Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Rund um die Serien-Erdgasmodelle von Volkswagen, Audi, Seat und Škoda.

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Robert
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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Robert » 09.08.2018 11:14

mawilow hat geschrieben:
09.08.2018 11:02
Wie ist es denn eigentlich mit dem Kat bei Erdgas? Funktioniert der eigentlich bei Gas auch oder wird der gar nicht gebraucht,
Der Kat ist ein rein mechanisches Bauteil.
Dieser funktioniert umso besser, desto mehr er auf Temperatur ist. Darum auch der Spruch, dass er auf dem ersten Kilometer nicht funktioniert (dabei ist der Kilometer keine harte Grenze, sondern mit kontinuierlich steigender Temperatur wird der Kat immer effizienter)
Und klar wird dieser auch auf Gas benötigt. Und klar ist der erste Kilometer auf Gas (wenn auf Gas gestartet wird) auch nicht grade "schön" (sauber).

Und was willst du den Entwicklern von neuen Fahrzeugen jetzt nochmal genau sagen?

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Gasgeberin » 09.08.2018 12:07

Ein Katalysator wird beim CNG Fahren auch gebraucht, aber der ist anders beschichtet als ein Benzinkat. Was CNG nicht braucht, ist ein Partikelfilter, auch nicht in Zukunft.
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Gastra » 09.08.2018 12:12

Der Kat wird mit Erdgas natürlich genauso gebraucht wie mit Benzin, es werden zwar weniger NOx und gesundheitsschädliche HC produziert, dafür aber mehr klimaschädliches Rest CH4 und Kohlenmonoxid gibt's natürlich auch.

So ein Kat ist ein ziemlich dummes Bauteil, der benötigt lediglich ein stöchiometrisches Gemisch und funzt dann mit jedem nur denkbaen Krafstoff indem er mit der katalytischen Oberfläche dafür sorgt dass sich schneller ein chemisches Gleichgewicht einstellt bei dem alles zu Ende oxidiert/reduziert wurde...

Gruß
D

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von bljack » 09.08.2018 15:15

Gesetzt dem Fall, meine Kattemperatur über OBD-Adapter ist ein real gemessener Wert (habe noch nicht geschaut, ob der up einen Temperaturfühler am Kat hat) oder zumindest vom Steuergerät halbwegs ordentlich extrapoliert, dann wird der Kat auf Benzin deutlich heißer, als auf CNG - wir reden hier von über 100° in der Endtemperatur. Prinzipiell hab ich nach Anzeige im Benzinbetrieb eine höhere Kattemperatur in allen Lastzuständen, obwohl die Drosselklappe nichtmal halb aufmacht. Ich gehe daher davon aus, dass im Zweifel die Anlaufphase auf Benzin deutlich schneller beendet werden kann.
Falls im Benzinbetrieb zu Anfang angefettet wird o.ä. ist natürlich immer noch die Frage, bei welcher Strategie mehr Dreck hinten rauskommt. Da die relevanten Schadstoffe auch zu Zeiten des Passat EF recht niedrig waren, und zumindest auf dem Prüfstand ein niedriger Wert angestrebt wird, gehe ich mal davon aus, dass VW diese Startstrategie nicht vollkommen willkürlich gewählt hat.
Gewissheit wird am Ende nur eine Prüfstandsfahrt geben - jeweils kalt gestartet auf CNG bzw. Benzin...
Meistens mit meinem ecoup und manchmal mit ihrem Leon ST TGI unterwegs.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Gastra » 09.08.2018 15:23

bei Direkteinspritzern wird in der Regel im Magerbetrieb gestartet, meist sogar mit Schichtladung. Dabei wird extrem spät gezündet um den Kat schnell aufzuheizen. Der Magerbetrieb gibt niedrigere NOX und HC Rohemissionen, allerdings erlaubt ein konventioneller Kat keine NOx Reduktion, daher wird einmal warmgefahren auf stöchiometrischen Betrieb umgeschaltet.

Mit CNG ist das Einhalten der HC Emissionen deutlich schwieriger.

