CNG ist (noch) kein Dieselersatz

Allgemeines zum Thema Erdgasfahrzeuge was nicht in die anderen Rubriken passt.

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dakine
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CNG ist (noch) kein Dieselersatz

Beitrag von dakine » 15.10.2017 08:22

Unten ein ehrlicher Artikel, der die drei Hauptschwächen gut benennt....

- zu geringe Reichweite
- zu wenige Tankstellen
- CNG zu teuer in Relation zu Benzin/Diesel

Aber alle drei Themen kann man anpacken, und dann gilt das Fazit eben nicht mehr. Pkt. 1 und 2 ist die Industrie gefragt. Pkt. 3 die Politik.

http://m.faz.net/aktuell/technik-motor/ ... 37337.html

hary07
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Realistischer Artikel?

Beitrag von hary07 » 15.10.2017 09:15

Also mir gefällt dieser Artikel nicht so gut.
Mich wundert, dass bei einem Auto das um die 40.000 Euro kostet, wirklich jeder Cent zweimal umgedreht wird. Billig fahre ich mit so einem teuren Auto sowieso nicht.
Dafür sind die Anschaffungskosten einfach zu hoch. Jedes andere Extra wird einfach ohne viel zu überlegen bestellt, bei CNG wird dann scharf gerechnet.
"....und hatten uns schon darauf vorbereitet, am Ziel in Essen, nur 170 Kilometer entfernt, abermals tanken zu müssen."
Warum eigentlich??? Das ist ja kein Stromer der zur Steckdose muss! Da dürften die Autoren etwas durcheinander gebracht haben.
"Der Diesel-Vielfahrer tankt einmal die Woche, der Erdgas-Vielfahrer jeden zweiten Tag." In Zukunft muss er dann aber auch AdBlue (Harnstoff) tanken und der kostet zusätzlich. (Wir wollen doch nicht die Einspritzung von Harnstoff ILLEGAL abschalten? - aber egal kontrolliert ja sowieso keiner.)
Meiner Meinung gehören bei den illegalen Dieseln die derzeit herumfahren sowieso die Kennzeichentafeln runter.
Und in Zukunft wird der Dieselfahrer in die eine oder andere Stadt NICHT mehr reinfahren können. Ein toller Firmenwagen also.
Und wenn es mehr Erdgasautos gäbe, dann auch mehr Tankstellen, dann auch monovalente Fahrzeuge, die den Erdgasvorteil noch viel mehr ausspielen würden.
LG
hary07

venator
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Beitrag von venator » 15.10.2017 09:20

Den Hinweis am Ende des Textes auf einen Literpreis bei LPG, wenn vorher CNG und Benzin auf 100 km berechnet werden, verstehe wer will. Dass dann noch die wenigen Tankstellen dauernd belegt sind, kann ich auch nicht nachvollziehen.
Ansonsten ok. Wobei mich diese amortisationsrechnerei schon etwas nervt.
Es geht ja nicht nur um CO2 sondern auch um den anderen Dreck. Wenn hier CNG einen Vorteil hat, kann einem ja das auch schon was Wert sein.
Mach da mal ein Vergleich mit einem Tesla gegen den Audi. Die Tesla fahren auf der AB auch nicht so zügig wie sie können, da schrumpft sonst die Reichweite beträchtlich. Stellt somit erst recht keine Alternative dar.
Wer also sauberer unterwegs sein will, in Zukunft noch in die Städte fahren möchte.....

Gruß Venator

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Sven2
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Beitrag von Sven2 » 15.10.2017 11:04

3 Anmerkungen meinerseits:

1. Es bleibt abzuwarten, wie viel Diesel und AdBlue der TDI in der Realität verbraucht und wie zuverlässig die Abgasnachbehandlung arbeitet. (Wie bereits mehrfach erwähnt: Ich habe zu CNG gewechselt, weil der DPF-Diesel mir zu oft außerplanmäßig in der WS stand.)

2. AdBlue führen bei weitem nicht alle Dieseltankstellen. Auch wenn man es nicht so oft nachfüllen muss: Wird sicher spaßig, im Ereignisfall mit gedrosselter Leistung zur nächsten AdBlue Tanke zu schleichen.

3. Sicherheit gegenüber drohenden City-Fahrverboten für Diesel: Unbezahlbar.
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Gasgeberin
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Beitrag von Gasgeberin » 15.10.2017 12:50

Ich schließe mich da Sven an. Ich sehe das große Thema darin, dass wenn die Bundesregierung nicht bald beieinander ist, die Gerichte über die Sprungrevision entscheiden, dass die Länder das machen dürfen, was der Bund aussitzt um die Gesundheit der Bürger in den Städten zu schützen.
In der FAZ steht dazu kein Punkt.
Ich bin auch gespannt, wenn die RDE Emmissionsmessungen kommen, und ab wieviel Grad zum Bauteilschutz der Harnstoff doch wieder abgeschalten werden muss.
Diesel wird immer mehr zum zwei Tank System werden. Die Reichweite wird massiv Abnehmen, weil die Fahrzeuge ja Platz für einen weiteren immer großer werdenden Tank benötigen.
Ob bei diesen Verbrauchwerten der FAZ mit L- oder mit H-Gas gefahren wurde, steht nicht beschrieben. Biomethaneinsatz und e-gas: Kein Wort.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

supercruise
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Beitrag von supercruise » 15.10.2017 15:42

Autofahren will gelernt sein. Ich kommte mit L-GAS zwischen 370km und 400km weit, mit H-Gas sind es 100km mehr (21kg, Passat Ecofuel DSG).

