Zwischendurch umschalten auf Benzin um Ventile zu kühlen ???

Auch Ford hatte Erdgasfahrzeuge im Angebot. Löchern Sie Ihren Ford-Händler!

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freesteil
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Zwischendurch umschalten auf Benzin um Ventile zu kühlen ???

Beitrag von freesteil » 05.06.2008 15:19

Hallo zusammen,

nach längerer Überlegung gestern einen C-Max CNG bestellt.
Ungefährer Liefertermin frühestens Ende Sept. - spätestens Ende November :cry:

Nun zu meiner Frage:

Mal abgesehen davon, dass der Ford-Händler nicht sehr viel über
CNG bescheid wußte machte er mich bzgl. Nutzung CNG auf folgendes aufmerksam:
Es sei zu empfehlen nach 300 km im Erdgasbetrieb ca. 100 Km im Benzinmodus zu fahren zur Kühlung der Ventile :confused: :red:
Ich habe auch schon mehrfach von Problemen mit dem KAT gelesen und mich gefragt, ob ich nicht doch die Garantie auf 4 Jahre erweitern soll??
Ich freue mich auf jede Antwort und bedanke mich schonmal im voraus. :D

Ruediger
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Beitrag von Ruediger » 05.06.2008 16:29

Hallo,

erstmal willkommen im Kreis der Erdgasfahrer!

über die Empfehlung, teilweise mit Benzin zu fahren, wird in nahezu allen Unterforen ab und zu diskutiert.

Fakt ist wohl, dass die Verbrennungtemperatur bei Erdgas höher ist als bei Benzin. Somit ist auch wohl die Abgastemperatur höher.

Nun stelle ich mir aber die Frage, was es bringen soll, nach 300 Erdgas-Kilometern 100 auf Benzin zu fahren.
Variante a) Langstrecke:
Nach 300km sollte der Motor ja schon sehr lange auf Betriebstemperatur sein. Dass er sich dann immernoch weiter erwärmt bei vernünftiger Kühlung, so dass er dann für 100 (!) Kilometer etwas abgekühlt werden muß durch Benzin kommt mir doch sehr seltsam vor. Da wäre ein 30/10 oder 60/20 sicher effektiver, aber natürlich auch umständlicher ;-)

Variante b) Kurz- /bzw Normalstrecken:
Was bitte soll es an Kühlung bringen wenn ich an 5 Tagen die 30km (15km/Strecke) zur Arbeit und zurück mit Erdgas fahre und dann ein paar Tage mit Benzin? Soll mit der Benzinfahrt am Dienstag die Überhitzung vom Montag "bekämpft" werden??? Wenn ich eine Portion Speiseeis einen Tag in den normalen Kühlschrank stelle und es dort zu warm wird, rette ich auch nichts, wenn ich es am nächten Tag tiefgefriere. Wenn der Motor an einem Tag überhitzt und Schaden nimmt, repariert ihn das Fahren mit Benzin auch nicht.

Also so leid es mit tut, die Kühlungstheorie kann ich nicht nachvollziehen. Ein Motor, der vom Werk her für Erdgas zugelassen ist (und dann werksnah umgerüstet wurde, sollte meiner Ansicht nach mit den Verbrennungstemperaturen klar kommen.

Eine andere Theorie besagt, der Motor solle regelmäßig mit Benzin gefahren werden, da Benzin eine gewisse Schmierfähigkeit besitzt, die Erdgas nicht habe. In diesem Zusammenhang könnte ich die Intervalle 300/100 vielleicht noch nachvollziehen. Allerdings hört man diese Theorie mehr von Seiten der Opel-Foren. Und Opel gibt vor, den benzintank alle 6 Monate einmal leer zu fahren (was bei einnem Zafira mit rund 20000km im Jahr dann 19800km mit Erdgas und 200km mit Benzin, also dem Intervall 9900/100 entspräche. Da soll mir mal jemand erklären, wie denn 100km mit Benzinfahren den Motor so gut schmiert, dass er danach 30.000.000 Umdrehungen mit Erdgas übersteht (bei Durchschnittstempo 40km/h und durchschnittlich rund 2000U/Min 10000km). Das müssen 100km Benzinfahren die Motorflächen ja förmlich versiegeln!