Es ist zu hoffen, dass der Otto DI Plunder bei den CNG Varianten zukünftig rausfällt, das ist unnötig teuer und störanfällig.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von MiniDisc » 09.08.2018 16:50

mawilow hat geschrieben: Hallo Leute,

habe seit 2017 einen Passat EF und mich darüber aufgeregt, dass er immer wieder ohne erkennbaren Grund ein zwei Kilometer mit Benzin fährt, bevor er auf Gas schaltet. (Entsprechend musste ich den Benzintank regelmäßig wieder auffüllen)
Das klingt für mich so als wäre der Fahrzyklus nach dem Tanken nicht vollständig durchgeführt worden, soll heißen: Nach dem Tanken fährt der Passat/Touran 1.4 EF je nach Fahrweise 1-2km auf Benzin, schaltet dann auf Gas um und dann erst beginnt die "Analyse" der Gas Qualität. Und erst wenn Die vollständig durchgeführt wurde startet der Wagen bei jedem weiteren Start auf Gas (passende Außentemperatur vorrausgesetzt). Wohnt man jetzt unweit von der Tankstelle oder hat nur kurze Wege zu erledigen so geht der Spaß mehrmals von vorn los. Dieses Problem habe auch ich ab und an, da bleibt mir dann nix anderes über als ne große Runde um den Ort zu fahren. :rolleyes:

mawilow hat geschrieben: (es bliebt auch die Lampe der Motorsteuerung an)
Wurde der Fehlerspeicher ausgelesen? Wenn ja wie lautete der Fehler genau ?

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von MiniDisc » 09.08.2018 17:07

paderradler hat geschrieben: Mein Wissensstand: die Benzinpumpe wird durch den Edelkraftstoff geschmiert und gekühlt, daher niemals ohne Benzin im Tank fahren.
Das ist auch mein Wissensstand.

paderradler hat geschrieben: VW startet grundsätzlich auf Benzin und braucht ein paar Meter bzw. KM um die entsprechende Betriebstemperatur zum Umschalten zureichen.
Diese Aussage stimmt nur für den Fall das der Gastank aufgefüllt wurde. Ist die Analyse nach dem Tanken vollständig abgeschlossen so starten fast alle Fahrzeuge aus dem VW Konzern immer auf Gas, in Abhängigkeit der Umgebungstemperatur. Der Passat B6 ab mind. +10°C, der Passat B7 ab mind. -10°C . Im Gegensatz dazu startet der Golf 4 BiFuel immer mit Benzin, außer die Tanklampe ist an ... dann versucht er es auch auf Gas.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von MiniDisc » 09.08.2018 17:12

Bassmann hat geschrieben: Erstmal willkommen hier im Erdgasfahrer-Forum.

"Die Benzinpumpe" ist vermutlich hinüber. Sie wird gebraucht, u.a. nach jedem Tankvorgang von CNG.
Schlechte Nachricht: Bei VW-Benzinern gibt es idR ZWEI Pumpen, eine Vorförderpumpe und dann die Haupt-Spritpumpe. Eine sitzt im Tank, die andere irgendwo daneben. Vielleicht lässt sich ja rausfinden, welche mangels Schmiermittel die Grätsche gemacht hat.

MfG Bassmann
Der Passat EF besitzt 2 Benzinpumpen. Die eine ist im Benzintank verbaut, die andere am Motor. Beide kosten jeweils unter 300€ Material.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von MiniDisc » 09.08.2018 17:28

mawilow hat geschrieben: Also: Jedes Mal nach dem Volltanken mit Gas versucht die Elektronik offensichtlich, Benzin einzuspritzen, was wohl wegen des Defektes der Benzinpumpe oder deren Sicherung nicht geht, und der Motor geht aus. Nach ca. zehnmaligen Weiterprobieren (jeweils ein, zwei Minuten Fahrt) gibt der Chef auf und läßt endlich nur noch Gas rein.
Mit welchem Kraftstoff fährt der Wagen die 1-2 Minuten jeweils ?

mawilow hat geschrieben: Diese Programmierung würde ich gerne Abschalten...
Was meint Ihr?
Die Idee halte ich für Quatsch, mal davon abgesehen wüsste ich nichtmal wie Du das anstellen willst.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von MiniDisc » 09.08.2018 17:40

PowerPoldi hat geschrieben: Beim Tanken im Frühsommer ist mir aufgefallen, daß mein Touran während der Benzinfahrt ruckelt und rupft, das Gas nicht sauber annimmt.
Ich hatte den Verdacht, daß die Bio-Anteile im Sprit Probleme machen. So von wegen Langzeitstabilität...
Also mal eine Kappe Additiv (Benzinstabilisator/Einspritzreiniger - entsrpechend den vorhandenen rund 5 lit Benzin im Tank) gekippt, und bei nächster Gelegenheit den Benzintank mit 100 Oktan Premium-Sprit aufgefüllt.
Das gleiche Problem habe ich (und einige andere) auch. Aus diesem Grund werde ich nur noch Ultimate und vergleichbare Spritsorten im Touran mitführen.

