Erdgastankstelle Lippstadt bleibt!

Hier könnt Ihr über deutsche Erdgastankstellen berichten.

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Lippstaedter
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Erdgastankstelle Lippstadt bleibt!

Beitrag von Lippstaedter » 14.12.2017 13:57

Hallo zusammen,

die einzige Erdgas/CNG-Tankstelle im Großraum Lippstadt bleibt über das Jahr 2018 hinaus in Betrieb. Die Ende 2018 anfallende Druckbehälterprüfung an der Verdichterstation wird durchgeführt. Das hat eine erneute Entscheidung des zu 90% aus Kommunalpolitikern bestehenden Aufsichtsrats der Stadtwerke Lippstadt (100%-ige Tochter der Stadt Lippstadt) vorgestern entschieden.
Das ist erst einmal ein gute und wichtige Nachricht!
Ich kann nur alle Freunde der Erdgas/CNG-Technik ermuntern sich bei einer drohenden Schließung zusammenzuschließen und zu protestieren (Leserbriefe, Politiker anschreiben und sprechen, Aktionen bei den Ratssitzungen, Fernsehberichte ...) Wenn wir nicht für die Umwelt bzw. das Klima kämpfen, wer dann?
Aber: Damit die Stadtwerke Lippstadt (bei gleichbleibendem Gasumsatz) mehr oder weniger kostendeckend arbeiten kann, soll der Preis an der Tankstelle für 1 kg Erdgas um 21% auf 1,20 EUR ansteigen.
Das ist eine schlechte Nachricht!
Denn diese unverhältnismäßig hohe Preissteigerung kommt wieder zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, wie übrigens auch schon der Zeitpunkt der Bekanntgabe der Schließung vor einigen Wochen. Mitten in der Initiative vom VW-Konzern, den Absatz von CNG-Fahrzeugen zu steigern und in einer Zeit in der immer mehr gefordert wird, das Dieselprivileg fallen zu lassen, ist eine solche Nachricht absolut kontraproduktiv. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl hätte man den Preis auf das durchschnittliche Niveau Deutschlands (ca. 1,05/1,06 EUR pro kg) angehoben und erst einmal abgewartet, ob eine Steigerung von Zulassungszahlen erfolgen wird. Durch diese exhorbitante Preissteigerungsmaßnahme werden erneut potentielle Käufer (wie auch schon in den letzten Wochen durch die Unsicherheit der Weiterführung) abgeschreckt. Außerdem werden es die nicht auf die Tankstelle in Lippstadt angewiesenen Gelegeheitstanker vermeiden dort zu tanken.
Da beisst sich dann die Katze in den Schwanz.
Mal sehen, was wir noch erreichen können!

Viele Grüße

Bürgerinitiative "ErdGasgeben in LP"
erdGasgeben@web.de

PS: Wir suchen übrigens gerne weitere Mitstreiter aus dem Großraum Lippstadt und den angrenzenden Kommunen! Bei Interesse bitte melden!!

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Bassmann
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Beitrag von Bassmann » 14.12.2017 18:40

N Ahmd!

Eigentlich eine gute Meldung. Danke!

Das war übrigens eine sehr gute Strategie Deinerseits, die Ratsmitglieder erst einmal mit den Umweltpreisen zu bauchpinseln, die Lippstadt da in der Vergangenheit eingeheimst hat.

1,20€/kg-H wird allerdings in anderen Gegenden auch gefordert. Schön ist das nicht, logisch. Die Stadtwerke Amberg sind mit 1,35€ gescheitert, auch die Stadtwerke Eisenach befanden es -irrend- richtig, zuletzt 1,65€/kg-H zu fordern, da fahre ich das Erdgasauto lieber mit Luxusbrühe.

Also: Falls ich mal wieder durch Lippstadt komme, werde ich trotz der 1,20 dort bunkern, bei max. 14Kg Tankkapazität in meinen Nachrüstgasern geht es einmalig um 2,80€ mehr gegenüber heute. Ob ein Taxibetrieb mit 1,20€ die Autos noch gewinnbringend fahren kann, kann ich nicht abschätzen.

