ja, genau. Verdichteranlage und Säule. Soweit ich das verstanden habe soll die Verdichteranlage durch die Stadt betrieben werden und für die Säule wird jemand gesucht.
Die anfallenden Kosten sowie das höhere Risiko ist bei der Verdichteranlage deutlich grösser als bei der Säule. Daher sollte es machbar sein jemanden für die Säule zu finden.

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Beitrag von gato311 » 15.02.2018 20:46

Hmm, auf die Variante, Säule und Verdichter zu trennen, bin ich noch gar nicht gekommen.

Dann ist aber komisch, dass die reinschreiben, es gäbe ausser den 30000 keine Kosten für die Stadt...

Ev. will man die Sache nur erstmal durchwinken und wenn es erstmal läuft und dann doch Geld kostet, wird schon keiner den Stecker ziehen wollen.

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Beitrag von wumpel » 15.02.2018 22:49

Ich bin sehr gespannt, wie das läuft.

Wir haben seit einigen Jahren eine parteilose, sehr fähige Bürgermeisterin, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit von der größten Oppositionsgruppe (die mit dem nicht mehr gerechtfertigten C im Namen) behindert wird. Ausserdem sind ja bald Kommunalwahlen und diese Gruppe setzt alles dran, ihren ehemaligen Filz und Klüngel wieder an die Macht zu bekommen.

Nun ja, interessante Gedanken, die ihr da habt, mal sehen, was sich da tut.
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Beitrag von gato311 » 22.02.2018 13:12

Ich habe es gestern auf die Ausschuss-Sitzung in Bargteheide geschafft.

Die Veranstaltung war mal wieder ein frustrierendes Beispiel zäher Lokalpolitik, wo Leute über Dinge entscheiden sollen, ohne die nötige Entscheidungsbasis zu haben.

Nachdem man eine Ewigkeit mit engagierten Beiträgen des Unterausschusses zu Selbstverständlichkeiten der E-Moblität brauchte, um dem Ausschuss die Zustimmung abzuringen, dass der Unterausschuss für E-Mobilität sich ehrenamtlich um die Organisation praktisch kostenfreier Informationsveranstaltungen zum Thema E-Mobilität für die Bürger kümmern darf (obwohl man schon eine E-Säule in den Ort geholt hat, die verschimmelt, und sich somit schon dazu bekannt hat, in dem Bereich etwas tun zu wollen), blieb nur noch wenig Zeit für das CNG-Thema.

Die CDU wollte das Thema "geheim" verhandeln wegen angeblich brisanter Informationen über die Eigentümersituation und die (eh schon veröffentlichten) Zahlen.

Die Verwaltung, die alles angeleiert hatte, blieb leider erstaunlich sparsam mit den Fakten. Unklar blieb, warum, aber offenbar schien man selbst in der Materie sich noch nicht richtig schlau gemacht zu haben, weil die Möglichkeit so plötzlich aufkam. Dennoch wollte man ohne Fakten eine Entscheidung über den Kauf der Anlage, weil offenbar EON als derzeitiger Eigentümer der Anlage Druck macht.

Klar wurde aber, das wirklich der komplette Betrieb inkl. Verdichter auf volles Risiko der Vereinigten Stadtwerke GmbH (die betreiben schon die lahme Automatentanke ohne DKV in Bad Oldesloe) gewollt ist.

Nicht klärbar ist, warum sich die VGS darauf einlässt, obwohl sie die paar Euro für den Kauf der Anlage scheuen. Da wurde dann irgendwas rumgedruckst, dass die so nett seien, dass sie der Stadt schon ne E-Säule hingestellt hätten und deswegen wohl sowieso nix verdienen wollen.

Wo der Haken ist, wahr also nicht rauszufinden und somit Wasser auf die Mühlen der Bedenkenträger bei der CDU. So konnte man die teils absurden, teils zutreffenden Einwände auch nicht widerlegen.

Als sich dann rauskristallisierte, dass auch in der SPD eine nicht einheitliche Abstimmung drohte und eine Mehrheit für den Spontankauf auf Risiko nicht nur in weiter ferne rückte sondern eine komplette Ablehnung der Bemühungen drohte, habe ich als Besucher dazwischengequatscht und die Stimmungslage von Ablehnung in Richtung "wir brauchen mehr Infos" bewegt, so dass am Ende die Sache einstimmig vertagt wurde. Das birgt natürlich das Risiko, dass zwischenzeitlich EON Säule und Verdichter abbaut. Das war aber aus meiner Sicht das kleinere Übel, als die Bemühungen des Betriebes jetzt schon im Keim ersticken zu lassen.

Mir ist aufgefallen, dass ich ein Ausschussmitglied der SPD kenne. Ich habe dem mal eine Mail geschickt mit den aus meiner Sicht richtigen Fragen, um die Sache auf eine entscheidungsreife Ebene zu bekommen.

Gruß

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