Die FAZ ist sowieso dieselfreundlich und im Allgemeinen kein seriöes Blatt.

1. Diesel stinkt
2. Diesel lässt die Atemwege erkranken
3. Selbstzünder sind deutlich lauter als Ottomotoren
4. Erdölreserven reichen nicht so lange wie die Methanvorräte
5. Regenerativ kann CNG deutlich besser gehandelt werden (wir haben riesige Speicher)
6. Mit CNG gibt es beim Tanken kein Gestank
7. Der Dieselmotor schadet dem Klima
8. Kurzstrecken und Diesel? Keine gute Idee
9. Die KFZ-Steuer deutlich teurer beim Dieselauto

Ja, das verschweigt man gerne. Aber Hauptsache nur einmal im Monat tanken, um mit 180km/h über die Autobahn zu fegen. Ja ich gebe zu, hier hat der Dieselantrieb seinen Vorteil. Das war`s aber auch schon.

Die FAZ-Online ist ein unseriöes Trashblatt. :rolleyes:

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Beitrag von MiniDisc » 15.10.2017 17:10

Michael Spehr Redakteur im Ressort „Technik und Motor“. hat geschrieben:Weniger als 200 Erdgasfahrzeuge werden im Monat zugelassen, ..
Keine Ahnung woher diese Zahlen stammen, aber das KBA gibt für Juli 265, August 377 und September 337 Erdgasfahrzeuge an !

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not_arzt
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Beitrag von not_arzt » 15.10.2017 18:02

Mal abgesehen vom letzten Absatz und der Einleitung ist im Artikel nahezu jeder Satz grundlegend falsch, (bewusst) irreführend oder aber lässt einfach unvollständige Informationsbeschaffung seitens des Redakteurs vermuten.
Wie passen denn bitte
"und waren eher zurückhaltend als sportlich unterwegs"
und
"Auf der Autobahn sind 170 bis 180 km/h als flottes Reisetempo des A4 schnell erreicht, danach dauert es quälend lang bis zur Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h."
sinnvoll zusammen? Was erwartet der Clown denn da für Verbrauchs-Bestwerte?
Falls jemand Kontaktdaten von dem Schreiberling oder aber eine Kommentarfunfunktion findet - bitte mitteilen.
Wie reagiert denn unsere Audi-Vertretung hier im Forum auf derartige Unverfrorenheiten?
Warum nicht mal wirklich Gas geben?
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Beitrag von MiniDisc » 15.10.2017 19:25

not_arzt hat geschrieben:... oder aber lässt einfach unvollständige Informationsbeschaffung seitens des Redakteurs vermuten.
Villeicht sollten zukünftig Fachleute die Arbeit des Redakteurs übernehmen anstatt Redakteure die Arbeit der Fachleute. :lol:
Gasgeberin hat geschrieben:Ob bei diesen Verbrauchwerten der FAZ mit L- oder mit H-Gas gefahren wurde, steht nicht beschrieben.
Als bei 1,16€/Kg gehe ich mal von H-Gas aus.

supercruise
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Beitrag von supercruise » 15.10.2017 19:30

Einfach der Audi-PR-Abteilung melden, dann gibt`s vielleicht keinen Vorführwagen mehr aus Ingolstadt. :)

Ich verweise auf den ADAC, welcher die NEFZ-Verbräuche mit denen in der Praxis verglichen hat.

Fazit: CNG schnitt am besten ab.

[ externes Bild ]

Und bei den Abgaswerten sind es genauso aus, der ADAC bescheintigt CNG-Fahrzeugen in der Praxis die saubersten Abgase (noch vor Toyota-Hybrid!)

Und dann wundern mich die Aussagen zu den Elastizitätswerten.
Aufgeladene Ottomotoren (der gleichen Leistungsklasse) haben eine deutlich homogenere Kraftentfaltung, gerade im oberen Drehzahlbereich, im Vergleich zu Dieselmotoren.

Wenn der Autor geschrieben hätte, dass der Diesemotor besser im unteren Drehzahlbereich beschleunigt, ok. Aber ein gleich starker TDI aus dem VW-Konzern verliert im oberen Drehzahlbereich, gegen einen gleich starken TFSI.