MfG Bassmann
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
Motorräder: 644ccm Suzuki Freewind (Eintopf), 600ccm Yamaha Fazer
Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

tomtomgo
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Beitrag von tomtomgo » 15.12.2017 12:07

Ganz ehrlich bei 1.20€ können die auch direkt zumachen. Keiner wird sich ein neues Cng Auto kaufen bzw. Beim vorbei fahren tanken. Dann lieber mit dem Markt gehen z.B 1.08-1.10. weil Pendler werden sich wenn es geht woanders eindecken uns für wichtige Kunden wie Taxi wäre der Preis kein Anreiz.

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Beitrag von Bassmann » 15.12.2017 22:41

Offenbar gibt es Gründe, den Lippstädter Stadtwerken zu ihrer Entscheidung zu gratulieren.

Gibgas.de war so freundlich, über Änderungen der 38.BImschVO zu berichten. Da ist offenbar ein Haufen positive Energie vorhanden, die die Bilanzen der CNG-Tankstellen merklich verbessern könnte. Bitte lesen.

MfG Bassmann

Nachtrag: Da muss es ja ggf. auch nicht bei den 1,20€ bleiben. B.
13 Zylinder, 4,25 Liter Hubraum, aber verteilt auf 2 Autos und 2 Motorräder:
Golf4 Kombi 1.6l autom. mit CNG-Nachrüstung, ca. 10€/100km
Polo4 9N3 united 1.4l 5-Gang mit CNG-Nachrüstung, ca. 8€/100km
(jeweils incl. Luxusbrühe)
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Wenn ein einziger Baum umfällt, macht das mehr Lärm, als wenn ein ganzer Wald wächst.

Lippstaedter
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Beitrag von Lippstaedter » 15.12.2017 23:27

Danke für den Hinweis!
Sehr interessante Neuigkeiten!!
Viele Grüße
Norbert

m999
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Beitrag von m999 » 16.12.2017 11:11

1,20 € pro kg H CNG sind deutschlandweit nötig um den Bestand der CNG TS zu erhalten. Sollten Kostensenkungen,durch wen auch immer, zum tragen kommen sind diese an den Verbraucher weiter zu geben.
m999

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steheb
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Beitrag von steheb » 16.12.2017 14:58

tomtomgo hat geschrieben:Ganz ehrlich bei 1.20€ können die auch direkt zumachen. Keiner wird sich ein neues Cng Auto kaufen bzw. Beim vorbei fahren tanken. Dann lieber mit dem Markt gehen z.B 1.08-1.10. weil Pendler werden sich wenn es geht woanders eindecken uns für wichtige Kunden wie Taxi wäre der Preis kein Anreiz.
Also neben dem ganzen Preisgeschwafel, sollte man auch endlich mal zur Kenntnis nehmen,
dass ab 2018 in vielen Städten Fahrverbote drohen.
Diese werden wohl eher von der EU durchgesetzt, als von dt. Stadträten.

Da soll dann der Taxifahrer mal schön sehen,
wo er bleibt und die ganzen Fahrschulunternehmen.
Können dann ja auf den Außenringen um die Städte ihre Runden drehen. ;)

Gute Nacht!

SparAstra
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Beitrag von SparAstra » 18.12.2017 08:59

Und wenn CNG weiterhin nicht die Preistrends der anderen Kraftstoffe mitmacht, ist CNG auch tot.

Schönes Diagramm auf Spritmonitor.
Bis 2009 hat sich der Slogan "50% günstiger als Benzin, 30% günstiger als Diesel" erfüllt.
Danach sind die flüssigen Spritpreise so stark gestiegen, dass für diesen Grundsatz die 1,20 Euro/kg gerechtfertigt gewesen wären (2011 - 2014).
Seit 2015 sind die Flüssigen aber im Preis abgestürzt, was CNG nie nachvollzogen hat. Februar 2016 mit Benzin für 119.8 ct/L (ADAC Durchschnittspreis) hätte der CNG-Preis wieder bei 90 ct/kg liegen müssen (wie z.B. 2006).
Im Augenblick (Benzin-Durchschnittspreis ADAC November 136.5) müssten wir also bei 102 ct/kg liegen.