Was soll man also davon halten? Ich gehe davon aus, den Motor schützt man am besten vor Überhitzung, wenn man nicht immer Vollgas fährt, sondern vorausschauend energiesparend fährt.

Im übrigen: wie soll sich denn der Anschaffungspreis für das Erdgasauto rechnen, wenn man 25% der Strecke mit Luxusbrühe fahren soll? "Tanken für die Hälfte" ist dann ja ein schlechter Witz, da du aucf den 100 Benzinkilometern fast soviel Geld verfeuerst wie auf den 300km mit Erdgas. Sollte das wirklich ein offizielles Statement von Seiten Ford sein, ist das ein Armutszeugnis!

So, nun aber genug gesültz! Viel Spass beim Erdgassparen!
Grüße

Rüdiger

nach fast 7 Jahren Zafira B CNG nun schon mehr als 4 Jahre Passat Variant ecofuel :D
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Beitrag von Bassmann » 05.06.2008 16:41

Hallo!

Auch von mir willkommen im Forum!

Nein, das Fahren mit Benzin dient wirklich nur dazu, die Einpritzeinrichtung in Gang zu halten. Die OEM-Ford kommen doch eh alle mit speziell dafür umgerüsteten Zylinderköpfen, Ford will da offenbar keine Scherereien haben und macht dementsprechend keine Experimente.

Wer immer nur für 10€ Benzin in den Tank schüttet, wenn die Reservelampe nervt, der macht bei einem OEM-Erdgasauto imho alles richtig.

MfG Bassmann
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Beitrag von dridders » 05.06.2008 19:12

Och, die Aussage vom Autohändler kann ich durchaus verstehen. Der hat halt mal irgendwo gehört das Gas heißer is als Benzin und das deswegen alles kaputt geht. Darum empfiehlt er halt einen Gaser zu kaufen und mit Benzin zu fahren. Warum das so ist, ob das wirklich so ist, was man dagegen machen kann... darüber nachzudenken wäre zu anstrengend, man müsste womöglich noch verstehen wie so ein Motor funktioniert, und das wo das doch nichtmals der Meister in der Werkstatt kapiert... warum soll ich mir also als Verkäufer da einen Kopp machen? Da denk ich mir lieber eine Story aus und versuch dem Kerle'nen Trecker zu verkloppen. Da kenn ich mich zwar auch kein Stück aus, aber ich weiss mehr Hightech-Schlagworte die ich dann in den Raum werfen kann im kompetent zu tun.

freesteil
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Beitrag von freesteil » 05.06.2008 21:15

Vielen Dank für Eure Meinungen, das hilft mir ganz gut weiter.
Immer wieder 100 Km mit Benzin zu fahren hätte auch ganz schön
genervt. Aber, wie schon gesagt, der Händler war mit dem Thema
CNG noch nicht so bewandert. Sein Gebiet war eher LPG-Umrüstung.
;-)

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Wirbelsturm
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Beitrag von Wirbelsturm » 05.06.2008 22:08

hat sich bei ford immer noch nichts geändert??? ist ja schwach, als ich meinen im frühjahr 2003 bestellt habe, war das nicht viel anders, :) :lol:
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KVB
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Beitrag von KVB » 05.06.2008 22:58

Hallo und Willkommen,
ich hatte vor einigen Wochen ein ähnliches Gespräch. Seit einem halben Jahr zeigt meine Füllstandsanzeige immer "Voll" an. Da mein Händler im Ort keinen ausgebildeten CNG-Mann hat bringt er den Wagen immer nach Neuss zu einem etwas größeren Fordhändler. Bisher (3x) ist immer die Druckanzeige im Motorraum, mit dem Erfolg das die Anzeige immernoch "Voll"anzeigt, gewechselt worden. Beim letztenmal war ich selber in Neuss und da hat mir der nette Mechaniker erklärt das der Wagen bei längeren Leerlaufphasen, zur Kühlung des Motors, auf Benzin umschaltet.
Der Mechaniker machte aber auch nicht gerade einen motivierten Eindruck, ich habe daher auf eine kleine Diskussion verzichtet.
Ich bin jetzt mal gespannt was als nächstes gewechselt wird um die Anzeige wieder in gang zu bringen.

