Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

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TukTuk
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von TukTuk » 18.10.2018 14:19

Robert K. G. hat geschrieben:
17.10.2018 15:12
VW legt seine Kleinwagen auf eine Grenznutzungsdauer von ca. 150- 180000 km aus. Danach ist eine Nutzung auf alle Fälle nicht mehr wirtschaftlich.
Das wäre viel. Wir reden immerhin um ein Modell, dessen natürliche Umgebung die Stadt ist (der CNG ist wohl ein Sonderfall wie damals der 3l Lupo). PKW legen ja im Schnitt(!) ca. 14000 pro Jahr zurück (alle Vertreterschleudern mit drin). Damit wäre die Kisten auf über 10 Jahre ausgelegt. Und das sind halt i.d.R. Stadtmöhren im unteren Preissegment (innerhalb des A/B Segmentes natürlich im oberen Preissegment).
Dann sollten bei schonender Fahrweise mit viel Autobahn locker 300tkm drin sein.

Robert
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert » 18.10.2018 14:47

Die 150-180tkm sind natürlich gemeint für einen Mischbetrieb aus Lang- und Kurzstrecken.
Im reinen Stadtverkehr wird es weniger sein. Im reinen Stadtbetrieb liegt aber auch die durchschnittliche Laufleistung nicht bei 14.000km, sondern ist wohl klar geringer.
Die Fahrzeuge halten halt so ihre 12-15 Jahre durch. Die die nur Stadt fahren, sind dann eben vielleicht nur um die 100.000km gelaufen, die die Mischbetrieb haben die 150-180tkm und reine Langstreckenfahrzeuge stehen eben bei bald 300tkm.
Und das wird man auch so mit einem Up durchaus schaffen, da habe ich nach 5 Jahren mit dem Fahrzeug keine echten Zweifel ... beim Benziner ... beim Gaser sind da die Flaschen mit einem entsprechenden Fragezeichen versehen, die das verhindern könnten.

LeonSTFF
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von LeonSTFF » 20.10.2018 10:33

An alle:

Danke für die Beiträge! Sind z.T. ziemlich off-topic, aber trotzdem für Erdgasfahrer, v.a. die mit Stahltanks, sehr interessant. Ich fahre einen Seat Leon, Baujahr 2018. Beim Kauf war der Preisunterschied zum VW Golf so groß (u.a. wegen der höheren Zukunftsprämie), dass 3000 € für Austausch der Stahltanks notfalls drin wären. Hoffe, dass ich darauf verzichten kann. Aber nach spätestens 20 Jahren ist ja Schluss mit den Stahltanks, genauso mit den CFK-Tanks. Ob die CFK wirklich so viel haltbarer sind als die Stahltanks, ist auch noch nicht erwiesen. Rosten können sie zwar nicht, aber vielleicht Haar-Risse, Materialermüdung etc.?

Meine Frage an die Experten: Kann man das Auto notfalls mit Benzin weiterfahren, wenn die Gastanks oder GDR kaputt sind und der Austausch sich nicht mehr lohnt?

Mein zweiter Punkt: Ich denke, es gibt schon erhebliche Unterschiede in der "Haltbarkeit" von Up-Klasse einerseits und Passat-, wohl auch Octavia- und Golf-Klasse andererseits. Z.B. gibt es beim UP! & Co (mit und ohne CNG) keine Anhängerkupplung. Vermutlich weil das Chassis schwächer ist.

Gruß

Christoph
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von LeonSTFF » 20.10.2018 11:09

P.s. ich sehe gerade Roberts Beitrag zum thema hier (so ist es dann wohl):
stefford87 hat geschrieben: ↑15.09.2018 20:26
Wenn die Gasanlage einen unwirtschaftlich zu reparierenden Schaden nimmt, ist es möglich das Auto als reinen Benziner zuzulassen? Wenn ja, sind aufwändige Umbauten notwendig?
Theoretisch ja, praktisch aber zeigt sich fast immer, dass der Umbau noch unwirtschaftlicher realisierbar ist, als der eh schon unwirtschaftlich zu reparierende Schaden.

Von daher nicht drauf spekulieren.

Ansonsten sollte man die Nutzung eines CNG-Fahrzeugs so auslegen, dass es nach spätestens 20 Jahren einfach aufgebraucht ist (schrottreif). Das sollte bis auf Ausnahmen doch funktionieren.
LeonSTFF
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Robert
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert » 20.10.2018 17:32

LeonSTFF hat geschrieben:
20.10.2018 10:33
Rosten können sie zwar nicht, aber vielleicht Haar-Risse, Materialermüdung etc.?
...
Ich denke, es gibt schon erhebliche Unterschiede in der "Haltbarkeit" von Up-Klasse einerseits und Passat-,
Glaube ich eher nicht (einfach weil es keine bekannten Schadensfälle gibt), jedoch selbst wenn, das prüft niemand. Man ist da also schon klar sicherer unterwegs.
...
Unterschätze da mal den Up nicht. Als erheblich würde ich die Unterschiede bei der Haltbarkeit nicht ansehen. Und das Schöne beim Up ist, wenn doch mal was kaputt geht, dann kostet ein Tausch echt nicht wirklich viel (Gasflaschen ausgenommen).
Dass der Fahrkomfort und die Funktionalität beim Up natürlich vollkommen anders aussieht als beim Passat ... keine Frage. Da muss man eben auch mal auf den Einsatzzweck schauen und wie viel es einem wert ist.