Der Breakeven-Point für meinen jetzigen Golf mit 3600 Euro Aufpreis hat sich von 2013 mit 79000km (Benzinpreis 1,59) auf 120000km (Benzinpreis 1,30 Euro) verschoben. Wenn der CNG-Preis jetzt noch weiter steigt, kauft sich keiner mehr ein CNG-Fahrzeug.

m999 hat geschrieben:1,20 € pro kg H CNG sind deutschlandweit nötig um den Bestand der CNG TS zu erhalten. Sollten Kostensenkungen,durch wen auch immer, zum tragen kommen sind diese an den Verbraucher weiter zu geben.
m999

hajo
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Beitrag von hajo » 18.12.2017 09:24

Ich sehe es auch kritisch, den CNG Preis bei 1,20 "einzustellen". Es gab in unserere Gegend (Hannover) mal die Devise, den CNG Preis an den Dieselpreis zu koppeln. Solange der Dieselpreis durch die Decke ging, haben die schön mitgezogen. Als es dann bergab ging, wollte davon plötzlich niemand mehr was wissen, hab ich das Gefühl ;-)

Der niedrige Dieselpreis (und gleichzeitig hoch gebliebende CNG Preis) ab ca. 2015 hat dem CNG "fast" den Tod beschert. Die jetzige VW-Konzern Initiative ist meiner Meinung die letzte Chance für CNG und sie hängt entscheidend von der Tankstellensituation UND den Preisen ab. Deshalb sehe ich Lippstadt auch mit zwiespältigen Gefühlen. Wirtschaftlich für die Stadtwerkje absolut nachvollziehbar, aber ich hoffe, das der hohe Preis nicht eher die Nachfrage weiter erstickt und die Stadtwerke somit wieder vor dem gleichen Problem stehen.... Bei 1,20 Euro muss man schon ein sehr überzeugter CNGler sein, um den Aufpreis bei Neufahrzeugen zu zahlen. Gebraucht sieht es wieder anders aus. Da bekommt man schon was schönes zu guten Konditionen.

Am Ende aller Tage jedenfalls werden die allermeisten (mich eingeschlossen) das Erdgas auch aus wirtschaftlichen Gründen einsetzen. Eine halbwegs in der Nähe liegende Tanke (Hameln) verkauft H-Gas aktuell für 99,9 Cent. Ich kenne deren Kalkulation nicht, aber die Tanke ist seit 2008 immer auf unterstem Niveau im Vergleich zu anderen und scheint sich ja auch irgendwie zu halten...

Lippstaedter
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CNG-Fahren lohnt sich immer noch!

Beitrag von Lippstaedter » 18.12.2017 10:34

Guten Morgen,

wir sind ja hier in Lippstadt weiter am Kämpfen, dass der Preis pro kg Erdgas unter dem Literpreis für Diesel bleibt (aus optischen Gründen).
Aber selbst bei einem Preis von 1,20 pro kg Erdgas zahlt man auf 100 km wegen der höheren Ergiebigkeit immer noch weniger als bei einem vergleichbaren Diesel (das momentane Preisniveau vorausgesetzt).
Einen generellen Aufpreis bei CNG-Neufahrzeugen gibt es im Moment nicht. Sie sind eher gleich teuer/günstig. Teilweise sind sie sogar günstiger (z.B. Skoda Octavia G-Tec gegenüber einem vergleichbaren Diesel).
Auch die Zukunft von Diesel- und Benzinfahrzeugen sieht nicht gerade rosig aus. Noch ein Argument für ein CNG-Fahrzeug (blaue Plakete!?).
Und als letztes hoffe ich doch, dass auch dem kostenorientiertesten Fahrer zumindest ein wenig der Umwelt- und Klimagedanke wichtig sein sollte. Der spricht nämlich eindeutig für CNG und gegen Benzin/Diesel.

Viele Grüße
Norbert

hajo
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Beitrag von hajo » 18.12.2017 12:34

Hallo Norbert,

es ist grundsätzlich großartig, dass ihr mit eurer Initiative den Erhalt geschafft habt. Respekt. Das ist nicht selbstverständlich. Und VW/Audi und Co. sollten sich bei euch ernsthaft bedanken! Denn jede geschlossene Tanke ist kontraproduktiv zu der CNG Initiative von den Herstellern.