VG
Uwe

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Beitrag von freesteil » 06.06.2008 11:36

Dem Händler in meinem kleinen Kuh-Kaff ist es nachzusehen.
Sein Kollege in Frankfurt bei der Hessengarage glänzte allerdings auch in allen Bereichen mit Unwissenheit. Mit Erdgas zu fahren ist wohl immer noch Pionierarbeit. Deshalb sind Foren wie dieses unglaublich wertvoll für den Wissensaustausch. Wer weiß wie lange mein Händler gebraucht hätte um herauszufinden, daß es sich beim C-Max um einen Unterflurtank handelt. Als Kunde muss man heute die Bereitschaft einfach mitbringen Verkäufern diese Wissenslücken zu schließen :lol: ;-)

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Beitrag von Wirbelsturm » 06.06.2008 13:35

mir wolte der fleißige mann, vor nicht all so langer zeit klar machen, das die technik und mechanik mit den hohen drücken nicht klar kommt, wie soll auch ein einspritzdüse 200 bar auf dauer aushalten, und deswegen soll ich mir doch lieber nen lpg wagen holen. der gute man weiss wohl nicht das da ein druckminderer drin is und damit nix mehr mit hohen drücken, aber ich hab ihn erzählen lassen und warte noch heute auf den anruf, das mein gasfilter da ist:) ist nun schon 1,5 jahre her :razz:
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Beitrag von Bassmann » 06.06.2008 13:48

Wirbelsturm hat geschrieben:mir wolte der fleißige mann, vor nicht all so langer zeit klar machen, das die technik und mechanik mit den hohen drücken nicht klar kommt, wie soll auch ein einspritzdüse 200 bar auf dauer aushalten, (...)
Wie will dieser Künstler eigentlich einen Diesel verkaufen? Ok, das soll er eh nicht mehr, aber wenn, dann wie? Die Common-Rail-Diesel haben rund 1300bar oder gar noch mehr auf der Leitung...

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Beitrag von Wirbelsturm » 06.06.2008 21:01

ist das eigendlich nur bei ford so, oder auch bei anderen herstellern???
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Beitrag von Bassmann » 06.06.2008 21:12

Weiß ich nicht... Mein Umrüster musste mich nicht mehr überzeugen...

(Allerdings musste ich ihn überzeugen, dass es Erdgas sein sollte und nicht dieses flüssige Zeugs...)

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Beitrag von freesteil » 10.06.2008 22:33

Naja, wie auch immer. Ich habe jetzt meinen CNG wieder abbestellt und war den Herbst mal ab wie sich die Preise entwickeln. :lol:

skyliner
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Beitrag von skyliner » 11.06.2008 07:03

Die Preisentwicklung kann man sehr einfach vorhersagen (ohne Glaskugel) ;-) :

Erdgas wird teurer.
Benzin und Diesel wird auch teuer.

Ergo: Die Differenz dazwischen bleibt in etwa gleich.

Gruß
skyliner

freesteil
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Beitrag von freesteil » 11.06.2008 11:39

skyliner hat geschrieben:Die Preisentwicklung kann man sehr einfach vorhersagen (ohne Glaskugel) ;-) :

Erdgas wird teurer.
Benzin und Diesel wird auch teuer.

Ergo: Die Differenz dazwischen bleibt in etwa gleich.

Gruß
skyliner
Wie kommst Du denn darauf?
Wenn die Anbieter überproportional erhöhen, wie jetzt angekündigt
schmilzt der staatliche Steuervorteil, wie auch beim Diesel, innerhalb
kürzester Zeit wie Butter in der Sonne :eek:
Wie groß der Unterschied im Herbst noch sein wird ist reine Spekulation. Letzendlich halte ich mich an Erfahrungswerte der Vergangenheit:
Die Gier der Multis kennt keine Grenzen ;-)

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