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von LeonSTFF » 21.10.2018 07:00

Hallo Robert,

danke für die Rückmeldung.

Stahltanks vs. CFK: Die Frage war ja eher, ob es langfristig Probleme gibt (wenn sich Austausch nicht mehr lohnt). Gibt es die CFK-Tanks schon so lange, dass man Materialermüdung etc. ausschließen kann? Außerdem: Sind die Tanks sicherer, wenn die möglichen Schäden unsichtbar sind?

Haltbarkeit der Autos: Nichts gegen den Up! Hab selbst überlegt, einen zu kaufen. Ich hatte vorher einen Fabia Kombi, leider gab es den Ende 2017 nicht mit CNG-Antrieb. Daher überlegte ich, ob ich eine Klasse tiefer oder höher gehe. Der Up ist ja sehr sparsam im Verbrauch, und meistens sitze ich allein im Auto, gelegentlich zu zweit, selten zu viert. Wozu dann mehr? Aber manchmal muss ich Sachen transportieren, die in den Up nicht reingehen. Wenn es ihn mit Anhängkupplung gäbe (auch bei geringer Anhängelast), wäre das eine Lösung gewesen. Aber so bin ich in die Golf-Klasse aufgestiegen. Vielleicht sagt die Möglichkeit der AHK doch was über Haltbarkeit?

Gruß

Christoph
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert » 21.10.2018 21:28

LeonSTFF hat geschrieben:
21.10.2018 07:00
Gibt es die CFK-Tanks schon so lange, dass man Materialermüdung etc. ausschließen kann? Außerdem: Sind die Tanks sicherer, wenn die möglichen Schäden unsichtbar sind?
Die CFK-Tanks gibt es schon sehr lange (einfach hier nachlesen). Bereits im Golf VI verbaut und der ist uralt. Die Schadensfälle sind wohl gleich null.
Ich würde immer CFK-Tanks bevorzugen.

Zur Haltbarkeit und Praktikabilität: Wir haben halt zwei Fahrzeuge im Haushalt. Ich spreche da immer ungern von Erstfahrzeug und Zweitfahrzeug. Das was der Up nicht kann, macht halt der Benziner (Familienkombi). Aber da kommt nicht so viel zusammen. Und dem Up traue ich trotzdem was zu.
Davon abgesehen, der Eco-Up ist so leistungsbefreit, der kann ganz sicher nicht noch was ziehen. Und so ein Auto schafft man sich eben auch nicht an, um was zu ziehen. Das ist Personentransport pur und bitte auch meist nicht mehr als zwei (aber: das ist kein untypisches Anforderungsprofil).

Fazit: Als Alleinfahrzeug wäre der Eco-Up auch nichts für mich, aber im Verbund mit einem anderen, eine gute Kombination (übrigens halte ich den Eco-Up insgesamt für ziemlich versoffen).

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von MiniDisc » 22.10.2018 16:57

Robert hat geschrieben:
21.10.2018 21:28
LeonSTFF hat geschrieben:
21.10.2018 07:00
Gibt es die CFK-Tanks schon so lange, dass man Materialermüdung etc. ausschließen kann? Außerdem: Sind die Tanks sicherer, wenn die möglichen Schäden unsichtbar sind?
Die CFK-Tanks gibt es schon sehr lange (einfach hier nachlesen). Bereits im Golf VI verbaut und der ist uralt.
Was ist im Golf VI verbaut ? CFK-Tanks ? Für welchen Antrieb, Erdgas ? Gab es im Golf VI nicht ab Werk. Nur Flüssiggas. Ansonsten gab es CFK-Tanks ab Werk im Golf 4, allerdings in der Reserveradmulde verbaut.

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert » 22.10.2018 19:20

MiniDisc hat geschrieben:
22.10.2018 16:57
Robert hat geschrieben:
21.10.2018 21:28
LeonSTFF hat geschrieben:
21.10.2018 07:00
Gibt es die CFK-Tanks schon so lange, dass man Materialermüdung etc. ausschließen kann? Außerdem: Sind die Tanks sicherer, wenn die möglichen Schäden unsichtbar sind?
Die CFK-Tanks gibt es schon sehr lange (einfach hier nachlesen). Bereits im Golf VI verbaut und der ist uralt.
Was ist im Golf VI verbaut ? CFK-Tanks ? Für welchen Antrieb, Erdgas ? Gab es im Golf VI nicht ab Werk. Nur Flüssiggas. Ansonsten gab es CFK-Tanks ab Werk im Golf 4, allerdings in der Reserveradmulde verbaut.
Sorry, setze das große i vor das große v ;).