Beim Preis drücke ich die Daumen, dass man ihn zumindest symbolisch unter 1,20 halten kann. An 1,10 bis 1,15 hab ich mich aktuell schon gewöhnt ;-)

Lippstaedter
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Beitrag von Lippstaedter » 18.12.2017 20:46

Hallo hajo,
danke für die Komplimente und das Daumendrücken!
Es macht zwar super viel Arbeit, aber es ist auch toll zu sehen, wie schnell eine solche Aktion ins Rollen kommen kann. Innerhalb von ca. 3 Wochen ist der email-Verteiler unserer Initiative "ErdGasgeben in LP" von 0 auf 43 Personen gewachsen und es werden täglich mehr. Die Argumente sind auf unserer Seite. Zeitung, Radio und Fernsehen sind auch schon dabei. Mal sehen ob es uns etwas bringt.
Im Moment machen wir hier die Aktualisierung der Inhalte der 38. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) bekannt. Sie treten zum 1. Januar 2018 in Kraft. Das könnte auch ein "Rettungsanker" für unsere Tankstellen sein.
Werde weiter berichten, wenns Neuigkeiten gibt.
Viele Grüße Norbert

SparAstra
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Beitrag von SparAstra » 19.12.2017 08:39

Was die Gasversorger kapieren müssen: dass die Positionierung
ihres Produkts „Erdgas“ wechselt: Bisher hatte ihr Standard-Kunde (Heiz-Gas) nur einmal im Jahr eine Rechnung in der Hand und hat eine Nachzahlung von einigen hundert Euro zähneknirschend in Kauf genommen.
Mit CNG als Kraftstoff wechselt das Produkt „Erdgas“ zu den „Gütern des täglichen Bedarfs“. Diese (etwa 10 Produkte) kennt ein Durchschnitts-Bürger genau und weiß den zugehörigen Preis dazu. Dazu zählen neben dem „Pfund Butter“, der „Tafel Schokolade“ und dem „Liter Milch“ auch der „Liter Sprit“. „Güter des täglichen Bedarfs“ sind sehr preissensitiv.
hajo hat geschrieben:Ich sehe es auch kritisch, den CNG Preis bei 1,20 "einzustellen". Es gab in unserere Gegend (Hannover) mal die Devise, den CNG Preis an den Dieselpreis zu koppeln. Solange der Dieselpreis durch die Decke ging, haben die schön mitgezogen. Als es dann bergab ging, wollte davon plötzlich niemand mehr was wissen, hab ich das Gefühl ;-)

DerRaucher
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Beitrag von DerRaucher » 19.12.2017 13:39

Man müsste die Stadtwerke fragen inwiefern ihre Ausgaben aussehen und wo man evt sparen könnte.
Im Hinblick auf die Betriebssicherheitv. kann man die Fristen der Prüfungen welche man in der Gefährdungsbeurteilung erfasst hat teilweise höher ansetzen.
Nicht jede Prüfung muss von einer ZÜS durchgeführt werden, z.B. die "wiederkehrende Prüfung des Explosionsschutzes" kann auch abwechselnd von einer 3.1 Person durchgeführt werden welche sicherlich deutlich günstiger ist.
Auch bei der 10 jährigen Prüfung gibt es mittlerweilen unterschiedliche Prüfarten, mit der sogenannten SEP Prüfung haben wir gute Erfahrungen gemacht.
Auch die Datenerfassung und Auswertung ist heutzutage unerlässlich. Dadurch kann man die Anlage effektiv betreiben. Z.B. ob der Enddruck der Anlage tiefer gesetzt werden kann und die Autos dennoch voll werden. Wie ist der Einschaltdruck der Anlage, kann man diesen tiefer setzen damit die Anlage weniger Starts bekommt und dafür länger läuft.

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Beitrag von steheb » 19.12.2017 17:34

Könnte mir vorstellen, dass durch das neue Emissionsschutzgesetz,
Erdgas als treibhausmindernder Kraftstoff, sich der Preis für Erdgas nach unten
regulieren lassen könnte und wir uns bei 1,159 Euro/kg in Lippstadt einpegeln.
Liegt dann 7 Cent über dem derzeitigen Durchschnittspreis für H- Gas.

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