Ich denke er nimmt als Maßstab die deutlich teureren 3.0 TDI-Motoren, mit 6 Zylindern.
Und dieser Vergleich hinkt.

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not_arzt
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Beitrag von not_arzt » 15.10.2017 19:44

Das denke ich auch.
Die 3.0er sind ja vermutlich seit dem Ender der 2.5-Ära diejenigen, die am häufigsten rausgegeben werden - als Vorführer sowie als Dienstwagen.
Warum nicht mal wirklich Gas geben?
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Beitrag von DerRaucher » 15.10.2017 20:22

Um auf einen Verbrauch von 5,6 zu kommen ist der Herr sicherlich nicht behutsam gefahren.
Nachdem ich den Artikel gelesen habe weiss ich nun das man auf solche Berichte nix geben kann.
Die Vorzüge vom Motor werden gar nicht genannt, ruhige Laufkultur... sehr leise... fast homogene Kraftentfaltung. Die Betankung dauert etwas länger wie bei Sprit aber sicherlich keine Ewigkeit.
20 km Umweg ist auch stark übertrieben.
Von daher, ein Bericht den die Welt nicht braucht.

TobiB
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Beitrag von TobiB » 15.10.2017 20:48

Alle Journalisten haben einen Zettel im Auto, auf dem L-Gas, H-Gas und LPG erklärt werden. Dann fahren die auf L-Gas und rechnen die Kraftstoffkosten mit H-Gas hoch. Was soll man denn noch machen? Man kann sich ja nicht immer mit ins Auto setzen...

In Zeiten von Trump und Co aber am Schlimmsten, dass wenn ich schon mit dem Diesel vergleiche nicht auf Feinstaub, NOx oder CO2 (e-gas) eingegangen wird.

supercruise
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Beitrag von supercruise » 15.10.2017 20:54

Es lag nicht an Dir. ;) Aber an den VW-Konzern sei gesagt, Diesel-Entwicklung einstellen. Oder nimmt man immer noch nicht die Realität war?

[ externes Bild ]

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... Autos.html

Für das eingesparte Kapital Europa mit CNG-Säulen überziehen. Und vielleicht kann man daraus auch ein Geschäftsmodell entwickeln, dass VW am Gasverkauf deutlich mitverdient.

DerRaucher hat geschrieben:Um auf einen Verbrauch von 5,6 zu kommen ist der Herr sicherlich nicht behutsam gefahren.
Nachdem ich den Artikel gelesen habe weiss ich nun das man auf solche Berichte nix geben kann.
Die Vorzüge vom Motor werden gar nicht genannt, ruhige Laufkultur... sehr leise... fast homogene Kraftentfaltung. Die Betankung dauert etwas länger wie bei Sprit aber sicherlich keine Ewigkeit.
20 km Umweg ist auch stark übertrieben.
Von daher, ein Bericht den die Welt nicht braucht.
Eben. Für die selbe Laufkutur eines aktuellen 2.0 TFSI, bedarf es beim Diesel 2 Zylinder mehr und das kostet richtig!

Wenn man das Ganze weiter spinnnt, erreicht ein V8 4.2 TDI auch nicht die Laufkultur eines R6 Benziner von BMW. Das ist halt dem Selbstzünder-Prinzip geschuldet.

Aber die Zulassungszahlen nehmen ja kontinuierlich ab, also kann der Diesel doch nicht so toll sein? Die Restwerte sinken und die Fahrverbote kommen, also wird der Anteil auch bei Firmen-Fahrzeuge (Leasing) spürbar einbrechnen.

Und nebenbei sei gesagt, auch die Masse kann irren. Das Sinnvollere setzt sich nicht immer am Markt durch. In spätetens 5 Jahren ist der Diesel weg, dann stellt sich die Frage auch gar nicht mehr, ob Diesel oder CNG.

Leider haben Automobilkonzerne und Politiker versagt, CNG mit einem großen Marktanteil etablieren. Zum Schaden aller. Wir könnten viel weiter sein, aber der Benzin-Hybrid ist derzeit für CNG die stärkste Konkurrenz, gegen die stetig wachsende Zulassungszahlen kommt man einfach nicht an.

Dennoch, für CNG ist es längst nicht vorbei. Es gibt viel Entwicklungspotenzial und der aufkommende Bedarf an LNG wird CNG mitziehen. Auch weiß man nicht, wie sich die Spritpreise in Zukunft entwickeln werden und ob der Dieselkraftstoff höher besteuert wird.
Zuletzt geändert von supercruise am 15.10.2017 21:01, insgesamt 2-mal geändert.

dakine
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Beitrag von dakine » 15.10.2017 20:57

Na klar, der Artikel ist mies aber die aufgeworfene Frage bleibt trotzdem bestehen. Nämlich wie können die Reichweiten und va die Tankstellenabdeckung deutlich erhöht werden?

Daran wird sich Erfolg/Misserfolg der Technologie entscheiden. Das muss jetzt unbedingt kommen. Und zwar schnell.

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