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Sven2 » 23.10.2018 17:53

"Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?"
Möglicherweise, weil das Passat Werk so am Limit ist, dass keine CNG Version mehr montiert werden kann.
https://www.automobilwoche.de/article/2 ... -drei-tage

(Wer Ironie findet, darf diese behalten!)
Wiederholungstäter: früher Touran TSI_EF, jetzt B200 NGD

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert » 23.10.2018 18:33

Auch wenn VW es bestreitet, aber bei den wenigen verfügbaren Motor- und Getriebevarianten glaube ich durchaus, dass das schon einen Einfluss hat.
Genau deshalb brechen ja auch die Zulassungszahlen insgesamt seit Oktober so massiv ein.

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Golf_TGI » 24.10.2018 08:26

Zu den letzten 2 Beiträgen (Passatwerk Emden macht 3 Tage "Werksferien" und es gibt nur wenige Motor/Getriebekombinationen):

Herr im Himmel, wer managed denn das?
Schon klar, dass VW nur wenige Motor/Getriebekombinationen durch die Zulassung bekommt, aber gerade eine CNG Kombination würde sich doch jetzt "wie geschnitten Brot" verkaufen:

Die Fuhrparkleiter der 14 von DUH/NOx betroffenen Städte sollten doch jetzt mögichst jede Neuanschaffung auf Elektrisch oder CNG hin umbiegen. (Feuerwehr und Krankenwagen erstmal nicht, schon klar)
Idealerweise auch die Fuhrparkleiter der größeren Firmen in diesen Städten. Schon aus Eigennutz, und Marketing kann man damit auch noch machen.

Geschickterweise geht der Vertiebsleiter dieser Regionen auf die Fuhrparkleiter zu - und hat natürlich auch etwas anzubieten.
Aber wenn in der ADAC-Liste zu Euro 6d-TEMP / Euro 6d nur der Caddy ist, dann ist das halt zu wenig.

Kenne das so, dass Sales bei soetwas (Reihenfolge der Produktzulassung/Entwicklung) durchaus ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat. An dann muß man den allerwertesten halt auch mal zum Kunden bewegen... :work:

Robert K. G.
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Robert K. G. » 24.10.2018 09:17

Ich habe am EcoUp eine AHK. Allerdings stellt sich VW quer, die wollen halt den Polo verkaufen.

Die AHK ist eingetragen und ich darf 500 kg ziehen. Ich bin so einen kompletten Umzug gefahren. :razz:

Gruß
Robert

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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von Gasgeberin » 30.10.2018 14:20

Herr Diess will seine BEVs in den Markt drücken. Die bringen 0 Gramm CO2 je Fahrzeug für die Flottenberechnung und bis 2021 gibt es sogar die gesetzliche Vergünstigung, dass ein BEV soviel zählt wie 2 BEVs. Also Man verkaufe 3 Autos mit 155 g und einen BEV. Dann rechtet sich der Flottenwert mit (3x155g+ 2x0g)/5 = 93g damit unter 95g. So geht die Rechnung. Da ist dann kein Platz mehr für CNG als zusätzliche Variante... Das Einzige was helfen könnte wären die Anrechnung vom Einsatz von e-gas oder Biogas. Dann kommt ein A4 auf ca. 22g CO2. ;-)
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

LeonSTFF
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Re: Warum keinen Passat mit CNG, das gab es doch schon?

Beitrag von LeonSTFF » 03.11.2018 15:53

Danke an Robert und Robert K.G. für die Rückmeldungen!

Robert: Wenn ich inkl. Familie zwei Fahrzeuge an einem Wohnsitz bräuchte/hätte, würde ich genauso handeln wie Du. Nicht Erst- und Zweitfahrzeug, sondern für jedes das, was es kann. Ich hätte überhaupt kein Problem, mit dem Up! in die Arbeit zu fahren etc., oder auch allein oder zu zweit größere Strecken. Wenn es was zu transportieren oder gar zu ziehen gibt, dann mit dem größeren Auto.
Bei mir/uns ist es anders: Zwei Personen an zwei Wohnsitzen, die 500 km auseinanderliegen. Da nützt mir das große Auto der Partnerin wenig, wenn ich am anderen Standort was transportieren muss.
Aber warum bezeichnest Du den Up als Säufer? (Kann man bei CNG eigentlich "saufen" sagen?) Jedenfalls braucht er doch wohl deutlich weniger als die Golf-Klasse.

Robert K.G.: Genau das habe ich gesucht: Up mit 500 kg Anhängelast. Aber bei einem Neuwagen wollte ich nicht die Garantie gefährden. Übrigens gibt es auch beim Polo und Ibiza mit Erdgas-Ausstattung keine offizielle Anhängkupplung. Erst in der Golfklasse, und auch da mit Extrakosten verbunden (ab Werk nur Vorbereitung, man muss sie dann anschließend vom Händler einbauen lassen). Jedenfalls war das Ende 2017 Stand der Technik.

Grüße
Christoph
LeonSTFF
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