PowerPoldi hat geschrieben: Es dauerte noch 2-3 Tankvorgänge/Benzinfahrten, danach war das Ruckeln weg und er zieht auch im Benzinbetrieb wie gewohnt.
Ob der Fehler wirklich weg ist wäre ich mir nicht so sicher: Das Motorsteuergerät erkennt das der Motor zu Mager läuft und steuert die Benzindüsen länger an. Dadurch verschwindet das Ruckeln und man denkt alles ist wieder Ok. Leider findet sich dann eben diesbezüglich ein Fehler im Motorsteuergerät (Kraftstoffbemessungssystem zu Mager ab Leerlaufdrehzahl oder so), dabei wird nur selten die Warnleuchte gesetzt. Löscht man den Fehler raus geht der Spaß mit dem Ruckeln von vorn los. Also lieber mal nachschauen.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von PowerPoldi » 10.08.2018 09:58

Komisch....
Die Motorkontrollleuchte ging bei den Rucklern, die ich auf besagten Bezinfahrten hatte, NIE an.
Ich werde das Verhalten aber bei den Benzinfahrten bei den folgenden CNG-Füllungen weiter beobachten.
Jedenfalls beim letzten Tanken lief er auch auf Benzin geschmeidig.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von mawilow » 12.08.2018 11:56

Gastra hat geschrieben:
09.08.2018 15:23
bei Direkteinspritzern wird in der Regel im Magerbetrieb gestartet, meist sogar mit Schichtladung. Dabei wird extrem spät gezündet um den Kat schnell aufzuheizen. Der Magerbetrieb gibt niedrigere NOX und HC Rohemissionen, allerdings erlaubt ein konventioneller Kat keine NOx Reduktion, daher wird einmal warmgefahren auf stöchiometrischen Betrieb umgeschaltet.

Mit CNG ist das Einhalten der HC Emissionen deutlich schwieriger.

Es ist zu hoffen, dass der Otto DI Plunder bei den CNG Varianten zukünftig rausfällt, das ist unnötig teuer und störanfällig.
Sorry, aber kanst Du noch erläutern wo der Begriff "Schichtladung" herkommt?
Und was der "Otto DI Plunder" ist?

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Gastra » 13.08.2018 10:06

zur Schichtladung:

man erninnert sich vielleicht an die große Zeit der Magermotoren in den späten 90ern, damals kam Misubishi mit dem GDI heraus und ganz Deutschland schimpfte über seine Automobilindustrie welche die Technik verschlafen hatte... Später folgten einige, deutlich besser funktionierende Systeme (u.A. bei Audi, VW, später mit Piezoinjektoren bei BMW und Mercedes) bis es um diese Technik aufgrunder Abgasgesetzgebung und zunehmender Aufladung (kleineres Potential) wieder ruhig geworden ist. Hierbei wird bei Teillast möglicht ungedrossel gefahren, wobei die Zündfähigkeit sichergestellt wird indem eine annähernd stöchiometrische Kraftstoffwolke um die Zündkerze vorhanden ist. Dadurch läßt sich erheblich Kraftstoff einsparen, aber man benötigt eine Aufwendige Abgasnachbehandlung zur NOx Reduktion mit magerem Abgas. Die meisen Hersteller wenden dieses Brennverfahren nur noch nach dem Kaltstart an um die Rohemissionen zu verringern.

Zum DI Geraffel:

Die GDI Motoren haben das gleiche aufwendige Benzineinspritzsystem mit Hochdruckpumpe und teuren Düsen wie die Benzinmotoren. Das verursacht unnötige Kosten und teure Reperaturen, eine einfache Saugrohreinspritzung wäre meiner Ansicht nach die viel bessere Lösung, auch wenn man dann im Benzinbetrieb etwas weniger Leistung hätte

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von gato311 » 13.08.2018 14:57

Ergänzung Mitsubishi GDI:

Sogar nach damaligen Abgasnormen war es mit der Einhaltung schwierig, was zu einem handfesten Skandal von Mitsubishi a la VW führte, da die Software der Motoren den Prüfstandslauf an Lenkwinkel und Fahrerfensterheberstellung erkannte und dann den Motor nicht im Schichtladungsmodus laufen ließ.
Gabe meines Wissens in den USA auch erhebliche Strafzahlungen. Allerdings wurde die Sache nie so breitgetreten wie jetzt bei VW.

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Re: Fahren ohne Benzin, Benzinpumpe ruiniert?

Beitrag von Gastra » 13.08.2018 18:46

hab davon gehört, da Prüfstandsläufe immer mit heruntergedrehtem Fenster gefahren werden ist das schon mal ein guter Hinweis für das Steuergerät, wenn es dann noch 20 km gradeaus geht, ist alle klar...

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